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Überragender Team-Erfolg gegen Schlaubetal

Wölfe-Party zum Saison-Finale
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Die Wünsdorfer Wölfe haben sich mit einem krachenden Heimsieg gegen die HSG Schlaubetal in die Sommerpause verabschiedet. Dank des überzeugenden 32:28-Sieges sicherten sich die Wölfe auch Platz 6 in der Endabrechnung der Saison und bestätigten damit die Platzierung aus der Vorsaison. Basis für den Sieg war dabei eine wahre Energie-Leistung der gesamten Mannschaft, die beim letzten Spiel der Saison einen unbändigen Siegeswillen zeigten. Mehr... 

von Conrad Hipp
 Fotos: Julia Ehmig

mtv hsg hawa konterDie Stimmung unter den Wölfen war ziemlich ausgelassen, als man am Abend gemeinsam das Fest der Vereine in Zossen besuchte. Der Grund dafür war klar: Zuvor zeigte die Mannschaft wohl ihre beste Saisonleistung und verabschiedete sich mit einer Heim-Party in die Sommerpause. Die Wölfe hatten nach der deutlich zu hohen Pleite in Fredersdorf den WIllen entwickelt, unbedingt mit einem Sieg in die Sommerpause zu gehen. Das Los dabei durchaus schwer. Mit der HSG Schlaubetal hatte man den Tabellendritten zu Gast. Mit einer großen Überraschung hätte die HSG sogar noch auf Platz 2 springen können. Notwendig dafür wäre aber eine Pleite der TSG Lübbenau II gegen Chemie Guben zur gleichen Zeit gewesen – und eben ein eigener Sieg, möglichst hoch. Das wollte der MTV aber zu verhindern wissen.

Die Wölfe beginnen mit einer ungewohnten Abwehrformation. Statt groß und kräftig steht der MTV mit seinen schnellen Leuten hinten drin. Eine Taktik, die voll aufgeht. Nach dem 1:0  der Gäste fängt im zweiten Angriff Egor Vikhrov den Pass der HSG ab, setzt den Konter schneller um als die Gegenspieler gucken können - 1:1 (2.). Beiden Teams merkt man früh im Spiel an, dass der Saisonabschluss kein gemeinsames Kaffeekränzchen wird. Die Spieler beider Seiten werfen alles rein, wollen das Spiel unbedingt gewinnen. Zunächst geht die HSG so mit 4:2 in Führung (5.), danach schaffen die Wölfe den Ausgleich (9.). 

So gestaltet sich auf dem Feld ein Spiel mit dem Feuer eines Meisterschaftsendspiels. Beide Mannschaften arbeiten in der Abwehr und im Angriff an ihrer bestmöglichen Performance. Der Tabellendritte aus Müllrose kann in der ersten Hälfte immer wieder vorlegen, aber die Wölfe haben ihre Zähne heute scharf geschliffen. Das 6:8 wird zum 9:9 umgemünzt, die Wölfe haben auf die HSG-Fragen an die Mannschaft starke Antworten parat. Die liegen vor allem in der kämpferischen Einstellung und der Bereitschaft, für den Nebenmann und das Team auch mehr als den letzten Schritt zu gehen. Allerdings gerät kurz vor der Pause die Euphorie ins Wanken. 15 Sekunden vor dem Pausenpfiff erzielt Normen Ermling das 10:14. Müssen die Wölfe also doch wieder Punkte abgeben? Die Antwort gibt das Rudel in Hälfte zwei.

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Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe - HSG Schlaubetal 11:14

Die Wölfe treten trotz nur drei Siegen und vieler Enttäuschungen in der Rückrunde mit breiter Brust auf die Platte. Nach dem die HSG durch ihren Scharfschützen Mateusz Krzyzanowski mit 16:12 vorlegen (33.), drücken die Wölfe die Gangschaltung noch einmal in den Vollgasmodus. 38. Minute: Die starke und flinke Wölfe-Abwehr zwingt die HSG mal wieder zu einem Fehler, dann geht's fix. Max Hawaleschka bedient Vikhrov, der gibt ihn wieder zurück zu Hawaleschka. Trotz naher Gegenspieler lassen sich die beiden jungen Wölfe nicht von der Bedrängnis beeindrucken, ziehen zielstrebig den Konter durch und verkürzen so auf 14:16 (37.).

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Die HSG fordert den MTV, weil auch die Gäste mit Vollgas Handball spielen, sich im Angriff flexibel und gut strukturiert zeigt. So gelingt der HSG erneut, die Führung auszubauen. 14:18 aus Wölfe-Sicht, 20 Minuten vor dem Ende. Ein Spiel, bei dem man sich jetzt schon eine Verlängerung wünscht. Die einzigen, die sich an das extrem starke und unterhaltsame Spielniveau nicht anpassen können, sind die Schiedsrichter. Binnen 60 Sekunden gibt es eine Zeitstrafe gegen Schlaubetals Matthias Stalla und anschließend gegen Wünsdorfs Tim Wendland. Die Entscheidung korrekt, nur leider schicken die Referees in beiden Fällen den falschen Spieler vom Feld. Solche Kleinigkeiten ziehen sich leider durch die gesamte Partie. Das Positive: Beide Mannschaften lassen sich in einem sehr fair geführten Match von der fehlenden Linie überhaupt nicht beeindrucken. Denn die Spieler wollen sich einfach nur mit einem Fest in die Sommerpause verabschieden. Und dazu fehlt jetzt noch der knappe Spielstand.

mtv hsg seegeZwischen der 39. und 45. Minute legen die Wölfe einen 6:1-Lauf auf die Platte, stellen so von 14:18 plötzlich auf 20:19. Nun bekommen die Zuschauer also nicht nur ein ansehnliches und faires Spiel, sondern auch noch ein Krimi. 48. Minute: Die Wölfe gönnen sich einen Fehlwurf. Beim Einwurf von der Ecke schaltet Tim Wendland schnell, bedient bei fehlender Deckung den freien Nils Seegebrecht, der zum 23:21 und damit seine überragende Leistung unterstreicht. In Zahlen: Neun Tore, dazu bereitet er fünf Treffer vor. Doch wie zuvor beim 21:19 schafft es die HSG, die Partie wieder auszugleichen. Aus 21:19 wird ein 21:21, aus dem 23:21 das 23:23. Und die Wölfe ackern immer weiter. Durch das ständige Bearbeiten des Offensivspiels werden die Angriffe der Gäste langsam unstrukturierter. Grund genug für die Abwehr, noch einen Gang hochzuschalten. Dazu zeigt Nils Barsch im Tor an diesem Tag einige starke Paraden. Zwar nicht überdurchschnittlich viel, aber dafür dem Spiel entsprechend spektakulär. 

So gehen die Wölfe wieder mit zwei Treffern in Führung, nur diesmal hat die HSG keine Antwort mehr. Der Trick: Einen Freiwurf vor der Abwehr will Krzyzanowski aus der Drehung direkt ausführen. Barsch rechter Arm hebt sich mit einem Blitz-Reflex, der Ball fliegt übers Tor. Im Gegenzug packt Sven Neuendorf per Siebenmeter das 26:23 drauf, Paul Gröpler legt das 27:23 nach (53.). Stark: Bei den Wölfen tragen sich acht Spieler in die Torschützenliste ein. Das Offensivspiel der Wölfe zeigt sich im Saisonfinale flexibel, abwechslungsreicht und extrem zielstrebig. So bricht kurz vor dem Ende dann endlich die Moral der Gäste. Seegebrecht erzielt noch die Tore 29, 30 und 31, bevor Vikhrov nach einem Ballgewinn zuvor das letzte Wölfe-Tor des Abends erzielt. Der flinke Flitzer wird nach dem Spiel zum Man of the Match gekürt, ist wie seine Teamkameraden am Ende der Kräfte aber überglücklich. 

mtv hsg vikhrov konterDer Star des Abends ist aber ohnehin die Mannschaft, die sich mit einer krachenden Leistung in die Sommerpause verabschiedet. Das Beste kommt zum Schluss - so auch bei den Wölfen, die gegen die HSG ihre wohl beste Gesamtleistung in Abwehr und Angriff an diesem Tag zeigen und am Ende einen 32:28-Sieg feiern können. Dadurch sichern die Wölfe Platz 6 in der Liga und können auch vor dem Reviernachbarn Blau-Weiß Dahlewitz (nach dem 24:24 gegen die SG Schöneiche mit einem Punkt Rückstand auf Platz 7) ins Ziel einlaufen.

Neben der Party wird es aber nach dem Spiel noch emotional: Sven Neuendorf verabschiedet sich aus der Mannschaft. Der Rückraumschütze wird sich aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen als aktiver Spieler zurückziehen. Dem Verein bleibt er jedoch als Co-Trainer der Frauenmannschaft und Vereinspräsident erhalten. Als Spieler wird man ihn mindestens in der kommenden Saison jedoch nicht mehr auf dem Feld sehen. Aber: "Vielleicht erlaubt es mir meine Gesundheit, in zwei oder drei Jahren noch mal ein paar schöne Tore hier zu zeigen." Nach so einer Mannschaftsleistung lässt sich der Ausstand aber etwas leichter feiern und so genießen die Wölfe ihren versöhnlichen Saisonabschluss auch nach dem Spiel wie zuvor auf dem Feld als Mannschaft geschlossen beim Kaltgetränk auf dem Fest der Vereine.

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Wünsdorfer Wölfe - HSG Schlaubetal 32:28 (11:14)

Wünsdorfer Wölfe: Barsch (2/3 gehalten), Hirsing - N. Seegebrecht 9 (3/5), Neuendorf 5 (3/3), Hawaleschka 4, Wendland 4, Vikhrov 3, Gröpler 3, Klaus 2, D. Becker 2, T. Becker, J. Rackwitz, Baumann, Philipp
HSG Schlaubetal: Wamka, Möbus - Krzyzanowski 8 (0/1), Korau 6, M. Stalla 5, Eschenbach 4, Kaberidis 3 (1/2), Ermling 2, Hallert, M. Jüterbock
Schiedsrichter: Torsten Günnel / Martin Otto - konnten sich dem starken Spielniveau oftmals nicht anpassen, ließen eine klare Linie vermissen und leisteten sich einige nicht spielentscheidene Fehlentscheidungen, die sich glücklicherweise nicht auf die Spielweise oder den Verlauf auswirkten

Gelbe Karten: Gröpler, Klaus, Wendland - Krzyzanowski, Hallert, Ermling
Zeitstrafen: 5:6 (2x Gröpler, Hawaleschka, Neuendorf, Wendland - 2x Hallert, 2x M. Stalla, Kaberidis, Eschenbach
Rote Karten: -
Blaue Karten:

Siebenmeter: 6/8 (75%) - 1/3 (66%)
Wurfquote: 32/49 (65,31%) - 28/48 (58,3%)