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Schöneiche-Abteilungsleiter Peter Werner

„Es gibt Leute, die Feindseligkeit erzeugen“

peter werner

Er ist der Routinier im Schöneicher Handball. Peter Werner spielte in der vergangenen Saison selbst noch gegen die Wölfe, wird in diesem Jahr beim Derby zuschauen. Als Abteilungsleiter Handball bei der SG Schöneiche kennt er die Rivalitäten der Vereine bereits lange genug. Mit Conrad Hipp spricht er über die Grenzen zur Geschmackslosigkeit, einem Versöhnungstreffen mit den Wölfen und seine Aufstiegsträumen.

Peter, wie groß ist deine Vorfreude aufs Derby?
Peter Werner: Die ist natürlich groß. Ein Derby ist immer etwas Besonderes.

Nach dem Hinspiel wurde es in den vergangenen Monaten immer giftiger. Auch als unsere zweiten Mannschaften im Januar gegeneinander spielten, wurden teilweise Grenzen überschritten. Warum mögen sich Schöneiche und Wünsdorf nicht?
Peter Werner: Das wir uns nicht mögen ist übertrieben. Es gibt auf beiden Seiten einige Leute, die mit ihren Kommentaren und Sticheleien Feindseligkeit erzeugen.

Was ist für dich noch Rivalität, was ist geschmacklos? 
Peter Werner: Rivalität ist der sportlich faire Umgang miteinander. Geschmacklos sind für mich persönliche Anfeindungen gegeneiander.

Es führte zuletzt soweit, dass der MTV und die SGS ein Versöhnungsgespräch geführt haben. Auf welchen Konsenz kamen die Veranwortlichen dort?
Peter Werner: Ich denke, dass Gespräch mit Denny hat für etwas Entspannung gesorgt. Es wird aber vielleicht wieder zu Spannungen kommen, weil einige Menschen eben unbelehrbar sind. 

Du kennst die Rivalität zwischen den Vereinen schon seit Jahrzehnten. Wie hat sich die Nachbarschaft in der ganzen Zeit verändert?
Peter Werner: Für Schöneiche ist es immer das Duell David gegen Goliath. Der kleine bodenständige Verein, der ohne Geld und mit eigenen Spielern spielt gegen den großen MTV Wünsdorf.

Der sich nach dem Zwangsabstieg fast nur noch von Eigengewächsen ernährt...
Peter Werner: So wie wir es schon seit der Gründung unseres Vereins machen.

Wie hat man in Schöneiche damals den Zwangsabstieg der Wölfe wahrgenommen? Mitleid oder Schadenfreude?
Peter Werner: Es ist schade um jeden sportlichen Abstieg in unserer Region.

Wie wird die Schöneicher Seite am kommenden Samstag auftreten? Mannschaft und Fans.
Peter Werner: Die Mannschaft wird am Samstag alles geben. Ob das am Ende reicht, werden wir sehen. Aber die Truppe hat schließlich was gut zu machen. Die Fans werden hoffentlich eine dem Derby entsprechende Stimmung verbreiten.

„Wenn der MTV gewinnt, gratulieren wir zur Meisterschaft“

Ihr seid zum Siegen verdammt und müsst auf Ausrutscher des MTV hoffen. Wie groß ist der Glaube an die Meisterschaft noch?
Peter Werner: Wir hoffen natürlich bis zuletzt.

Wie wenig gefällt dir der Gedanke, dass Wünsdorf vor euch Meister könnte?
Peter Werner: Wenn Wünsdorf die bessere Mannschaft ist, haben sie es verdient.

Wenn Schöneiche in Wünsdorf gewinnt, dann...
Peter Werner: ... wäre das ein Traum und wir können uns wieder mit der Meisterschaft beschäftigen.

Wenn Wünsdorf zu Hause gewinnt, dann...
Peter Werner: ... werden wir dem MTV zur Meisterschaft gratulieren.

Deine Söhne sind beide heiß auf den Sieg. Was für Ratschläge gibt der Papa da am Abend vor dem Spiel?
Peter Werner: Leider kann nur Pascal spielen, weil Steven am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt ist. Das ist natürlich eine enorme Schwächung. Aber ich glaube motivieren muss ich keinen unserer Spieler. Die sind alle heiß genug.

Steven hat damals den Schritt nach Wünsdorf gewagt. Wenn wieder einer deiner Söhne kommen würde und sagt: Papa ich gehe nach Wünsdorf! Wie würdest du reagieren?
Peter Werner: Meine Jungs haben ja damals unter Dieter Langner und Torsten Dreifke das Handball spielen gelernt. Ich weiß nicht, ob sie nach Wünsdorf gehen würden. Höherklassig spielen wäre immer eine Herausforderung. Ich würde damit zurecht kommen.

Du siehst das Derby von der Tribüne aus. Was wünschst du dir für dieses spannungsgeladene Duell?
Peter Werner: Einen fairen Umgang unter den Fans und den Mannschaften. Und dann soll eben der Bessere gewinnen.

Letzte Frage. Wie wird das Spiel ausgehen?
Peter Werner: 30:32

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