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Fünf Wölfe, ein Interview

»Wir wollen Platz 3 verteidigen

 Teil I: Jugendspieler bewerten sich gegenseitig

teaser alle 5

Gefühlt haben sie gerade erst ihr Debüt gefeiert, doch trotzdem gehört dieses Quintett schon fest zum Kader der ersten Männermannschaft. Justin Rackwitz (18), Max Hawaleschka (18), Tim Wendland (18), Tim Becker (18) und Lars Baumann (18) gehen bereits in ihre zweite vollständige Männersaison, in der sie zeigen wollen, wie sehr sie sich weiterentwickelt haben und was sie aus den ersten Schritten bei den Großen gelernt haben. In der Flavor Cocktailbar stellen sie sich den Fragen von Conrad Hipp und erzählen in Teil eins des Interviews, welche Tipps sie von den erfahrenen Spielern bekommen haben und wie sie ihr erstes Jahr und das der anderen einschätzen.

Dieses Interview wird präsentiert von

zurawski 2016

Jungs, das zweite Männerjahr für euch Fünf steht an! Debüts haben wir von euch genug gesehen. Eins werden wir aber noch erleben…

Hawaleschka: Hmm… Justin ist das erste Mal bei einem Saisonauftakt dabei?

Richtig. Ist das was Besonderes für dich oder einfach nur ein Spiel?

Rackwitz: Ich finde nicht, dass es etwas Besonderes ist, weil ich ja mittlerweile einige Männerspiele schon gemacht habe. Also für mich ist es kein Debüt mehr. Das Neueste ist für mich der Trainer.

Zu dem kommen wir später. Zunächst zu euch. Wie fit seid ihr? Könnte der Saisonstart noch etwas nach hinten verlegt werden oder soll es endlich losgehen?

Rackwitz: (lacht) Ich bin topfit!!!

Becker: Für mich könnte die Vorbereitung noch etwas gehen, weil ich einige Zeit gefehlt habe wegen Urlaub und einer Krankheit. Ich merke, dass ich da noch ein bisschen aufholen muss.

Wendland: Vom Körperlichen her fühle ich mich schon fit. Auch wenn ich drei Wochen gefehlt hab. Ich hab den Eindruck, dass ich das ganz gut aufgeholt habe.

Hawaleschka: Vom Körper und der Ausdauer geht es. Da fühle ich mich gut. Vom Taktischen fehlen noch ein paar Sachen. Es hat in der Vorbereitung mal hier einer und mal da einer gefehlt. Da müssen wir uns noch weiter einspielen.

Baumann: Das stimmt. Wir sind noch nicht hundertprozentig aufeinander abgestimmt. Ich bin insgesamt aber froh, dass die Vorbereitung vorbei ist. Dann muss ich nicht mehr so viel laufen. (lacht)

luchmann neuEiner hier in der Runde fehlt. Eigentlich müsste auch Marius hier sitzen, der aber noch auf unbestimmte Zeit fehlen wird. Wie wichtig ist man da als Teamkamerad?

Wendland: Es ist ziemlich hart für ihn. Bei seiner Verletzung an sich können wir ihm nicht viel helfen, außer das wir natürlich zu ihm stehen. Ich hoffe, dass seine Genesung schnell geht und er bald wieder da ist.

Becker: Er macht grad echt eine schwere Zeit durch. Zum einen die Verletzung, zum anderen sich ja damit auch weiter auf seine Ausbildung zu konzentrieren. Die ist ja auch ein wichtiger Baustein für seine Zukunft. Da muss er sich jetzt durchboxen und sobald er Hilfe braucht, sind wir da. Für seine Rückkehr aufs Feld sollte er sich Zeit nehmen, da es schon was Kompliziertes ist. Ich denke aber, wenn er wieder fit und voll da ist, wird er auch wieder seine Zeit am Kreis bekommen.

Justin, nochmal kurz zu dir. Du warst in der vergangenen Saison zu diesem Zeitpunkt noch kalt gestellt, weil du zwar fit, aber zu jung warst. Wie war das damals für dich und wie froh bist du, dass du heute sofort ran darfst?

Rackwitz: Das war ein Scheiß-Gefühl. Es hat in den Fingern gejuckt, weil man total Bock hatte. Man wollte am liebsten rauf, aber man durfte nicht. Da hab ich mich gefreut, dass ich endlich alt genug war.

Hattet ihr damals eher Mitgefühl oder gab es eher die dummen Sprüche, weil er der Jüngste war?

Wendland: Er tat mir schon etwas leid. Aber er durfte ja dann recht schnell ran.

Hawaleschka: Es war schon komisch, dass er auf der Bank saß, weil er am Ältesten aussah. Man hatte schon Mitleid, wenn man sein Gesicht gesehen hat. (lacht)

Baumann: Klar fühlt man da mit. Das Niveau hatte er ja, das wussten wir alle. Deshalb hab ich mich gefreut, als er dann da war.

Baumann: „Ich bin immer noch Nachwuchsspieler“

baumann pregameLars, bleiben wir gleich bei dir. Du bist quasi der Routinier in diesem Quintett, hast in der vergangenen Saison schon oft Verantwortung übernommen. Wird die Saison 16/17 für dich schon der ganz normale Alltag?

Baumann: Klar wird man von Spiel zu Spiel immer lockerer. Ich sehe mich aber trotzdem weiterhin als Nachwuchsspieler. Es ist ja nicht so, dass man ein Jahr Männer spielt und dann ist man ein fertiger Spieler. Man entwickelt sich da ja über Jahre erst endgültig rein. Von daher gilt es auch für mich, dieses Jahr weiter zu machen und an das anzuknüpfen, was ich bereits gezeigt habe.

In der Saison 15/16 habt ihr alle gespielt. Lars durfte sogar 14/15 schon einmal ran. Wie war das für euch, als Lars in den Kader geholt wurde? Kriegt man da Bock, ist man da neidisch, war es euch egal?

Rackwitz: Ich war schon neidisch, weil ich selbst gern gespielt hätte. Aber ich hab mich gefreut und war gespannt, wie er sich in seinem ersten Spiel verkauft.

Und wie hat er sich verkauft?

Rackwitz: Sah gut aus. Ich glaub, er hat vier Tore oder so gemacht. Das konnte sich schon sehen lassen fürs erste Spiel.

teaserIm Gegensatz zum letzten Jahr bekommt ihr in dieser Saison mehr Erfahrung an die Seite gestellt. Mit Dirk Becker und Jan-Eike Albrecht kommen zwei Spieler zurück, die jeder für sich mehr Saisons hinter sich haben als ihr alle zusammen. Hilft das?

Hawaleschka: Dadurch, dass Jan Halbrechts spielt und ich schon ein paar Spiele neben ihm machen durfte, hilft das schon. Er ist dann neben mir und gibt mir auch Tipps. Da lernt man einiges.

Wendland: Die beiden haben ja auch schon höherklassig gespielt, das merkt man auch. Die haben einen sehr guten Spielüberblick und geben einem für verschiedene Situationen gute Lösungen an die Hand.

Rackwitz: Jan-Eike spielt ja Halbrechts und Dirk neuerdings am Kreis. Das sind ja beides auch meine Positionen. Da hab ich schon sehr viele Tipps bekommen und das tut schon gut, da soviel Erfahrung an der Seite zu haben.

Aber auch mehr Konkurrenz…

Rackwitz: Ich denke schon, dass ich auf genug Spielzeit komme. Dirk ist ja auch schon älter, der kann ja nicht mehr so lange spielen. (lacht)

Ihr seid euch einig, dass ihr viele Tipps bekommt. Ein Beispiel, was sind das für Tipps?

Hawaleschka: Besonders im Abwehrverhalten. Beim Einrücken zum Beispiel. Jan ist kein passiver Spieler. Der gibt regelmäßig Feedback, positiv wie negativ. Das hilft schon sehr.

Damals habt ihr auf der Tribüne gesessen, als Jan und Becks durch die Halle gefegt sind. An was erinnert ihr euch noch?

Hawaleschka: Die hatten beide gute Würfe.

Baumann: An Jans Eins gegen Eins. Da hat man immer gern hingeguckt.

Rackwitz: Becks hat sich immer total gefreut, wenn er getroffen hat.

Hawaleschka: Dirk war immer mein Vorbild, weil er Mitte gespielt wie ich in der Jugend. Und wegen der Rückennummer.

 

Becker: „Eigentlich wollte ich die Nummer 3“

 

hawa gucktDie Rückkenummer von Becks hast du jetzt. Die 14. Weil die besetzt ist, trägt er jetzt die 24. Hat er mal gefragt, ob er seine alte Nummer wieder haben kann?

Hawaleschka: Nein, hat er nicht.

Hättest du sie rausgerückt?

Hawaleschka: ich glaube nicht.

Welche Bedeutungen haben eure Rückennummern?

Hawaleschka: Klingt blöd, aber die 14 sieht auf dem Trikot irgendwie cool aus.

Rackwitz: Ich trag die 7, weil es die Hälfte von Max ist. (lacht)

Baumann: 98 ist mein Geburtsjahr. Und es ist cool, dadurch ziemlich weit hinten einzulaufen.

Wendland: Bei mir ist es die 22, weil ich am 22. Geburtstag habe.

Becker: Meine Nummer ist eigentlich die 3. Aber damals, als die Nummern bei den Männern vergeben wurden, war Max Werner einfach schneller und hat in der WhatsApp-Gruppe schneller die 3 hingeschrieben als ich. Hab ich eben zwei 3en genommen.

Seid ihr abergläubisch oder habt bestimmte Rituale vor dem Spiel?

Baumann: Ich esse vor jedem Spiel eine Banane.

Hawaleschka: Ich trag immer die gleiche Funktions-Unterwäsche. ich wasch die natürlich zwischendurch.

Rackwitz: Ich brauch geile Musik vor dem Spiel.

 

Platz drei heißt nicht, dass wir dieses Jahr aufsteigen

 

In der vergangenen Saison wurden wir 3. Wie ist dieser Platz einzuschätzen?

Baumann: Sehr erfolgreich. Die Mannschaft hat sich sehr gut eingefunden und als Einheit auf dem Feld gut funktioniert und dabei auch viele Ausfälle gut weggesteckt.

Wendland: Für das erste Jahr mit der Mischung im Team war das ordentlich.

Hawaleschka: Ich finde es schon sehr beachtlich, was wir mit diesem Altersschnitt in der Liga geschafft haben.

becker philippSteigt jetzt der Druck, dass man wieder 3. werden muss?

Wendland: Der Druck nicht. Eher der Wille.

Hawaleschka: Klar wollen wir jetzt mehr. Mit den neuen Spielern und den ganzen Verletzten, die jetzt wieder da sind. Aber wir müssen uns als Einheit wieder zusammen finden. Man weiß ja nicht, ob alles so gut funktioniert wie in der letzten Saison.

Wie war es für euch persönlich? Euer erstes Jahr bei den Großen…

Wendland: Es war wieder was Neues. Es ist toll, vor mehr Publikum zu spielen.

Hawaleschka: Es war schön zu sagen, dass man in der Männermannschaft spielt.

Becker: Es war schon geil zu spielen. In der Zweiten war es etwas schwieriger, weil das Spiel etwas langsamer war. In der Ersten konnte man schneller spielen.

Baumann: Ich fand es gut, sich unter den Männern zu beweisen. Ich glaube, dass hat auch bei allen Jugendspielern ganz gut geklappt.

Rackwitz: Das coole an der ersten Mannschaft war einfach, dieses Feeling zu spüren. Die vielen Zuschauer, da hat man gleich noch mehr Bock.

 

Wölfe-Jugendspieler bewerten sich gegenseitig

 

Jetzt bewertet jeder einen anderen… Sucht euch einen hier vom Tisch und beschreibt sein erstes Männerjahr.

Rackwitz: Ich nehme Lars: Sein erstes Jahr war sehr gut. Er hat sich gut bewiesen mit seinen Würfen aus dem Rückraum. Die gingen oft gut in den Winkel rein. In der Abwehr muss er noch arbeiten. Manchmal gab es vielleicht auch ein, zwei Spiele, wo er mit dem Kopf nicht ganz da war. Passiert aber. Insgesamt war es eine Top-Saison für ihn.

Hawaleschka: Wenn Tim Wendland seine Sprungfedern auspackt, ist das schon cool. WENN er sie auspackt. Da muss man ihn öfter mal dran erinnern. Wir verstehen uns sehr und können uns gut pushen. Ich denke, er wird weiter daran arbeiten, seine Würfe noch zu verbessern.

Wendland: Mit Max auf Außen zu spielen macht schon Spaß, funktioniert sehr gut mit ihm. In der letzten Saison hat Max bewiesen, was er so kann. Er hatte nicht immer gute Tage, hat aber das Beste draus gemacht. Gerade beim Umschaltspiel war er sehr schnell und treffsicher.

Becker: Justin hat sich in der ersten Mannschaft ja von Beginn an sehr gut eingefügt. Ich finde, in der A-Jugend macht er das am Kreis ein bisschen besser. Obwohl er den Körper dazu hat um sich bei den Männern auch noch besser zu zeigen. Mit seiner lockeren Art und guten Laune ist er eben auch wichtig für jede Mannschaft.

Baumann: Tim Becker hat das erreicht, was er sollte. Er konnte erste Erfahrungen sammeln auch wenn er sich noch nicht komplett etabliert hat. Seine Spielpraxis und Spielstärke konnte er mehr in der Zweiten ausleben. Es war für ihn halt auch schwierig, weil er viel verletzt war und seine Positionen auch gut besetzt waren. Ich hoffe, dass er sich auch noch durchsetzen kann.

 

Lesen Sie Morgen: Die fünf Jugendspieler sprechen über Zweifel an sich selbst, wie oft sie ans Scheitern denken und wann sie der neue Trainer verunsichert.

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