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Frauen-Frust nach Absagenflut in der Kreisliga

Lieber Saisonabbruch als dieses Theatermtv frauen

Es herrscht Frust bei den MTV-Frauen. Immer wieder bereitet sich das Team auf die Spiele am Wochenende vor und kassiert dann einen Korb. Kurzfristig werden die Partien abgesagt. Eine Situation, die aufs Gemüt schlägt. Mehr...

Wieder einmal Spielvorbereitung im Training der MTV-Frauen. Wieder einmal wird trainiert. Das Team bespricht sich, wie der nächste Gegner bezwungen werden soll. Die Woche schreitet voran, die Tage bis zum Wochenende werden weniger und plötzlich purzelt die Nachricht rein: Das Spiel am Wochenende wird abgesagt! Täglich grüßt das Murmeltier derzeit im Alltag der MTV-Handballerinnen. 

In der Mannschaft macht sich mittlerweile Frust breit. Trainer Sven Neuendorf: „Die derzeitige Situation stört mich extrem. Das Team ist motiviert und freut sich trotz der zwei Niederlagen in diesem Jahr auf die Spiele. Wir bereiten uns vor und stellen dann fest, dass wir uns eigentlich auf nichts vorbereiten können. Das ist demotivierend, weil man dieses Hin und Her phasenweise einfach nicht nachvollziehen kann.“ Auch die Spielerinnen sind genervt. Torjägerin Sophia Maier: „Man freut sich, für das zu trainieren, was am Wochenende bevorsteht und als Team umzusetzen, was man sich vornimmt. Aber man kann sich erst am Spieltag selbst richtig sicher sein, dass das Spiel überhaupt stattfindet.“

16 Spiele hätten laut Kalender in der Kreisliga C der Frauen seit Jahresbeginn absolviert werden sollen. Gespielt wurden drei! Das sind gerade einmal 18,75 Prozent. Nicht einmal jedes fünfte Spiel wird also wirklich gespielt. Wünsdorf holte sich Niederlagen beim HSC Potsdam II (17:25) und bei Teltow-Ruhlsdorf II (22:26) ab. Dazu gewann Werder II im Februar mit 19:13 beim BSRK 1883. Bis zum 12. Februar wurde trotz de Re-Starts am 15. Januar gar nicht gespielt. Der HSV Falkensee II, der SC Trebbin und Motor Babelsberg haben im Jahr 2022 noch kein Spiel gemacht. Der BSRK 1883, Grün-Weiß Werder II, der HSC Potsdam II und Teltow-Ruhlsdorf II kommen auf je ein Spiel, Wünsdorf hat mit zwei Partien noch die meisten. Abteilungsleiter Denny Philipp: „Die Spielabsagen reißen auch immer wieder Löcher in die Organisation. Man kann als Abteilung nur sehr schwer planen.“

Absagen wie am kommenden Wochenende zerstückeln das Handballerlebnis in der Paul-Schumann-Halle. Um 12.00 Uhr sollte die A-Jugend spielen, um 14.00 Uhr dann die Frauen. Um 16.00 und 18.30 Uhr sollten die beiden Männermannschaften folgen. Durch die Absage des Frauenspiels ist ein Loch im Plan. Philipp: „Das ist organisatorisch für den Verein nicht schön – und auch für die Stadt Zossen und deren Hallenplanung nicht ideal, wenn zwischendurch die Halle zwei Stunden nicht genutzt wird.“ Es ist ein ständiges Umorganisieren des Spielplans. Ein Mehraufwand, der komplett ins Ungewisse führt. Der Spielplan gleicht mittlerweile einem Flickenteppich. Eine Lösung muss her.

Lieber Saisonabbrucht & Testspiele als weitere Absagen

Daher liegt aktuell der Vorschlag im Raum, dass nur noch die Hinrunde zu Ende gespielt wird. Jedes Team müsste dann auf sieben Spiele kommen. Wünsdorf hat derzeit sechs, Babelsberg kommt aber nur auf drei Partien, Und: Das MTV-Spiel bei Teltow-Ruhlsdorf II müsste wieder aus dem Kalender raus, weil dies bereits in die Rückrunde fällt. Heißt: Wünsdorf müsste nur noch gegen Falkensee II und Babelsberg antreten und die Saison wäre geschafft. Allerdings sagte Babelsberg jetzt frisch das für Samstag neu angesetzte Spiel aus der Hinrunde ab. Das sorgt für neuen Frust. Neuendorf enttäuscht: „Wir haben von der Absage nur über die NuLiga erfahren. Zum Trainerteam wurde im Vorfeld keinerlei Kontakt vom Gegner aus gesucht. Es ist wirklich nicht schön, wie hier derzeit mit dem Handballsport umgegangen wird. Das ist keine Art und Weise der Kommunikation.“ Die Meinung teilt auch Maier: „Es ist schade, dass andere Mannschaften da nicht die selbe Einstellung aufzeigen, wie wir sie aktuell haben.“ Denn die ist: Soweit Corona es zulässt, die Saison durchziehen. Aber dafür braucht man eben Gegner – und das ist derzeit das Problem.

Deswegen plädiert man beim MTV mittlerweile sogar für den Saisonabbruch. Neuendorf: „Ich bin dafür, dass wir die Saison abbrechen und nicht werten. Und dann fängt man im Herbst einfach neu an. Die ganze Geschichte jetzt immer weiter in den Sommer reinzuziehen und dann im September wieder mit der nächsten Saison loszulegen, halte ich nicht für sinnvoll.“ Mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Betreuerin Daniela Brunk sieht es so: „Wir machen dann lieber Trainingsspiele, die man verabredet und die dann wirklich stattfinden, als Woche für Woche Absagen zu kassieren.“ 

Bisher wurde noch keine Lösung gefunden. Eine Entscheidung steht aus. Maier: „Ich weiß nicht, ob es für das ganze Hü und Hott eine sinnvolle Lösung gibt. Ich finde, wir sollten alle endlich wieder Handball zocken, wie wir es gewohnt sind und man sich nicht jede Woche bis kurz vor dem Spiel Gedanken machen muss, ob man überhaupt spielt. Dieses Ziel sollten eigentlich alle Mannschaften verfolgen.“ Da dies aber offensichtlich derzeit nicht der Fall ist, fordert der Trainer nach den jüngsten Spielabsagen ein baldiges Handeln: „Ich stehe dem, was dort gerade gemacht wird, recht kritisch gegenüber. Ich frage mich, warum man sich solange von diesen ganzen Absagen auf der Nase rumtanzen lässt und hätte mir schon längst eine Entscheidung gewünscht.“ Die kann laut MTV derzeit nur in eine Richtung gehen: Abbruch! Das würde zumindest für Klarheit sorgen, auch wenn dies nur ein kleiner Trost ist. 

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