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Freitag die Vorschau, heute das komplette Interviewteaser-erik-neu

 

 

Wölfe-Eigengewächs Erik Klaus wechselte zur aktuellen Saison das MTV Trikot. Aus Wünsdorf ging es zum MTV Altlandsberg in die Ostsee-SpreeLiga. Trotz des höheren Trainingsaufwands hat der Kreisläufer seine Heimat nicht vergessen. Im Gespräch mit Conrad Hipp redet er über seine Rolle in Altlandsberg, seinen Mittelfußbruch und eine mögliche Rückkehr ins Wolfsrevier.

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Conrad Hipp: Erik, du hast dir vor einigen Wochen den Mittelfußbruch gebrochen. Wie geht´s dir und wann kannst du wieder einen Ball in die Hand nehmen?

Erik Klaus (20): Irgendwann holt sich der Körper halt das, was er braucht und wenn es Ruhe ist. Meine Stimmung ist ungebrochen gut. Ein Knochenbruch gehört doch noch zu den harmloseren Handballverletzungen. Ich bin ein Steher, das stehe ich auch noch durch. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass realistisch gesehen die Saison für mich vorüber ist: 5 Wochen keine Belastung, danach langsam wieder Muskelaufbau. Nach 12 Wochen vielleicht wieder komplettes Training. Dann wären es noch zwei Spiele, die wenn, es gut läuft, keine Rolle mehr spielen, was den Klassenerhalt angeht. Da muss man frisch nach einer Verletzung auch nichts mehr riskieren. Also fokussiere ich mich einfach auf die nächste Saison.

erik-tsgCH: Du meinst also, dass du in dieser Saison nicht mehr spielst. Solch eine Verletzung ist ja auch immer eine mentale Angelegenheit…

EK: Conrad, du weißt doch, dass ich immer stärker zurückkomme als ich ging.

CH: Apropos gehen. Du hast das MTV-Trikot getauscht. Statt Wünsdorf steht jetzt Altlandsberg auf der Trainingsjacke. Wie gut bist du dort angekommen?

EK: Ich denke, ich bin sehr gut angekommen. Die Mannschaft hat mich nach meinen Probetrainings herzlich empfangen. Ich wurde sofort integriert und als vollwertiges Mitglied angenommen. In diesem Team kann man sich aber auch nur wohlfühlen.

CH: Du hast zuvor in der Brandenburgliga gegen den Abstieg gespielt, agierst jetzt in der Oberliga im gesunden Mittelfeld. Welchen Unterschied spürst du bei den Spielen?

erikcoEK: Eigentlich fällt es schwer diese mit der letzte Saison zu vergleichen. Ich spüre in Altlandsberg durch die Spielklasse mehr Druck, immer meine beste Leistung abzurufen. Ich muss mehr Verantwortung für meine Entscheidungen übernehmen. In Wünsdorf war ich der Jugendspieler, der "nichts" zu verlieren hatte. Nur gut, dass ich mit Druck recht gut umzugehen weiß.

 

CH: Du warst in dieser Saison schon öfter in der Wünsdorfer Halle. Wie gut ist der Kontakt zu den alten Kollegen?

EK: Der Kontakt zu ehemaligen Mitspielern ist nach wie vor gut. Wenn ich Zeit habe, bin ich gern auch präsent, wenn es bei Ihnen ums Ganze geht: Seien es Ronny und Nils in Dahlewitz oder Barschi, Marcel und Leroy in Wünsdorf oder Alina bei den Frauen - man freut sich halt einfach als Spieler, wenn einem zugeschaut wird.

CH: Wie wurde dein Abgang hier wahrgenommen?

EK: Mein Abgang wurde hier positiv aufgefasst. Es gab bisher keine negative Resonanz und ich kann nur nochmal sagen: Es war NIE eine Entscheidung gegen Wünsdorf, sondern FÜR meine sportliche Weiterentwicklung.

Bildschirmfoto 2015-02-22 um 23.11.54CH: Du verfolgst also die Geschehnisse der Wölfe noch?

EK: Natürlich verfolge ich die noch. Auch die von Blau-Weiß Dahlewitz, dem HSV Oberhavel oder Teltow/Ruhlsdorf. Man muss doch auf dem laufenden bleiben.

CH: Welchen Eindruck hast du von Wünsdorf. Machst du dir Sorgen um den Klassenerhalt?

EK: Anfangs hat es in Wünsdorf ganz schön gekrieselt, doch dann haben sie sich gefangen. Das lag auch am Neuzugang Daniel Grau auf der Spielmacherposition. Ich durfte ja beim Neujahrsturnier auch schon gegen ihn in der Abwehr stehen. Ich glaube nicht, dass der MTV absteigt. Das hängt aber auch davon ab, ob es in der Rückrunde Verletzungsausfälle von Schlüsselspielern geben wird oder nicht. Kräfte einteilen ist hier oberstes Gebot - doch das ist Aufgabe des Trainers.

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CH: Wie siehst du den Neustart nach einigen Monaten? Ist er geglückt?

EK: Wir dürfen hier Neustart nicht mit Aufrappeln verwechseln. Der Neustart ist noch nicht geschafft. Davon kann man reden, wenn die Mannschaft vom Altersdurchschnitt und in der Breite so gut aufgestellt ist, dass man den längeren Ausfall eines Stammspielers gut kompensieren kann bzw. der Klassenerhalt dadurch nicht in Gefahr gerät. Es ist einfach Vorsicht geboten, doch das hat Nils Barsch ja letztens schon erklärt.

waldierikCH: Wie sehen deine persönlichen Vorsätze für 2015 aus?

EK: Vorsätze? Hmmm…. Das Leben genießen! Ich will die letzten Züge meine Studiums ausklingen lassen. Vielleicht mal wieder eine Frau finden, die an meine Seite passt und handballerisch weiter vorankommen. Das würde für den Anfang genügend.

CH: Deine Rolle in Altlandsberg ist anders als in Wünsdorf. Welche spielst in deinem neuen Team?

EK: So anders ist die ja gar nicht. Ich bin/war in beiden Teams ein vollwertiges Mitglied. In Wünsdorf musste ich oft über die vollen 60 Minuten gehen, während ich jetzt mit Sascha Buchweitz einen erfahrenen Kreisläufer an der Seite hab. Das kann man positiv oder negativ sehen, aber am Ende belebt Konkurrenz das Geschäft. Wenn man weiß, dass man sich vom Spielertyp her mehr ergänzt, als dass man sich gegenseitig bremst, ist es positiv.

CH: Bist du zufrieden mit deinen ersten Monaten in der Ostsee-Spree Liga?

EK: Ich bin damit sehr zufrieden. Im Angriff war ich von Anfang an recht stark, doch in der Abwehr brauchte ich eine Weile, um meine Defizite auszumerzen. Mittlerweile würde ich mit Stolz behaupten, dass ich mich mit der Spielklasse akklimatisiert habe.

CH: Wo geht´s für dich noch hin?

erik-vs.-hsvEK: Handballerisch, akademisch oder im Leben? Handballerisch ist für mich die OSL glaube ich das oberste Limit. Das hängt nicht damit zusammen, dass es da bei mir keinen Ehrgeiz geben würde, sondern ab der dritten Liga wird der Zeitaufwand einfach zu groß. Bisher kann ich nur froh sein, dass ich keine feste Freundin habe, da ich gefühlt schon mehr Zeit in der Halle als sonst wo verbringe. Es ist schwer so etwas einer Frau positiv zu vermitteln. Und da ich gern wieder eine bessere Hälfte an meiner Seite hätte, wäre ihr gegenüber noch mehr Zeitaufwand einfach nicht zu begründen. Akademisch stehen in einem halben Jahr erstmal Praktikum und Bachelorarbeit an. Danach will ich nach Australien und meinen Master machen, den vielleicht auch im Ausland - hochgesteckte Ziele. Und allgemein im Leben schaue ich einfach was auf mich zukommt. Ich darf ja nicht alles schon im Voraus planen. Man muss auch noch Raum für Spontaneität lassen.

CH: Derzeit musst du im Training schon mal den Ballsack oder den Bierkasten tragen. Welche Sprüche hast du da anfangs bekommen?

EK: Ach Sprüche bekommt jeder in der Mannschaft mal ab. Dafür sind wir Handballer. Der Jüngste zu sein ist manchmal ziemlich nervig, aber man gewöhnt sich daran. Die paar Bierkisten kriegt man auch noch geschleppt und in ein paar Jahren kann ich den Staffelstab des Jüngsten sicherlich weiterreichen und die Tradition von einem anderen fortführen lassen.

CH: Dein Trainer sagt über, dass ihn dein Wille und deine Überzeugung ziemlich beeindruckt. Sind das die Eigenschaften, die den Handballer Erik Klaus ausmachen?

Bildschirmfoto 2015-02-22 um 23.21.12EK: Ich glaube, dass es immer schwer ist zu sagen, wodurch man sich auszeichnet ohne dadurch überheblich zu klingen. Wenn du mich aber so direkt fragst, würde ich sagen, dass ich kein technisch sehr begabter Spieler bin. Dafür habe ich andere Vorzüge: Ich bin ein Spieler, der immer 100% gibt, sich nach jedem Ball schmeißt, sehr ehrgeizig ist und sich stetig verbessern möchte. Ich nehme selten die Kritik anderer an, bin aber selbst mein größter Kritiker. Ich bin die Art von Spielertyp, die wenn er etwas abkriegt (in Form von Schmerzen) genau dorthin wieder geht. Auf dem Feld bin ich durch so etwas nicht einzuschüchtern. Zusammenfassend kann man meinen unbeugsamen Willen als meine größte Stärke ansehen und nur dadurch bin ich meinen Weg (handballerisch und privat) so gegangen, wie er bisher verlief - immer geradeaus.

CH: Wann kommst du zurück nach Wünsdorf?

EK: Na erstmal heute, um meine Eltern zu besuchen. Nein, im Ernst. Wer weiß, vielleicht treffen sich meine Wege und die des Vereins nochmal. Man sieht sich im Leben ja immer zweimal. War doch so oder?

CH: Genau so war das ja…

Vielen Dank für das Interview

Die Wünsdorfer Wölfe wünschen Erik gute Besserung und weiterhin viel Erfolg

bei seinem privaten und sportlichen Werdegang

 

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