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MTV hält lange Zeit gut mit

Zu hohe Pleite für die Wölfe
abwehr osg mtv

Die Wünsdorfer Wölfe mussten sich beim letzten Auswärtsspiel der Saison mit einer hohen Niederlage auf die Heimreise verabschieden. Bei der OSG Fredersdorf-Vogelsdorf verlor das Rudel am Ende mit 16:25. Ein Ergebnis, welches deutlich zu hoch ausfällt und keineswegs den Spielverlauf widerspiegelt. Dort hatte der MTV lange Zeit gut mitgehalten. Mehr...

Sportlich ist die Saison für die Wölfe eigentlich vorbei. Weder nach oben noch nach unten kann der MTV große Sprünge machen. Dies führte bereits in den vergangenen Wochen zu Formschwankungen. Beim Tabellenvierten und Liganeuling OSG Fredersdorf-Vogelsdorf wollte das Rudel aber noch einmal richtig angreifen. Voller Motivation ging es in die Partie. Der feste Wille, hier etwas mitzunehmen, war von Beginn an klar spürbar. 

Die OSG wollte nach dem 25:23-Erfolg im Hinspiel nun einen deutlicheren Sieg herausspielen, kommt offensiv mit viel Druck. Doch die Abwehr der Wölfe funktioniert von Beginn an, lässt wenig gute Würfe zu. Unglücklich: Früh im Spiel sammelt der Gastgeber einige Siebenmeter ein. Doch im Tor hat MTV-Keeper Carlo Hirsing zum richtigen Frühstück gegriffen. Erst beim vierten Siebenmeter gelingt Max Haida ein Treffer - und das auch erst mit dem Abpraller. „In der Abwehr haben wir sehr gut gestanden, hatten dazu einen starken Torhüter dahinter“, lobt Trainer Matthias Wehlmann. Die Wölfe sind in der Abwehr sehr präsent, machen es der flexiblen Offensive der OSG sichtlich schwer. Nur im Angriff fehlt die letzte Konsequenz. Das ungewohnte Spiel mit dem Kleber ist für die Wölfe eine ziemliche Umstellung, dadurch fehlt die Präzision im Wurf. Die Bilanz: In Hälfte eins produziert der MTV 16 Fehlwürfe. Dennoch geht es dank eines Treffers von Tim Becker kurz vor der Sirene nur einem Rückstand von zwei Toren in die Kabine.

Halbzeitstand: OSG Fredersdorf-Vogelsdorf – Wünsdorfer Wölfe 10:8

Der Beginn der zweiten Hälfte gehört nun dem MTV. Binnen drei Minuten gelingt durch Treffer von Nils Seegebrecht und Egor Vikhrov der Ausgleich zum 10:10. „Die Mannschaft wollte unbedingt punkten, dass hat sie auch auf dem Feld gezeigt,“ sagt Wehlmann. Nach dem Ausgleich aber hat wieder die OSG die besseren Momente, kann sich die Führung wieder zurückholen. Das liegt auch daran, dass die Wölfe sich über den Spielverlauf hinweg einfach zu viele Fehlwürfe gönnen. Dennoch: Auch wenn die Hausherren bemüht sind, sich abzusetzen, die Wölfe sind bissig und zerrig. Mit dem Ticken der Uhr wird auch das Aufregerpotenzial in der Halle größer. Die 45. Minute: Nach einem Konter gibt es Aufregung um eine Abwehr-Aktion von Max Hawaleschka, der seinen Gegner beim Konter stoppte. Die Entscheidung: Siebenmeter, Zeitstrafe – berechtigte Entscheidung. Danach beginnt der Fotograf der OSG eine lautstarke Diskussion mit der Wölfe-Bank, redet lautstark auf Wölfe-Co-Trainer Elmar Klotz-Urbaniak ein. Auch wenn die Schiedsrichter direkt daneben stehen, bleibt dieses Wortgefecht völlig unbeachtet.

Ach Minuten vor dem Ende trifft Erik Klaus zum 17:15 und läutet damit eine Schlussphase mit einigen Aufregern ein. Mit dem Siebenmeter kassiert die OSG auch endlich ihre erste Zeitstrafe im Spiel. Danach müssen Seegebrecht und Gröpler runter. Die OSG kann so ihren Vorsprung zunächst auf vier, dann auf sechs Treffer ausbauen. Vier Minuten vor dem Ende sind so die Punkte verteilt. Dennoch wird es hitzig. 12 Meter vor dem eigenen Tor lässt sich OSG-Verteidiger Sascha Dittrich nach einer Berührung von Klaus theatralisch fallen. Völlig überraschend zieht das Schiedsrichtergespann die Rote Karte. Im selben Zug steht der eben so überhart angegangene Dittrich wieder auf als wäre nichts gewesen, hat sogar schon wieder die Energie, das mitgereiste Wünsdorfer Publikum zu provozieren. Eine Schauspiel-Einlage, auf die Schiedsrichter Lothar Opitz komplett hereinfällt. Es ist der Strich unter einer insgesamt schwachen Schiedsrichterleistung, in der zu keiner Zeit des Spiels eine klare Linie erkennbar war. 

Die Rote Karte bricht die Moral der Wölfe vollends und zerstört die Ordnung. In der Offensive wird den Wölfen nun kein einziger Freiwurf mehr zugesprochen. Stattdessen schaltet die OSG schnell um, erzielt noch vier Tore in drei Minuten und treibt so den Vorsprung so hoch, wie sie ihn spielerisch nicht auf die Platte bringen konnten. Für die Wölfe bleibt am Ende nur, die positiven Dinge aus dem Spiel mitzunehmen und sich vom Endstand nicht zu sehr blenden zu lassen.

OSG Fredersdorf-Vogelsdorf – Wünsdorfer Wölfe 25:16 (10:8)

OSG Fredersdorf-Vogelsdorf: Szameit, Glowik – Haida 7 (4/7), Schöps 5, Weihs 4 (0/1), Schneider 3, Dittrich 3, Bernicke 2, Huber 1, Dreßler, Barnow, Tietz
Wünsdorfer Wölfe: Hirsing, Barsch – Hawaleschka 4, Wendland 3, Neuendorf 3 (2/3), Baumann 1, Vikhrov 1, Klaus 1, Gröpler 1, T. Becker 1, J. Rackwitz 1, D. Becker, N. Seegebrecht, Wehlmann
Schiedsrichter: Lothar Opitz / Indra Richter – ließen über die gesamte Spielzeit gerade bei der Verteilung von Zeitstrafen eine klare Linie vermissen, lagen mit der Roten Karte in der Schlussphase komplett daneben

Gelbe Karten: Bernicke, Dittrich – Wendland, D. Becker, Wehlmann
Zeitstrafen: 1:7 (Barnow – 2x Klaus, Vikhrov, Gröpler, Hawaleschka, Baumann, N. Seegebrecht)
Rote Karten: Erik Klaus (Wünsdorfer Wölfe/57.)
Blaue Karten: –

Siebenmeter: 4/8 (50%) – 2/3 (66,6%)
Wurfquote: 
25/47 (53,19%) – 16/41 (39%)