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Nächste Derby-Gala gegen Schöneiche

Wölfe fliegen auf Platz 1

jubel

von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe haben das Derby gegen die SG Schöneiche mit einer sehr dominanten Performance deutlich mit 33:22 (16:7) gewonnen und haben somit nun die Tabellenführung in der Landesliga Süd übernommen. Mit einer Gala-Vorstellung ähnlich wie in der Woche zuvor in Dahme legten die Wölfe einen Start-Ziel-Sieg auf die Platte und feierten danach ausgiebig den Derbysieg. Bester Werfer wurde Schöneiches Pascal Werner mit neun Toren. Beim MTV trafen Jan-Eike Albrecht, Ronny Lange und Sven Neuendorf jeweils sieben Mal.

 

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ufftaGesangsstunde in der Paul-Schumann-Halle. Die Schlusssirene wird direkt überjubelt. Partyende? Nöö! Bis sich der Wölfe-Block leert, dauert es einige Zeit. Die Mannschaft wird gefeiert. Es schallt „hier regiert der MTV“ von oben, die gesamte Tribüne stimmt ein. Danach fordert die Truppe alle zum Hinsetzen auf. Es wird kurz ruhig in der Halle bis Tim Becker das „Uuuuuuu“ fordert. Die gesamte Halle singt Uffta Uffta Täterää und feiert die Tabellenführung, die endlich bei den Wölfen ist. 

Schon um 12.30 sind die ersten Rudelmitglieder in der Halle. Die Halle ist ruhig und völlig leer – jeder Schritt hörbar. Über dem Haupteingang wird ein Banner angebracht. „Wir für euch – Ihr für uns“! Die Sonne scheint über der Paul-Schumann-Halle. Die Spannung ist spürbar. Sechs Stunden später ist von Ruhe nichts zu spüren, kein Platz mehr frei. Bei der Mannschaftsvorstellung präsentieren die Wölfe ihr neues Maskottchen Lupus, der sich dem Rudel frisch angeschlossen hat. „Cool, wir haben ein Maskottchen“, freuen sich die Fans. Die Halle kocht – es ist Derbyzeit! 

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13 Minuten Null

Auf der Platte starten die Wölfe mit Nils Barsch in der Box. Sven Neuendorf, Ronny Lange, Nils Seegebrecht, Jan-Eike Albrecht, Max Hawaleschka und Dirk Becker starten im Feld. Die SG Schöneiche versucht, die Wölfe im Tor zu überraschen. Trainer Elmar Klotz-Urbaniak stellt sich in die Box. Den Wölfen gehört der erste Ballbesitz. Schnell wird die Murmel druckvoll durch die Reihen gespielt. Nach gut 30 Sekunden ist Neuendorf auf Linksaußen frei – 1:0.

jan barschIn der Abwehr organisieren die Wölfe einen Innenblock, der Schöneiche auf eine harte Probe stellt. Immer wieder rennt die SGS sich fest, schafft es nicht, ein sinnvolles Konzept zu entwickeln. Die MTV-Abwehr macht völlig dicht. Alle Würfe, die doch durchkommen, landen entweder neben dem Tor oder an irgendeinem Körperteil vom gut aufgelegten Wölfe-Keeper Barsch. Dirk Becker: „Der Schlüssel war wieder eine sehr gute Abwehr. Wir haben das Zusammenspiel mit dem Kreisläufer komplett unterbunden und sie somit zu schlechten Würfen gezwungen.“

Die mitgereisten SGS-Anhänger sehen früh im Spiel eine verunsicherte Truppe, die einem Rückstand hinterherrennt und ähnlich überrolt wird wie im Hinspiel. Stolze 13 Minuten hält der MTV die Null. Erst dann trifft Pascal Werner zum 5:1. „Wir haben einfach keinen Zugriff aufs Spiel bekommen“, so der Torschütze. Vorn marschieren die Wölfe weiter. „Nils Seegebrecht hat die Mannschaft großartig geführt“, lobt Trainer Matthias Wehlmann. Der MTV wirkt organisiert, strukturiert, motiviert. Lange stellt sein Torekonto beim 7:3 bereits auf Vier. Die Tribüne tobt, bejubelt den mannschaftlich starken Auftritt des Rudels. 

Faire Nachbarschaft

Trotz des frühen Torunterschiedes bleibt die Partie auf einem fairen Level. Erst nach 19 Minuten zeigt das Schiedsrichtergespann Uwe Gensichen / Markus Gensichen die erste Zeitstrafe an. Von übertriebener Härte ist nichts zu sehen. Auf dem Feld findet ein sportliches Derby statt. Auch auf den Rängen bleibt es friedlich. Schöneiche bringt unerwartet wenig Publikum mit ins Wolfsrevier, ist demnach über 60 Minuten auch stimmungstechnisch komplett unterlegen.

Auch auf dem Feld ist die SGS immer wieder einen Schritt zu weit weg. Lange spielt den langen Ball auf Hawaleschka. Im Laufduell behauptet er sich stark gegen Ex-Wolf Leroy Ulbrich, nagelt die Kugel ins Netz. Kurz darauf muss Trainer und Torwart Klotz-Urbaniak wegen Meckerns zwei Minuten vom Feld. Barsch legt nach einer Parade den Ball lang nach vorn, Neuendorf tippt ihn am Keeper vorbei ins Netz – 12:4 (24.). Die Gäste-Bank protestiert, bekommt dafür die Zwei-Minuten-Quittung. Noch vor dem Pausentee stellt der MTV durch einen Doppelschlag von Tim Wendland auf 14:5 und 15:5, führt damit erstmals mit zehn Toren. Auch in doppelter Unterzahl ziehen die Wölfe durch, Lange zum 16:6.

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – SG Schöneiche 16:7

Im zweiten Abschnitt beginnt die SGS besser. Kurzes Oberwasser und ein nicht ganz frischer Beginn der Wölfe bringen die SGS kurzzeitig auf sechs Tore ran. Mehr kommt aber nicht. Die Wölfe spielen zeitweise einen Manndeckung gegen Pascal Werner. Er ist über die 60 Minuten der einzige Spieler, der Zugang zum Spiel bekommt und wirklich zeigt, dass er die Wölfe bezwingen will. 

lupus leroyAuch gegen Albrecht wird nun eine Manndeckung gespielt, die allerdings wenig aushilft. Die Wölfe stürmen weiter Richtung Sieg, stellen in der Schlussphase auch wieder ihren Halbzeit-Vorsprung von neun Toren wieder her. Nach einem gut durchgespieltem Zug trifft Wendland zum 28:19. „Ein Team, was große Ambitionen hat, spielt genau so Handball“, lobt Wehlmann.

Im Tor bekommt Carlo Hirsing seine Spielzeit und kann prompt an die guten Leistungen seines Kollegen in Rot anschließen. Kurz vor dem Ende tritt Kilian Kerbs zum Siebenmeter an, kann sich ebenfalls in die Torschützenliste einreihen. „Ich bin sehr happy“, sagt er nach dem Spiel. Das ist beim Stand vom 33:22 zu Ende erzählt. Wehlmann: „Es ist alles sportlich geklärt worden.“

Durch den Sieg übernehmen die Wölfe endlich die Tabellenführung in der Landesliga. Trotz drei Spiele weniger hat der MTV (24:0) jetzt einen Punkt mehr als Schöneiche (23:5). Am kommenden Wochende spielen die Wölfe damit erstmals als Tabellenführer. Zu Gast ist dann der HSV Senftenberg.

Fotos: Julia Ehmig, Tom Nerlich, Andreas Krüger

Wünsdorfer Wölfe – SG Schöneiche 33:22 (16:7)

MTV Wünsdorf 1910: Barsch (2/4 gehalten), Hirsing – Albrecht 7, Lange 7, Neuendorf 7 (3/3), Wendland 4, Hawaleschka 3, D.Becker 2, Schüler 1, Missal 1 (1/1), Kerbs 1 (1/1), T. Becker, N. Seegebrecht, J. Rackwitz
SG Schöneiche: Klotz-Urbaniak, Sitek, Schiffmann – Pa. Werner 9, Ulbrich 4 (2/2), M. Große 3, Rothe 3 (0/1), Holz 2, C. Große 1. Rasch, Balster (0/1), Eggen, Ehmke, Haubold, Krüger

Schiedsrichter: Uwe Gensichen / Mark Gensichen – seriöse Vorstellung. Mussten in einem fairen Spiel wenig eingreifen und hatten die Partie gut im Griff

Gelbe Karten: Albrecht, Lange, D. Becker – Krüger
Zeitstrafen: 10:9 (2x Albrecht, 2x Neuendorf, 2x N. Seegebrecht, Lange, Kerbs, D. Becker, Wendland – 3x C. Große, 2x Rothe, 2x Krüger, Ulbrich, Klotz-Urbaniak)
Rote Karten: Christian Große (SG Schöneiche/58. wegen dritter Zeitstrafe)

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