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 Derby-Erfolg gegen Dahlewitz

Starke Performance mit kleinem „aber“

klaus hawa abwehr

Die Wünsdorfer Wölfe haben gegen Blau-Weiß Dahlewitz den ersten Saisonsieg einfahren können. Am 2. Spieltag der Verbandsliga-Saison siegte der MTV mit 26:22 (12:7) und zeigte dabei bereits wie beim Start in Guben eine überzeugene Abwehrleistung. Dabei glänzten die Wölfe vor allem mit einer starken Einstellung, welches ihnen ein großes Lob vom Trainer einbrachte. Vollkommene Zufriedenheit kam aber dennoch nicht auf. Mehr...

 von Conrad Hipp
Fotos: Julia Ehmig

zwgWünsdorf gegen Dahlewitz. Ein Derby, welches früh in der Saison auch zum Überraschungsei werden könnte. Nachdem 22:22-Unentschieden bei Chemie Guben waren die Wölfe schon etwas drin in der Saison. Die Blau-Weißen hatten in Wünsdorf ihr erstes Punktspiel auf dem Zettel. Demnach war Vorsicht für die Wölfe geboten, dass Dahlewitz nicht zum Stolperstein wird.

Doch schon vor dem Spiel erkannte Trainer Matthias Wehlmann, dass seine Jungs heute auf den Punkt fit sind. „ich war sehr überrascht, wie fokussiert die Mannschaft im Vorfeld auf das Spiel war“, so der Coach. Wehlmann erkannt bei der Vorbereitung eine Veränderung zu sonst. „Bei der Begrüßung der Spieler habe ich gemerkt, dass es Freitagabend offenbar recht ruhig war. Da ist der ein oder andere doch wohl etwas früher ins Bett gegangen. Das ist auf jeden Fall eine sehr positive Einstellung.“ Und mit dieser ging der MTV gut besetzt ins Spiel.

lange wurfNach 44 Sekunden netzt Spielmacher Nils Seegebrecht seinem alten Kumpel Stefan Bombich den ersten ein. Die Wölfe sind sofort im Spiel, bearbeiten ihre Gäste von Beginn auch strukturiert in der Abwehr. „Die Abwehr hat mir im Vergleich zum Auftritt in Guben noch besser gefallen. Justin und Erik haben ihre Sache da richtig gut gemacht, Dirk hat die Gegner gut attackiert.“ Dementsprechen sieht auch der Spielstand nach wenigen Minuten aus. 7:1 nach 13 Minuten. „Dazu kam in der ersten Hälfte eine starke Torhüterleistung“, ergänzt Wehlmann. Die geht dort auf die Kappe von Nils Barsch, der in der Anfangphase alles wegnimmt, was an der Abwehr vorbeirutscht.

Auch offensiv präsentiert sich der MTV stark. Beim Stand von 5:1 geht der erste Wurf daneben, dort waren schon zehn Minuten gespielt. Insgesamt leisten sich die Wölfe über die 60 Minuten nur 16 Fehlwürfe – eine starke Quote. Aber nach der 7:1-Führung bricht das Spiel der Wölfe. Der Grund: Drei Zeitstrafen binnen kürzester Zeit und damit sogar eine dreifache Unterzahl. Nach der ersten trifft Dahlewitz zum 7:2, mehr gelingt den Gästen nicht, bis die Wölfe wieder voll sind. Allerdings ist der Run der Wölfe erst einmal gebrochen. Das Spiel der Wölfe ist nun nicht mehr so dominant wie zuvor. Bis zur Pause bleibt der Vorsprung.

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Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – Blau-Weiß Dahlewitz 12:7

Zu Beginn der zweiten Hälfte verkürzen die Gäste den Vorsprung schnell auf vier Tore, höher soll er auch in diesem Tag nicht mehr werden. Die Wölfe spielen weiter fokussiert, aber Dahlewitz hat nun das nötige Wurfglück, minimiert in der Offensive die eigenen Fehler auch in der Defensive der Wölfe rutscht der ein oder andere Ball durch, der in der ersten Hälfte noch vom Punktgewinn abgehalten werden konnte. Dahlewitz bleibt im Spiel. Auf der Platte wird geackert. Es ist kein Handballspiel für den Jahresrückblick, aber ein packendes Derby. Wehlmann: „Es war kein großes Spiel beider Mannschaften. Es war halt ein Derby mit viel Kampf.“

klaus jubelEin Kampf, der aber eben doch so seine Szenen für den Abspann hat. Seegebrecht setzt Lars Baumann ein, der nagelt die Kugel ansatzlos in die lange Ecke. Der Ball rummst gegen die Latte, springt von dort ins Tor. Abwehr und Torhüter sind regungslos und auch auf der Wölfe-Bank klappt kurz die Kinnlade runter. „Ich bin immer wieder erstaunt, welche Fähigkeiten Lars hat“, lobt auch Wehlmann. Auch seine Nebenmänner funktionieren aber. „Ronny hat ein starkes Spiel gemacht. In der Abwehr und im Angriff war das eine tolle Leistung“, fügt der Trainer hinzu. Lange erzielt fünf seiner acht Treffer in Hälfte zwei, ist in der Offensive mit gut ausgewählten Würfen ein wichtiges Element im Spiel. „Dazu gab es diesmal keinen Bruch im Spiel bei den Wechseln. Die so genannten 'Ergänzungsspieler' haben sich nahtlos eingefügt und durch tollen Kampf sofort an die Leistung anknüpfen können“, so Wehlmann.

Trotzdem müssen die Wölfe um den Sieg plötzlich zittern. 12 Minuten vor dem Ende ist Dahlewitz auf zwei Treffer ran. Im Tor rutscht Barsch nun der ein oder andere Ball unglücklich über die Finger. „Vielleicht hätte man in dieser Phase mal tauschen sollen“, gesteht der Trainer ein. Aber die Wölfe geben ihre Führung nicht mehr ab, bringen den Vorsprung ins Ziel. Als Egor Vikhrov 80 Sekunden vor dem Ende das 25:22 erzielt, ist der Deckel drauf. Leroy Ulbrich trifft per Konter noch zum Endstand, danach feiern die Wölfe ihr Team für einen starken Derbyfight.

Die Wölfe sind in der Saison angekommen, platzieren sich nach dem Spieltag auf dem 4. Platz der noch nicht so ganz aussagekräftigen Tabelle. Trotz der starken Leistungen und dem Kampfsieg gegen den Nachbarn gibt es aber auch einen Kritikpunkt am Spiel der Wölfe. Wehlmann erklärt: „Wir zeigen in der Anfangsphase Mega-Paraden, erzielen extrem viele Ballgewinne und kommen super ins Spiel. Es steht 7:1 und dann müssen wir uns einfach fragen, warum wir den Gegner dann nicht auch mental in dieser Phase schon besiegen. Wir dürfen den Gegner nicht nochmal so ins Spiel kommen lassen. Nach 48 Minuten muss die Siegerfrage in diesem Spiel schon längst geklärt sein. Daran müssen und werden wir arbeiten.“

Das können die Wölfe gleich in der kommenden Woche. Dann kommt mit Grün-Weiß Finsterwalde der Staffelfavorit ins Wolfsrevier.

Wünsdorfer Wölfe - Blau-Weiß Dahlewitz 26:22 (12:7)

MTV Wünsdorf: Barsch (3/7 gehalten), Hirsing (0/1 gehalten) – Lange 8, Neuendorf 6 (6/7), Baumann 3, N. Seegebrecht 2, Hawaleschka 2, Klaus 1, Vkhrov 1, Wendland 1, D. Becker 1, Ulbrich 1, J. Rackwitz, Gröpler
Blau-Weiß Dahlewitz: Bombich (1/7 gehalten) – Natusch 9 (5/6), D. Werner 5 (0/1), Lenk 3, Schön 3, Kost 1, Brosin 1, Döhler, Stehlin, Teising (0/1)
Schiedsrichter: Christian Wetzel/Andreas Schulze – folgten zwar ihrer Linie, hart zu pfeifen, machten durch viele eng beurteilte Zeitstrafen aber auch den Spielfluß zäh.

Gelbe Karten: J. Rackwitz, Klaus, Lange – Brosin, Natusch, Teising, Müller-Schade (Bank)
Zeitstrafen: 8:5 (2x J. Rackwitz, 2x D. Becker, Klaus, Hawaleschka, Lange, N. Seegebrecht – 3x Lenk, D. Werner, Natusch
Rote Karten: Matthias Lenk (Blau-Weiß Dahlewitz/48. wegen dritter Zeitstrafe), Ronny Lange (MTV Wünsdorf/56. wegen hartem Foulspiels)
Blaue Karten:
 – 

Siebenmeter: 6/7 (85,7%) – 5/8 (62,5%)
Wurfquote: 26/43 (60,46%) – 22/44 (50%)

jubel