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Saison in den Kreisligen abgebrochen

So reagiert der MTV aufs frühe Saison-Ende wölfe gruppe

Nun ist es traurige Gewissheit. Bei fast allen MTV-Mannschaft heißt es bereits Ende März: Sommerpause. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie in Deutschland wurde der Spiebetrieb im Spielbezirk C vorzeit abgebrochen. In dieser Saison werden keine Punktspiele mehr stattfinden, der bisherige Spielbetrieb wird nicht gewertet. Wie gehen die Trainer mit dieser Entscheidung um und welches Fazit ziehen die MTV-Trainer? Mehr...

Seit 12. März steht der Spielbetrieb still. Und in den meisten Ligen wird er in dieser Saison auch nicht mehr aufgenommen. Der Handballverband Mittelmark beschloss am vergangenen Montag, dass im Spielbezirk C die Saison beendet ist. Es werden keine Punktspiele mehr ausgetragen. Bis auf die erste Männermannschaft werden also alle MTV-Teams bereits in die Sommerpause geschickt. Auf Landesebene steht die Entscheidung des Handballverbandes Brandenburg noch aus. Diese soll auch in Abstimmung mit dem DHB und den anderen Landesverbänden getroffen werden. 

vi tvaMTV-Abteilungsleiterin Christina Weigt erklärt: „Die Entscheidung über die Absage der Saison auf Kreisebene ist sehr vernünftig aus meiner Sicht. Eine Verschiebung ist unter der aktuellen Corona-Situation nicht absehbar. Für alle Vereine wäre es schwer, im Mai/Juni noch Hallentermine für offene Spiele zu organisieren.“ Das sieht auch die sportliche Leiterin Ellen Wendland so: „Es war bei der Entwicklung abzusehen, dass es so kommt. In der derzeitigen Situation ist es auch die richtige Entscheidung, die Saison zu beenden. Alles nachzuholen hätte für Verband und Vereine einen zu großen organisatorischen Aufwand bedeutet.“ Denn: Der Verband müsste zunächst die Spieltermine neu ansetzen. Im Anschluss daran müssten die Vereine mit den jeweiligen Städten und Gemeinden die Hallennutzung klären. Am Ende käme noch die Ansetzung der Schiedsrichter dazu. So viel zum Organisatorischen.

Weigt spricht aber auch den sportlichen Aspekt an: „Da sind wir mal ganz ehrlich. Ob auf dem entsprechenden Niveau weitergespielt werden kann, wenn alle Mannschaft fünf bis acht Wochen ohne Training sind? Das ist äußerst fraglich.“ Heißt: Selbst wenn ein Trainingsbetrieb wieder machbar wäre, bräuchte eine Mannschaft Zeit, um sich wieder abzustimmen und einzuspielen. Auch die Verletzungsgefahr wäre zu groß, wenn man ohne Training nach wochenlanger Pause wieder einsteigt. Weigt: „In erster Linie gilt es, alle MItglieder zu schützen, so dass wir alle gesund bleiben.“

Wie reagieren die Trainer auf das verfrühte Saison-Ende? „Aufgrund der aktuellen Situation denke ich, dass es die richtige Entscheidung ist“, sagt Nils Barsch, Trainer der 2. Männermannschaft. Als Spieler der ersten Mannschaft darf er noch auf eine Fortsetzung hoffen. Barsch: „Ich würde mich freuen, wenn auf Landesebene die Saison zu Ende gespielt wird.“ Für die Ligen ab der Landesliga aufwärts hat der HVB noch keine Entscheidung getroffen. Weigt: „Wir gehen davon aus, dass ebenso gehandelt wird, wie auf Kreisebene. Das ist vernünftig und gibt Planungssicherheit für die nächste Saison.“ 

Sollte man die Saison jetzt schon abbrechen oder sich Zeit geben? „Rein aus sportlicher Sicht hätte ich mir etwas Zeit verschafft und noch die Ferien abgewartet. Es ist schade, dass die Saison plötzlich vorbei ist. Ich hätte versucht, die Saison möglichst nah an die Sommerferien heranzuziehen, allerdings natürlich nur, wenn sich die Situation in den kommenden Wochen verbessert. Im Sinne der sportlichen Entwicklung ist das für die Kinder sehr schade“, sagt Jugendtrainer Denny Philipp. Allerdings würde eine Verschiebung des Saisonendes auch eine Verkürzung der Sommerpause betrachten. „Die Nachholspiele müssten alle in die eigentliche Saisonpause fallen, die eine Mannschaft sich auch verdient hat und die man auch einfach braucht“, merkt Frauen-Trainer Sven Neuendorf an. „Es ist eben eine schwierige Situation, weil man derzeit nicht abschätzen kann, wie lange die ganze Pandemie uns noch aufhalten wird.“

C-Jugend verpasst Kampf um die Vizemeisterschaft

Ebenfalls unklar, ob die Fortsetzung des Spielbetriebs einer Ausbreitung nicht doch wieder zusätzlichen Schwung verleihen würde. Selbst mit einem wirksamen Impfstoff würde es schließlich Monate dauern, bis man eine Ansteckung beim Handball ausschließen könnte. „Handball ist ein Kontaktsport und dementsprechend wäre die Ansteckungsgefahr recht groß“, fügt Roland Becker, Trainer der weiblichen B-Jugend hinzu. Seine Mannschaft ist mit nur einem ausgefallenen Spiel mit am wenigsten betroffen vom Abbruch. Für die weibliche B-Jugend stünde lediglich noch das Heimspiel gegen Tabellenführer MBSV Belzig auf dem Zettel. Für andere MTV-Teams wäre es sportlich noch um einiges gegangen. Die männliche C-Jugend lag zum Zeitpunkt des Abbruchs auf Platz 3. Philipp: „Den hätten wir mindestens halten wollen. Vielleicht wäre sogar noch Platz 2 drin gewesen.“ 

Rein aus sportlicher Sicht geht dem Team ein wichtiger Entwicklungsschritt verloren. Kurz vor der Pause verletzte sich Torhüter Erik I. Philipp erklärt: „Andere Spieler hätten dann die Verantwortung mittragen müssen. Das hat in den bisherigen Spielen, in denen er ausfiel, noch nicht ganz funktioniert, das hätte ich gern noch mehr gefordert und gefördert.“ Und weiter: „Mir fehlt im Schlussspurt die Erkenntnis, wie die Mannschaft mit Drucksituationen umgeht, wo es in wenigen Spielen um die oberen Plätze geht.“ Auf diese muss er nun verzichten.zurawski 2016

Sportlich trauern aber auch die anderen Trainer der Saison hinterher. „Natürlich ist es aus sportlicher Sicht sehr ärgerlich, weil wir auch gar nicht so schlecht dagestanden haben. Eine gute Platzierung wäre für uns allemal noch drin gewesen“, sagt Frauen-Trainer Neuendorf. Sein Team lag auf Platz 5, hatte noch zwei Spiele weniger auf das Team aus Teltow/Ruhlsdorf auf Platz 4 und hätte gern nochmal angegriffen. Zuletzt hatte das Team aber auch viele Ausfälle, die sich nun auskurieren können. Bei der männlichen B-Jugend stand die Saison ohnehin kurz vor dem Abschluss. Zwei Spiele hätten die ältesten Welpen noch gehabt, ihre Saison höchstwahrscheinlich auf Platz 3 beendet. Trainerin Stefanie Thiemes kann so ihr Fazit der Saison ziehen, sagt: „Unsere Jahrgänge 03/04 waren leider nie kontunierlich bei den Spielen verfügbar, so dass die jüngeren Spieler aus dem Jahrgang 05 oft doppelt gefordert waren in der B- und C-Jugend. Dennoch konnten wir viele Spiele auf Augenhöhe gestalten.“ 

Auch in den jüngeren Jahrgängen konnten die meisten Erkenntnisse gewonnen werden. Ellen Wendland, Trainerin der weiblichen C-Jugend: „Ein Großteil der Saison wurde ja zum Glück gespielt, so dass wir als Trainerteam unsere Erkenntnisse ziehen können und wissen, was wir für die kommende Saison zu tun haben.“ Das ist auch bei den Jüngsten im Spielbetrieb der Fall. „Die E-Jugend hat in ihrer ersten Saison eine ziemliche Berg- und Talfahrt hinter sich. Diese Erfahrungen haben wir aber zum Teil auch schon besprochen. Jetzt planen wir die Zeit nach Corona“, sagt Philipp, der neben der männlichen C-Jugend auch bei der E-Jugend aktiv ist. Philipp weiter: „Insgesamt kann mal als Trainer schon ein Fazit aus der Entwicklung der Spieler und der jeweiligen Mannschaften ziehen.“

Bei der 2. Männermannschaft kann zwar das Fazit aus der Saison schon ziehen, dem Team bleibt aber eine unterhaltsame Schlussphase untersagt. Mit Auswärtsspielen gegen Luckenwalde II, Dahlewitz II und Schöneiche II hätte das Team in vier Spielen noch drei Derbys vor sich gehabt. Barsch: „Sportlich wäre bei uns nicht mehr viel passiert. Wir hätten nur noch eine Menge Spaß gehabt.“ Dabei wäre es statistisch noch um Platz 4 gegangen, den sie sich aktuell punktgleich mit Dahlewitz und Schöneiche teilen. Spannung wäre also allemal noch geboten. Zusätzlich bitter: Barsch legt im Sommer sein Amt als Trainer nieder. Auch Außenspieler Marko Fredrich hängt seine Schuhe an den Nagel. Beiden bleibt somit eine Abschiedstour mit dem Team verwehrt. Der Noch-Coach: „Wir haben am Anfang der Saison zu viele Punkte liegen gelassen, uns dann aber wieder gefangen, gut aufgeholt und gezeigt, was wir gegen die gleichwertigen Mannschaften drauf haben.“ Unterhaltsam wären die letzten Spiele also dennoch geworden.

Als hätte die Saison nie stattgefunden...

Die sportlichen Erkenntnisse sind alles, was von dieser Saison bleiben. Offiziell wird die gesamte Spielzeit nicht gewertet. Statistisch ist es also so, als hätte die Saison nie stattgefunden. B-Jugendtrainer Becker: „Siegerehrungen sollte man auch sein lassen, weil es zum einen keine endgültigen Wertungen gibt und zum anderen es in der Situation einfach unangebracht wäre.“ Eine Situation, die dennoch neu ist für alle Sportler. Was bleibt ist der Blick in eine bessere und vor allem gesunde Zukunft. Weigt: „Diese Saison ist so knallhart unterbrochen worden, dass man damit einfach abschließen muss. Keine Wertung und auch keine Meister unterstreichen natürlich dieses Gefühl. Aber dafür kann ja auch keiner etwas, die höhere Gewalt hat uns gezeigt, was wirklich wichtig ist. Wir lassen aber nicht den Kopf hängen, für die harte Arbeit, die alle geleistet haben, möchten wir uns als Leitung hier auch nochmal herzlich bedanken!!! Bleibt weiterhin am (Hand-)Ball, gesund und munter!“ So fiebern die Wölfe sportlich einfach der neuen Saison entgegen. 

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