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Nur 25 Minuten ordentliche Abwehr

Wölfe stellen wieder auf Null

hawa klaus mbsv mtv

Die Wünsdorfer Wölfe haben ihren starken Auftritt gegen den HC Spreewald II gleich im nächsten Spiel wieder egalisiert. Gegen den MBSV Belzig verloren die Wölfe mit 30:31, zeigten dabei über weite Strecken eine sehr müde Abwehrleistung und kassierten damit bereits zum sechsten Mal in dieser Spielzeit 30 oder mehr Tore. Mehr...

 von Conrad Hipp

Nach sieben Niederlagen in acht Spielen zeigten die Wölfe beim 33:23-Sieg über den HC Spreewald II wieder richtigen Biss. Endlich stimmte das mannschaftliche Auftreten wieder, endlich wurde wieder intensiv verteidigt, endlich wurde wieder konsequent offensiv gespielt. Die Vorstellung war überzeugend und machte Hoffnung, dass in der Schlussphase der Saison die Leistungskurve der Wölfe noch einmal nach oben geht. Mit guter Hoffnung reisten die Wölfe so mit dem Bus nach Belzig. Gegen den MBSV gab es im Hinspiel einen überzeugenden 29:19-Sieg, auch im Rückspiel sollten die Punkte her und somit eine kleine Serie gestartet werden. So der Plan.

Personell steht Kreisläufer Tim Becker aus der zweiten Mannschaft erstmals in dieser Saison im Kader der ersten Mannschaft. Dazu schürt Co-Trainer Elmar Klotz-Urbaniak als Torhüter die Schuhe. Nils Barsch laboriert weiterhin an einer Fingerverletzung, Nils Andreas, der in der Vorwoche als Back-Up im Kader stand, war mit der zweiten Mannschaft unterwegs. Da Carlo Hirsing angeschlagen durch die Woche ging, saß Klotz-Urbaniak für den Notfall auf der Bank. Dazu fehlte Leroy Ulbrich verletzt.

Ins Spiel: Von Beginn agiert der MBSV sehr wach in der Abwehr. Den Wölfen mit einer gut heraus rückenden Abwehr das Leben schwer gemacht. Die Belziger sind von Beginn an heiß, wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen. Das zeigen die Märkischen mit einer geladenen Körperspannung und der frühen 2:0-Führung (4.). Die Wölfe hingegen haben in der Offensive ihre Probleme, sich bis zum Kreis vorzuarbeiten. Zwar stimmt der Druck auf die Abwehr, aber es können schlichtweg nicht die entscheidenen Lücken gerissen werden. In der Abwehr bekommen die Wölfe indes noch weniger Zugriff. Stolze acht Tore kassieren die Wölfe in den ersten 12 Minuten, weil die Wölfe zu spät oder erst gar nicht herausrücken und somit den Hausherren viel zu viel Freiräume lassen. 

Erst kurz vor der Pause beißen sich die Wölfe ins Spiel. Nach dem die Abwehr zuvor ihren Torhüter Carlo Hirsing sträflich im Stich ließ, versucht Notfall-Keeper Klotz-Urbaniak in den letzten Minuten vor der Pause aus dem Tor neue Impulse zu setzen. Die MTV-Abwehr steht nun kompakter, so dass der bereits angestaute 8:16-Rückstand bis zur Pause noch auf 15:18 verkürzt werden kann. Denn in den letzten sieben Minuten vor dem Pausentee spielen die Wölfe den Handball, der ihnen liegt. Aus einer stabilen Deckung den Gegner zu Fehlern treiben, schnell umschalten und abschließen. So gelingen dem MTV in sieben Minuten neun Tore, in den 23 Minuten zuvor nur sechs.

becker mbsv mtv

Halbzeitstand: MBSV Belzig - Wünsdorfer Wölfe 18:15

In Hälfte zwei spielt der MTV nun aktiver mit. Der Druck auf die Abwehr wird nun höher, allerdings fehlt die Konsequenz im Abschluss. Aber: Der MTV hält zumindest den Rückstand, lässt ihn nicht wie in Hälfte eins deutlich anwachsen. Es dauert aber bis zur Schlussphase, bis der MTV endlich das Kommando übernimmt.

Erst in den letzten 20 Minuten bekommt der MTV Kreisläufer Maximilian Kernke in den Griff. Der Belziger durfte in den 40 Minuten zuvor am Kreis nahezu alles, erzielte insgesamt 12 Tore, sechs davon frei aus dem Feld. Acht Tore schenkte er dem MTV bereits schon in Hälfte eins ein. Die Wölfe bauen nun die Abwehr um, sind auch im Angriff endlich konsequent. Die Folge: Über die zweite Welle gelingt Tim Wendland der Anschlusstreffer zum 25:24 (44.). 

Die Schlussviertelstunde: Das Aufbäumen der Wölfe verpufft nach einem Siebenmetertor und zwei Treffern von Georg Wendland. Belzig führt nun wieder mit vier Toren, ein hartes Brot für die Wölfe. Wieder rennt der MTV einem Rückstand hinterher, aber durch Tore von Max Hawaleschka und Dirk Becker stellen die Wölfe auf 28:26. Noch 12 Minuten. Die Wölfe haben den erneuten Anschluss öfter auf der Hand, aber die Chancenverwertung tut in dieser Phase ihr Übriges. Zwar erarbeiten sich die Wölfe in der zweiten Hälfte sieben Würfe mehr als in Hälfte eins und werfen acht Bälle mehr aufs Tor als der MBSV in Hälfte zwei, aber die Ausbeute ist zu gering. Das 28:27 gelingt schließlich doch, nach zuvor fünf torlosen Minuten. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende erzielt Erik Klaus sogar das 29:29. Der Ausgleich! Klaus trifft auch kurz darauf zum 30:30. Aber Belzig will sich diesen Sieg am Ende nicht vom Brot nehmen lassen. So ist es Kernke, der 60 Sekunden vor dem Ende per Siebenmeter zum 31:30 einnetzt. Nach der Sirene erhalten die Wölfe noch einen Freiwurf, der aber nicht den Weg ins Tor findet.

Am Ende verlieren die Wölfe unglücklich mit einem Tor. Auf die gesamte Spielzeit gesehen geht der MTV aber mit der Erkenntnis nach Hause, das 25 Minuten konsequente Abwehrarbeit nicht ausreichen, um ein Spiel zu gewinnen. Die Wölfe suchen weiterhin ihren Platz in der Liga. Die Bilanz: Acht Pleiten aus zehn Spielen. Tabellarisch kann den Wölfen nichts mehr passieren. Ligaintern geht es eigentlich nur noch um die Kreismeisterschaft. Die führt derzeit Blau-Weiß Dahlewitz mit 13 Punkten an, die Wölfe liegen einen Zähler dahinter. Vielleicht rücken die Wölfe diese Konstellation noch zurecht.

MBSV Belzig - Wünsdorfer Wölfe 31:30 (18:15)

MBSV Belzig: Schröter, Rudolph - Kernke 12 (6/6), Wernicke 7, G. Wendland 5, Meyer 3, Paul 3, Dalibor 1, Hainke, Galle, Hübeler, Dreer, Richter, Wilck
Wünsdorfer Wölfe: Hirsing, Klotz-Urbaniak - Hawaleschka 8, Wendland 6, Klaus 6, N. Seegebrecht 5 (4/4), Gröpler 3, D. Becker 1, Neuendorf 1 (1/2), J. Rackwitz, T, Becker, Baumann
Schiedsrichter: Daniel Beyer / Andrea Wollgast - hatten mit der Partie keine Probleme und brachten sie seriös über die Bühne

Gelbe Karten: Kernke, Dalibor, Meyer, Wandersee (Bank) - J. Rackwitz, Klaus
Zeitstrafen:
4:7 (2x Dalibor, Kernke, Meyer - 2x Neuendorf, 2x Baumann, Wendland, D. Becker, Klaus)
Rote Karten: -
Blaue Karten: -

Siebenmeter: 6/6 (100%) - 5/6 (83,3%)
Wurfquote: 31/52 (59,6%) - 30/53 (56,6%)