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Wölfe demontieren Derbygegner

Meisterliche Performance in Dahme

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von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe haben einen wichtigen Richtung Meisterschaft gemacht und konnten zumindest für eine Nacht endlich einmal die Tabellenführung übernehmen. Nach dem 35:22-Sieg beim TSV Empor Dahme hatten die Wölfe (elf Spiele) kurzzeitig mal einen Punkt mehr als der nächste Gegner SG Schöneiche (jetzt 14 Spiele). In der kommenden Woche kommt es nun zum Showdown zwischen dem MTV und der SGS. Bester Werfer in Dahme war Wünsdorfs Geburtstagskind Sven Neuendorf mit 13 Toren.

Die Sportwelt in Dahme wurde zur Wünsdorfer Partymeile. „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“ schallte es durch die Halle. Danach wurde im Hüpfrhythmus „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandiert, bevor Spieler und Fans gemeinsam zum Ufta Täterä ansetzten. Etwa 90 Minuten zuvor hatte noch niemand geahnt, wie schnell dieses Spiel entschieden sein wird. „Ich hatte vor dem Spiel eigentlich kein gutes Gefühl“, gesteht Trainer Matthias Wehlmann. „Aber anscheinend habe ich in der Kabine die richtigen Worte gefunden“, grinst der Coach. Neuendorf fügt hinzu: „Wir haben die Woche über nicht ideal trainiert, aber Matthias hat uns mit seinen Worten richtig heiß gemacht. Die Reaktion der Mannschaft auf dem Feld war dann sensationell.“

manndeckung dahmeAuf der Platte beginnen Nils Barsch im Tor. Vor ihm Sven Neuendorf, Ronny Lange, Nils Seegebrecht, Jan-Eike Albrecht, Max Hawaleschka und Dirk Becker. Dahme beginnt mit einer offensiven Deckung, nimmt Lange, Albrecht und Becker von Beginn an in Manndeckung und will so den Rückraum früh außer Gefecht setzen. „Diese Abwehr war ein gefundenes Fressen für die jungen Spieler, die dafür schnell eine Lösung parat hatten“, lobt Becker. Nach 20 Sekunden haben die Wölfe die Mitte aufgerissen, Seegebrecht trifft zur Führung, welche bis zum Ende bei den Wölfen bleiben wird. „Wir konnten uns früh einen Vorteil verschaffen und Selbstbewusstsein tanken. Das war enorm wichtig“, sagt Hawaleschka.

In der Abwehr ziehen die Wölfe von Beginn an das Tempo an, lassen Dahme wenig Wurfchancen. Neuendorf: „Da haben wir nur wenige Fehler gemacht. Im Gegenzug konnten wir unser Angriffsspiel gut durchziehen.“ Das Umschaltspiel der Wölfe funktioniert super. Wölfe-Keeper Barsch hat in Dahme sein Fingerspitzengefühl wieder, bekommt seine Konterpässe wieder an den Mann, Hawaleschka vollendet zum 2:5 (8.). Im Angriff kommen die Wölfe wenig dazu, ihre Spielzüge zu spielen. „Wir haben ja die meisten Angriff mit der ersten oder zweiten Welle lösen müssen“, so Becker, der früh im Spiel durch zwei Zeitstrafen gehandicapt war.

Die Wölfe spielen konzentriert und lassen sich auch von einem Unterzahl-Spiel nicht beeindrucken. Auch mit einem Mann weniger auf dem Feld machen die Wölfe zwei Tore. Besonders über die Außen kommen die Wölfe immer wieder zum Wurf, spielen gegen die Manndeckung flink die Bälle nach außen. „Ich war sehr überwältigt von der Konstanz, mit der die Truppe gespielt hat. Die Stimmung in der Mannschaft und die Leidenschaft hat mich sehr beeindruckt“, lobt Wehlmann. Schon zur Pause haben die Wölfe satte 21 Buden auf dem Konto. „21 Gegentore, das ist ein Endstand“, zieht auch Dahmes Ex-Wolf Karsten Krieg ein nüchternes Fazit zur Pause.

Halbzeitstand: TSV Empor Dahme – Wünsdorfer Wölfe 12:21

Mit dem Start der zweiten Hälfte bekommt Neuendorf, der in der ersten Hälfte bereits neun Tore erzielt hat, sein Geburtstagsständchen. Der Wölfe-Fan-Block singt im Einklang Happy Birthday, bevor der MTV weiter marschiert. Neuendorf: „Ich war sehr gerührt und hab mich riesig darüber gefreut. Dann noch 13 Tore zu machen, toller Geburtstag.“

tim becker dahmeAuch in Hälfte zwei haben die Wölfe das Spiel voll unter Kontrolle. Dahmes Torhüter bekommen weiterhin keine Finger an die Würfe des MTV. „Das war eine sehr starke Mannschaftsleistung, mit der wir das Ding dann sicher nach Hause schaukeln konnten“, so Hawaleschka. Lobenswert: Die Wölfe stellen das Handball spielen nicht ein, auch wenn das Spiel früh entschieden ist. Bis zum Ende zieht der MTV durch, erhöht weiter Stück für Stück den Vorsprung.

Während Dahme weiterhin nach spielerischen Lösungen sucht und mit einigen Schiedsrichterentscheidungen hadert, bleiben die Wölfe ihrer Linie treu, konzentrieren sich voll auf ihr Angriffsspiel und nutzen ihre Schnelligkeit aus. Die mitgereisten Fans schalten in den Partymodus, feiern ihr Team. Die Wölfe demontieren Dahme in eigener Halle, fügen ihnen die zweite Heimpleite der Saison zu und springen über Nacht an die Tabellenspitze. „Die Mannschaft hat mich mit diesem Spiel unglaublich stolz gemacht“, lobt Wehlmann.

Die Tabellenführung muss der MTV 24 Stunden später wieder abgeben. Schöneiche bezwang Finsterwalde mit 33:32 und hat somit wieder drei Spiele mehr auf dem Konto und sammelte in diesen einen Punkt mehr. Die Wölfe bleiben aber ungeschlagen (22:0 Punkte) und haben nun in der kommenden Woche die Chance, Schöneiche (23:5 Punkte) im direkten Duell die Tabellenführung zu stehlen. „Das Ergebnis gegen Dahme bedeutet aber fürs Derby nicht viel. Wir wissen, dass das ein komplett anderes Spiel wird“, so Dirk Becker. Ein Spiel, in dem die Wölfe weiter ihre weiße Weste unbeschmutzt halten und endlich Platz eins erobern wollen. „Wir sind jetzt richtig heiß auf den nächsten Samstag“, stellt Neuendorf klar.

TSV Empor Dahme – Wünsdorfer Wölfe 22:35 (12:21)

TSV Empor Dahme: Losch, Peter – Albrecht 7 (0/2), Krakowitzky 4 (1/1), Tischer 3, Reinknecht 3 (0/1), Kühne 2, Dennert 1, Rathert 1, Urbasch 1, Mickwitz, Krieg, Kampfhenkel, Krippstädt
MTV Wünsdorf 1910: Barsch (3/4 gehalten), Hirsing – Neuendorf 13 (5/5), Hawaleschka 7, Lange 4, Wendland 4, Missal 3, N. Seegebrecht 2, Albrecht 2, Altin, J. Rackwitz, D. Becker, T. Becker

Schiedsrichter: Jürgen Frindt / Roland Richter (Germania Massen) – leisteten sich einige unglückliche Pfiffe gegen die Hausherren und verursachten somit Diskussionsbedarf. Das Duo hatte das Spiel jedoch wie eine Woche zuvor in der Schumann-Halle gut unter Kontrolle.

Zeitstrafen: 5:8 (2x Kripptädt, 2x Dennert, Krakowitzky – 2x D. Becker, 2x Missal, 2x Albrecht, Wendland, Lange)
Gelbe Karten: Krakowitzky – Albrecht, Lange
Rote Karten:
Siebenmeter: 1/4 – 5/5

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