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Bei der 27:28-Niederlage gegen Germania Massen am 16. Spieltag zeigte Kilian Kerbs wie alle Wölfe eine starke Leistung. Nach der knappen Niederlage konnte Kerbs die Tränen nicht mehr halten, war emotional am Boden. Mit Conrad Hipp spricht „KK“ über die Massen- Tränen, seine selbstkritische Ader und die Entwicklung der Frauenmannschaft.

 

interview-kk-mit-tinaConrad Hipp: KK, nach dem Spiel gegen Massen hast du auf der Bank gesessen, hattest dein Trikot über den Kopf gezogen und hast ein paar Tränen getrocknet. Wie siehst du dieses Spiel mit etwas Abstand?

Kilian Kerbs (23): Es war aufregend. Ein tolles Erlebnis. Zwei Gegner auf Augenhöhe. Man muss am Ende klar sagen, dass es zwar schade war, nicht gewonnen zu haben. Aber unterm Strich hat die bessere Mannschaft gewonnen, denn sie waren in den Phasen wach, wo wir gepennt haben. Mit so einer Leistung rockt dieses tolle Team aber noch ein paar Spiele.

CH: Gegen Massen stimmte die Einstellung, gegen Bad Liebenwerda gab es eine Klatsche. Warum gibt es eine solche Stimmungsschwankung?

KK: Ich kann das noch gar nicht fassen. Es war ein gebrauchter Tag für uns alle. Ich hatte schon bei der Erwärmung ein merkwürdiges Gefühl. Es war alles so locker und entspannt. Zu locker wohl. Da war wenig Power und Wille zu spüren. Und im Spiel bekamen wir dann eben die Quittung.

CH: Welchen Eindruck hast du von der Entwicklung der Mannschaft insgesamt?

KK: Also als Team sind wir auf jeden Fall zusammengewachsen und haben bewiesen, dass wir an guten Tagen jeden schlagen und ins Schwitzen bringen können. Es macht riesigen Spaß, mit dieser Truppe Handball zu spielen. Es ist ein tolles Gefühl, ein Teil des Projektes MTV zu sein.

CH: Du bist ein Spieler, der auch mit sich selbst immer wieder hart ins Gericht geht. Wie siehst du deine eigene Entwicklung in dieser Saison?

KK: Puh, gute Frage. Ich bin nie zufrieden mit mir und möchte immer mehr leisten, als zurzeit möglich. Die Grenzen sprengen. Ich würde gerne wieder so spielen wie in der Saison 2012/2013! Da war ich in körperlicher Topform und auch mental gut drauf. Leider kann mein Körper nicht alles leisten und so nimmt er sich durch zahlreiche Verletzungen seine Pausen, die mich dann zurückwerfen. Aber das gehört zum Handball dazu.

CH: Die Saison geht nicht mehr lang, der Klassenerhalt ist quasi geschafft. Freust du dich auf die Sommerpause?

KK: Oh ja! Dadurch, dass ich Spieler bin und zwei Teams trainiere ist so eine Saison dreifach lang. Ich freue mich auf etwas Abstand und will aber vorher noch einen guten Abschluss mit den Männern hinlegen. Genauso wie mit den anderen Teams natürlich auch. Und dann freue ich mich auf die Vorbereitung.

"Wir müssen eben viel reden"

 

interview-kk-seitenlinieCH: Als Trainer der Frauen steckst du auch als Coach mitten in einem Entwicklungsprozess. Wird dir das nicht irgendwann zu anstrengend? Einspielen bei den Männern, Integration bei den Frauen, Entwicklung der Jugend... Klingt nach viel Stress.

KK: Definitiv! Körper und Geist steht viel mehr unter Belastung als sonst. Aber Coach der Frauen sein zu dürfen ist auch eine tolle Herausforderung. Die sind wir hier gemeinsam angegangen und es macht viel Spaß. Klar sieht man diese Entwicklung noch nicht an

den geholten Punkten, aber viele Mädels haben schon zwei, drei Schritte nach vorn gemacht. Das ist wunderbar. Zu allererst stand sowieso auf dem Plan, die ehemalige A-Jugend in den Frauenbereich zu integrieren. Dieser Prozess ist noch nicht zu 100 %

abgeschlossen, aber läuft.

Die männliche D-Jugend macht eine starke Entwicklung. Da sieht man, was ein hartes Jahr ausmacht. Und im 2. Jahr hat uns bisher noch niemand geschlagen, das ist eine Top- Entwicklung der Kinder und ich bin glücklich, dass zu sehen.

CH: Du könntest zum Spiel der Frauen mit der kompletten A-Jugend der Vorsaison antreten. Was muss im Integrationsprozess noch passieren?

KK: Wie schon angerissen, passt da noch nicht alles. Aber die Richtung ist die richtige. Wir dürfen jetzt nicht zu viel verlangen und ich selber muss mich da auch disziplinieren, die Erwartung nicht zu hoch zu schrauben. Ich bin glücklich mit dem Mix aus Erfahrung und

jugendlicher Leichtfüßigkeit.

CH: An einigen Stellen hakte es aber doch ziemlich. Aussprachen mussten her. Wie hast oder willst du diese Probleme unter Kontrolle kriegen?

KK: (lächelt) Man muss viel reden. Bei den Jungs sprechen wir weniger. Frauen sind eben eine Herausforderung und ganz anders. Aber Probleme gibt es überall. Ich will damit unsere Probleme nicht herunterspielen, aber ich habe mit Anpassungsproblemen

gerechnet und die müssen wir gemeinsam lösen.

CH: Bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

KK: Jain. Es gab Spiele, die man nur knapp verliert, weil wir uns zu viele Pause nehmen. Andererseits bin ich mit der Einzelentwicklung einiger Spielerinnen sehr zufrieden. Wenn wir da als Mannschaft noch gemeinsam zwei bis drei Schippen mehr drauflegen, dann sehe ich die nächste Saison sehr positiv.

interview-kk-massenCH: Welche Entwicklung steuerst du bei den Frauen im Sommer an?

KK: Die körperliche Fitness ist die Basis, die wir schaffen sollten. Dann können wir ein starkes Deckungsspiel aufbauen und unseren Gegner im Angriff dominieren. Mein oberstes Ziel ist es eine Mannschaft zu haben, die zusammen passt. Die Abwehr wollen zu einer Festung machen.

CH: Gibt es personelle Änderungen zur neuen Saison?

KK: Ja, Eileen Pfarr hat am Wochenende schon ihr zweites Spiel gemacht und zählt quasi zur neuen

Spielzeit als Neuzugang. Auch Lydia Bruchnow kommt zur neuen Saison wieder in den Kader. Beide haben jeweils gesunde Kinder zur Welt gebracht und für Nachwuchs im Verein gesorgt. Wir freuen uns, dass ihre Kinder gesund sind und sie in der neuen Spielzeit wieder mitwirken können.

 

Vielen Dank für das Interview und für die Zukunft viel Erfolg

 

Erleben Sie Kilian Kerbs in seiner Doppel-Rolle als Frauen-Trainer und Spieler der ersten Männermannschaft

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