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Wölfe-Sieg gegen Dahlewitz 

Dieses Derby war großes Kino

mtv dahlewitz1Die Handballer des MTV Wünsdorf haben auch im fünften Spiel der neuen Saison keine Punkte abgeben müssen. Gegen die bis dahin ebenfalls unbesiegten Dahlewitzer gewannen die Wölfe mit 24:19 und bleiben so auf Platz 1 der Verbandsliga Süd. Mehr...

von Conrad Hipp
Fotos: Julia Ehmig

Die Ausgangslage vor dem Spiel erinnerte an alte Verbandsliga-Zeiten, in denen Dahlewitz und Wünsdorf an der Tabellenspitze der Staffel spielten. Damals hieß es in den Duellen oft: Erster gegen Zweiter! So auch diesmal. Beide Mannschaften gingen ohne Punktverlust in das Duell, wegen der besseren Tordifferenz war der MTV auf Platz 1. Beide Trainer sprachen vor der Partie von einem „Prüfstein“ und einer „Standortbestimmung.“

So begann das Derby entsprechend intensiv. Beide Mannschaften wählen den Weg, das Spiel über eine stabile Defensive anzugehen. Klappt gut. Die Wölfe drücken Dahlewitz gut raus, halten die Blau-Weißen vom eigenen Tor entfernt. Den Wölfen gelingt ein erster kleiner Vorsprung (5:3/9.). Doch auch Dahlewitz packt seine Trümpfe in der Abwehr aus und macht es mit der großen Reichweite ihrer langen Spieler schwer, durch die Abwehr durchzudringen. MTV-Trainer Ferenc Remes: „Die Mannschaft hat die letzten Jahre noch nie gegen so eine Abwehr gespielt. Wir haben es am Anfang sehr schwer gehabt.“ Es ist eine wahre Abwehrschlacht, die sich jetzt entwickelt. Bezeichnend dafür, dass sich der Spielstand ab der 9. Minute innerhalb von neun Minuten nur einmal verändert. Dahlewitz schafft über Alexander Effer das 5:4, sonst gewinnt die Abwehr alle Duelle. 

Danach nutzen die Wölfe eine doppelte Überzahl, um zumindest den alten Abstand wieder herzustellen (6:4/18.). Beide Mannschaften werden vor schwere Aufgaben gestellt, arbeiten in der Offensive aber sehr lösungsorientiert und suchen immer neue Wege, durch die Abwehrreihe des Gegenübers zu gelangen. Das gelingt dem MTV kurz vor der Pause besser. In den Schlussminuten bauen die Wölfe ihren Vorsprung von 6:4 auf 12:6 aus. Mit einem guten Vorsprung geht's in die Kabine. 

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Halbzeitstand: Wünsdorf – Dahlewitz 12:6

Was nach einem beruhigenden Halbzeitstand aussieht, entpuppt sich in diesem Spiel als äußerst knapp. Denn Dahlewitz kommt sehr aufmerksam aus der Kabine, erwischt die Wölfe kalt und agiert wach. Nach sechseinhalb Minuten ist der Abstand halbiert, 12:9 steht plötzlich auf der Tafel und das Derby droht zu einem echten Krimi zu werden. Remes: „Der Gegner kam sehr engagiert aus der Kabine. Da kam dann etwas Hektik auf. Die Abwehr stand nicht gut, wir wirkten müde.“ Eine Auszeit will Remes aber nicht nehmen. „Solche Situationen muss man auch einfach mal aussitzen.“ Per Siebenmeter bricht Lukas Seifert dann den Bann für die zweite Hälfte der Wölfe.

mtv dahlewitz3Neben den starken Abwehraktionen mischen sich auch die Torhüter ein. Im MTV-Kasten unterstreicht Carlo Hirsing seine derzeit starke Form und packt einige spektakuläre Paraden aus. Auf der Tribüne schaut Ex-Wölfe-Torwart Nils Barsch, der den MTV in diesem Sommer verlassen hatte und vor dem Spiel verabschiedet wurde, aufmerksam und zufrieden zu. Auf Dahlewitzer Seite bewirbt sich A-Jugend-Torhüter Damian Strauß in seinem ersten Spiel bei den Männern für weitere Einsätze. Der junge Keeper ersetzt den verletzten Stammkeeper Stefan Bombich gut und kassiert berechtigtes Lob nach dem Spiel. 

Zu der starken Abwehr kommen aber auch starke Offensivaktionen. Kreative Würfe werden sich erarbeitet, in der Offensive drückt Seifert mit zehn Toren dem Spiel seinen Stempel auf. Auf der Tribüne geben auch die Fans beider Mannschaften alles und sorgen für eine tolle Derby-Atmosphäre. Trotz begrenzter Zuschauerzahl geht jedem Handballfan bei dieser Stimmung das Herz auf. Auf dem Feld zeigt sich weiterhin ein hohes Level. Dahlewitz-Trainer Udo Bernhardt: „Wir haben hier ein ganz starkes Handballspiel gesehen.“ Auch Remes lobt das Niveau des Spiels: „Diese Partie hätte man problemlos eine Liga höher anbieten können.“

Nur mit den Entscheidungen der Schiedsrichter waren einige Akteure nicht immer einverstanden. Nach einer Abwehraktion von Seifert gegen Robert Lutze bekommt Dahlewitz den fälligen Freiwurf zugesprochen. Zu wenig aus Sicht der Blau-Weißen. Lutze meckert, wird mit einer Zeitstrafe vom Feld geschickt (45.). Nur wenige Augenblicke bekommt auch Trainer Bernhardt auf der Bank eine Verwarnung (46.). Die beiden Unparteiischen pfeifen das Spiel zwar durchgehend nach einer Linie und leisten sich nur wenige diskutable Entscheidungen, aber sie greifen oft sehr früh ins Geschehen ein anstatt die Szenen zunächst durchlaufen zu lassen. Phasenweise sorgt dies für Frust bei den Akteuren, weil schöne Abschlüsse früh weggepfiffen werden. Zum anderen stört es auch den Spielfluss dieser starken Partie. 

Diese haben die Wölfe zumindest vom Spielstand her mittlerweile wieder voll im Griff. Max Hawaleschka trifft per Konter zum 20:13 – die höchste Führung des Abends (50.). Doch Dahlewitz möchte noch nicht aufgeben und die Derby-Punkte wenn überhaupt erst nach 60 Minuten hergeben. So arbeiten sich die Gäste Tor für Tor heran. Nach dem Seifert einen Siebenmeter vergibt, zieht Bernhardt die Grüne Karte. 22:18 der Spielstand, noch viereinhalb Minuten auf der Uhr. Die letzte Chance für Dahlewitz, hier noch etwas mitzunehmen. Doch dann gibt's wieder eine Schiedsrichterentscheidung, die den Blau-Weißen nicht schmeckt. Den Spielleitern gefallen wiederum die Beschwerden nicht. Trainer Bernhardt und Spieler Magnus Walter kassieren Zeitstrafen – damit ist jede Chance auf einen Ausgleich verpufft. Von den letzten 2:42 Minuten muss Dahlewitz 2 Minuten in doppelter Unterzahl spielen. So kann man vier Tore nicht mehr aufholen.  

mtv dahlewitz4Und dann stimmen die MTV-Fans ein und singen: „Hier regiert der MTV!“ Mit dem Abpfiff kommen Gesänge wie „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“ von einer MTV-Mannschaft, die im Kreis umherspringt. Aber auch die Blau-Weißen aus Dahlewitz bekommen kräftigen Applaus von ihrem Anhang – und zwar völlig zurecht. Die beiden alten Rivalen zeigten ein packendes Duell auf sehr hohem Niveau. 

Am Ende bleiben die Punkte aber in Wünsdorf. 10:0 Zähler hat der MTV jetzt auf dem Konto. Nach fünf Spielen in fünf Wochen geht es jetzt in eine dreiwöchige Spielpause. „Das wird uns gut tun“, sagt Remes. Und was denkt der Trainer über den Start und Platz 1? „Wir haben jetzt in Ruhe Zeit, die nächsten Aufgaben anzugehen. Das ist eine gute Basis für den weiteren Verlauf der Saison. Mehr nicht.“

 

Wünsdorf – Dahlewitz 24:19 (12:6)

Wünsdorf: Volz, Hirsing – Seifert 10 (1/2), Pawlicki 6 (1/2), Hawaleschka 3, Klaus 2, Vogel 1, Gröpler 1, Neuendorf 1, Vikhrov, Schulz, Engel, Luchmann, Seegebrecht
Dahlewitz: Strauß, Telker – Effer 4, Walter 4 (4/4), Schobelt 3, Lutze 3, Nowak 1, Beier 1, Neumann 1, Höpken 1, Natusch 1, Kuhlow, Kost
Schiedsrichter: Chris Güttler / Rene Schreiber – waren bei Beschwerden konsequent und zeigten ihre Linie, unterbrachen aber oft frühzeitig das Spiel und brachten so den Spielfluss ins Stocken 
 
Gelbe Karten: Klaus, Pawlicki, Luchmann – Effert, Nowak, Schobelt, Bernhardt
Zeitstrafen: 3:6 (Neuendorf, Luchmann, Seegebrecht – 2x Lutze, Effer, Nowak, Walter, Bernhardt)

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