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Starke MTV-Quote bei Schöneicher Alu-Party

Wölfe holen sich die Stadtkrone zurück

woelfe derbyjubelDie Wünsdorfer Wölfe haben mit einem starken Mannschaftsauftritt das Zossener Stadtderby für sich entschieden. Die Wölfe siegten bei der SG Schöneiche mit 31:27, konnten sich damit nach drei Niederlagen in Folge endlich wieder mit einem Sieg belohnen und profitierten dabei besonders von einer starken Wurfquote. Mehr...

von Conrad Hipp
Fotos: Julia Ehmig

225 Tage nach dem die Wölfe in heimischer Halle die Stadtkrone von Zossen an die SG Schöneiche abgeben musste, hatte das Rudel wieder Lust auf die Krone. In die Mehrzweckhalle Mittenwalde reiste der MTV dementsprechend mit guter Laune und einer ordentlichen Portion Siegeswille. Mit dem Derbysieg sollte endlich die Niederlagen-Serie beendet werden. Nach dem 28:24-Erfolg über die TSG Lübbenau 63 II blieben die Wölfe drei Spiele in Folge ohne Punkt. 

Flügelspieler Max Hawaleschka vor dem Spiel: „Diese Durststrecke gegen unsere Nachbarn zu beenden, würde uns sehr gut tun.“ Dabei durfte vor allem ein unterhaltsames Spiel erwartet werden. Denn: Mit Schöneiche und dem MTV trafen die beiden Mannschaften mit dem höchsten Gegentoreschnitt aufeinander. Hawaleschka dazu: „Das Ziel muss sein, unsere schwachen Phasen in der Abwehr zu minimieren und unsere Stärken nach vorn auszuspielen.“

Der MTV beginnt und unterstreicht schnell den Siegeswunsch. Nach 28 Sekunden macht Egor Vikhrov das 1:0 für die Wölfe. Bereits nach einer Minute bestätigt die SG Schöneiche eine zweite Statistik, die gleichzeitig zum entscheidenden Faktor werden könnte. Mit einer Trefferquote von 64 % ist die SGS die zweitschwächste Siebenmeter-Mannschaft der Liga, die Wölfe haben mit 66% nur eine minimal bessere Quote. So kann Nils Barsch im Tor der Wölfe folgerichtig den ersten Siebenmeter der SGS parieren. Auf der Platte entwickelt sich dennoch ein enorm intensives Spiel mit vielen Offensivaktionen auf beiden Seiten. Trainer Matthias Wehlmann: „In der Abwehr haben wir zeitweise nicht mit genügend Ehrgeiz verteidigt, wir haben den Gegner nicht mit der nötigen Konsequenz festgemacht.“ So kann auch der ehemalige Wünsdorfer Levent Altin seinen ersten Glanzpunkt setzen, in dem er an zwei Wölfen vorbei geht und zum 4:4 trifft (6.). 

barsch paradeAber die Wölfe zeigen auch in der Offensive ihr Potenzial und lassen auch den Nachwuchs dabei voll mitziehen. Lukas Kuschel trifft direkt danach wieder zur 5:4-Führung, macht kurz darauf auch das Tor zum 6:7 (10.). Ein heißes Duell mit deutlich mehr Toren als Spielminuten, in dem die Wölfe vor allem offensiv immer wieder Akzente setzen konnten. So lässt sich der MTV auch von der ersten Führung der SGS nicht beeindrucken. Lars Baumann stellt mit einer heißen Rückraum-Fackel den Ausgleich wieder her, legt wenige Sekunden später den Ball sehenswert auf Justin Rackwitz an den Kreis – 8:9 (15.). Wehlmann: „Es wurde sehr wenig durch Einzelaktionen entschieden. Die Mannschaft hat die Positionsangriffe sehr gut gespielt und so gute Chance erarbeitet, die auch dann effektiv genutzt wurden.“ Denn: Die Wölfe sind in der Wurfquote extrem effektiv, leisten sich im gesamten Spiel nur 13 Fehlwürfe – Saisonbestleistung.

Wenn die Wölfe zum Abschluss kommen, zeigen sie sich extrem hungrig und bissig. So lässt sich auch Tim Becker beim Konter nicht vom Torwurf abbringen. Trotz Notbremse von Schöneiches Pascal Werner bringt er den Ball per Torwart-Tunnel im Kasten unter, trifft so zum 8:10. Die Notbremse ahndet das ruhige und sehr seriöse Schiedsrichtergespann Jonas Günther / Rico Scheunig dennoch völlig korrekt und schickt Werner bereits in der 17. Minute vom Feld. Der MTV kann sich jetzt etwas wegarbeiten. So setzt sich das Rudel bis zur Pause auf 16:12 und stellt damit schon die Weichen auf Derbysieg.

Halbzeitstand: SG Schöneiche – Wünsdorfer Wölfe 12:16

Hälfte zwei beginnt mit einem Treffer der SGS, dann geht's wieder an die Siebenmeterlinie. Insgesamt fünf Schützen traten in der ersten Hälfte bereits an der Siebenmeterlinie an. Die Ausbeute: Ein Treffer bei sechs Versuchen. Enrico Raasch, der in Hälfte eins bereits im ersten Versuch scheiterte, bringt den Ball wieder nicht unter. Im gesamten Spiel trifft die SGS nur fünf von elf Versuchen (Quote: 45%). Wehlmann gibt zu: „Wirft Schöneiche die Siebenmeter rein, sieht es schlechter für uns aus.“ Immer wieder lassen sich die Gastgeber aber von Barsch im Wölfe-Tor verunsichern, scheitern entweder am Wölfe-Schlussmann oder auch mehrmals am Aluminium.

wendland sgs mtvDoch trotzdem bleibt der Derby-Sieg weiter unsicher. Auch wenn die Wölfe im Angriffsspiel sehr geschlossen agiert und die Torchancen effektiv zu Ende bringen. Es hakt im Umschaltspiel. Wehlmann: „Nach Ballgewinnen waren die Vorwärtsbewegung allerdings nicht gut. Wir haben zu viel Bälle bei Kontersituationen verloren. Da sind viel zu viel Bälle verloren gegangen.“ Immer wieder wechselt der Ballbesitz, weil der MTV im schnellen Gegenstoß nicht exakt spielt. So entsteht beispielsweise auch in der 41. eine Kontersituation für die SG Schöneiche, die aber von Paul Gröpler mehr als sehenswert geklärt wird. Mit einem Mega-Sprint verfolgt er seinen Gegenspieler, klaut diesem vor dem Wurf sauber den Ball aus der Hand. 

Dennoch: Unnötige Ballverluste halten die Gastgeber im Spiel. Zumal die SGS nun auch endlich einen Siebenmeterwerfer gefunden hat. Ex-Wolf Altin trifft zwei Strafwürfe hintereinander. Doch dann schwächt sich die SGS selbst. Als Altin gerade eine Zeitstrafe auf der Bank absitzt, bekommt Schöneiche erneut einen Siebenmeter zugesprochen. Unüberlegt soll diesen natürlich Altin machen – wenn schonmal ein sicherer Schütze gefunden ist – allerdings darf der noch nicht wieder aufs Feld. Als er sich den Ball nimmt fällt das Missgeschick auf und Altin kassiert die nächste Zeistrafe. Bitter für den Rückraumspieler, der sich gegen seine alten Kollegen gut verkaufte und ein gutes Spiel aufs Parkett brachte.

So kann Schöneiche zwar in Schlagdistanz bleiben, aber den Rückstand nicht mehr egalisieren. Dafür sorgen auch die beiden MTV-Nachwuchsspieler. Nach dem Kuschel bereits in der Anfangsphase auffällig wurde, hinterlässt jetzt auch Dominik Zühl seinen Eindruck. Kaum eingewechselt, holt er einen Siebenmeter raus, macht aus zwei weiteren Wurfchancen noch zwei Tore. Und so feiern die Wölfe das Ende der Niederlagen-Serie und setzen sich wieder die Stadtkrone auf.

In der kommenden Woche will der MTV dann nachlegen. Dann kommt der HC Spreewald II ins Wolfsrevier. Vor dem Spiel gegen das Tabellenschlusslicht warnt der Trainer aber: „Wir müssen uns trotz des Derbysieges in allen Belangen steigern, um auch im nächsten Spiel zu punkten.“

SG Schöneiche – Wünsdorfer Wölfe 27:31 (12:16)


SG Schöneiche:
 Schiffmann, Sitek, Drewelow – M. Große 7 (0/1), Altin 5 (3/3), Raasch 3 (0/2), Ehmke 3, Krüger 3 (1/2), T. Gensichen 3 (1/2), Holz 2, Günther 1 (0/1), Pa. Werner, Eggen
Wünsdorfer Wölfe: Barsch, Hirsing – Vikhrov 6 (1/1), Kuschel 5, Hawaleschka 5, N. Seegebrecht 4 (4/4), Baumann 4, Gröpler 2 (0/1), Zühl 2, Wendland 1, T. Becker 1, J. Rackwitz 1, D. Becker
Schiedsrichter: Jonas Günther / Rico Scheunig

Gelbe Karten: Raasch, M. Große, Ehmke – J. Rackwitz, Wendland, N. Seegebrecht
Zeitstrafen: 5:7 (2x Altin, Pa. Werner, Holz, Raasch – 2x Hawaleschka, 2x T. Becker, D. Becker, J. Rackwitz, N. Seegebrecht)
Rote Karten: Pascal Werner (SG Schöneiche/17. wegen einer Notbremse)
Blaue Karten: –

Siebenmeter: 5/11 (45,45%) – 5/6 (83,33%)
Wurfquote: 27/51 (52,94%) – 31/44 (70,45%)