Wölfe bei Twitter

Wieder zu wenig Offensivkraft

Wölfe nicht bissig genug

abwehr schlaube

 

von Conrad Hipp
Fotos: Andreas Krüger

Die Wünsdorfer Wölfe haben im letzten Heimspiel der Saison einen Sieg verpasst. Gegen die HSG Schlaubetal unterlagen die Wölfe nach einer späten Aufholjagd mit 25:26, haben in der Liga aber weiterhin Chancen auf Platz 5. Die HSG sicherte sich mit dem Sieg den 4. Platz in der Endabrechnung. Wie gegen Finsterwalde zeigte der MTV dabei ungewohnte Schwächen in der Offensive. Erneut wurden viele Fehlwürfe produziert und zu wenig Treffer aus dem Feld erzielt. Bester Werfer war Wünsdorfs Sven Neuendorf mit 13 Treffern (acht Siebenmeter).

ulbrich schlaubeEs sollte ein versöhnlicher Abschluss werden. Nach dem Abteilungsleiter Denny Philipp vor dem Spiel nach neun Jahren beim MTV (davon vier als Abteilungsleiter) verabschiedet wurde, wollten ihm die Wölfe noch einen letzten Heimsieg schenken. Für den letzten Heimsieg der Saison sollten dabei unbedingt die Fehlwürfe heruntergeschraubt werden. Die hatten eine Woche zuvor in Finsterwalde zur Niederlage geführt.

Dabei kommen die Wölfe gut ins Spiel. Nach dem 3. Gegentor hat sich die Abwehr auf die HSG-Werfer eingestellt (3:3/7.). Carlo Hirsing kann im Tor zunächst einen Konter, dann einen Siebenmeter und danach einen Wurf von Linksaußen mit starken Paraden entschärfen. Die erste Chance, sich abzusetzen, doch vorne hakt es. Mit den eigenen Chancen gehen die Wölfe fahrlässig um, kann ab dem 3:3 selbst auch nur zwei Treffer in fünf Minuten erzielen. Die Wölfe können sich nur langsam ein erstes Polster erspielen, gehen durch Sven Neuendorf mit 8:5 in Führung (15.). Dann stellt der MTV das Offensivspiel plötzlich ein. Aus dem 8:5 wird ein 9:12, zwischen der 16. und 29. Minute erzielt lediglich Lars Baumann das zwischenzeitliche 9:9. 13 Minuten, in denen der MTV offensiv Fehlwürfe und -pässe produziert und überhaupt nicht seine Linie findet. 

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – HSG Schlaubetal 10:12

Der Start in die zweite Hälfte gelingt deutlich besser. Den ersten Ballbesitz können die Gäste zwar zum 10:13 ummünzen, doch dann ist der MTV da. Tim Becker, Nils Seegebrecht und Dirk Becker treffen binnen vier Minuten zum Ausgleich. Bitter: Becker bekommt beim 13:13 einen Schlag in den Rücken, bestraft wird dieser nicht. Ohnehin lässt das Schiedsrichtergespann Lucas Frommer und Marvin Kusian auf beiden Seiten eine Menge durchgehen. Ein Spiel mit beidseitig lang gelassener Leine, mit dem die HSG deutlich besser zurecht kommt.

seege schlaubeTrotzdem ist das Spiel jetzt wieder spannend, zumindest vorübergehend. Das Problem: Der MTV erarbeitet sich zu wenig Würfe aus dem Feld. Die Versuche, die kommen, werden dann zu oft nicht im Tor untergebracht. Von 25 Toren insgesamt erzielen die Wölfe nur 17 aus dem Feld – zu wenig. Die Schlussphase beginnt hektisch. Nach einem Fehlwurf der HSG beschweren sich einige Spieler. Der MTV kontert schnell, vergibt diesen, bleibt aber in Ballbesitz. Unaufmerksam landet dieser direkt in den Fingern des Gegners, der aber beim nächsten Pass selbst den Ball wieder hergibt und dann nur noch die Notbremse hat. Firniß muss für zwei Minuten vom Feld, Neuendorf trifft per Siebenmeter zum 17:18. Eine unruhige Phase des Spiels, welche die Wölfe nur schwer verdauen.

Als die Siebenmeterpfiff wieder ausbleiben, verliert der MTV wieder den Anschluss. Normen Ermling nutzt einen Konter zum 21:19 (52.). Blöd: Ermling hätte zuvor runter gemusst. Nach einem Foul kurz zuvor wurde mit Tobias Hallert aber der falsche Spieler runtergeschickt. Wünsdorf hadert mit sich selbst, spielt in der Schlussphase nur mit wenig Struktur und kassiert vier Minuten vor dem Ende das 20:24 durch Pascal Hötzel. 

Zu spät kommen die Wölfe zurück. Zwar gelingen in der Schlussminute noch zwei Tore, aber das ist eins zu wenig. Der letzte Wurf kommt aus der eigenen Abwehr heraus, landet nach der Sirene neben dem Tor. Schlaubetal jubelt, die Wölfe vergeben den Heimsieg und gehen wieder mit zu vielen Fehlwürfen auf dem Arbeitsprotokoll von der Platte.

Wünsdorfer Wölfe – HSG Schlaubetal 25:26 (10:12)

Wünsdorfer Wölfe: Hirsing, Andreas – Neuendorf 13 (8/8), D. Becker 3, Baumann 2, Stenzel 2, J. Rackwitz 1, T. Becker 1, N. Seegebrecht 1, Wendland 1, Hawaleschka 1, Ulbrich, Kerbs, Lange
HSG Schlaubetal: Warnka, Hugler – Ermling 7, Preiß 6, Eschenbach 3, Stalla 2, Tolyz 2, Hötzel 2, Krüger 2 (2/4), Hallert 1, Firniß 1, Jüterbock, Rheinsberg
Schiedsrichter: Lucas Frommer / Marvin Kusian (HSV Wildau) – ließen beidseitig ziemlich viel durchgehen, in vielen Situation ließen sie die Leine etwas zu locker, hätten mehr Zeitstrafen und Siebenmeter geben können, gaben zwei Mal dem falschen Spieler zwei Minuten

Gelbe Karten: Stenzel, Wendland, Lange – Stalla, Hötzel
Zeitstrafen: 2:6 (Kerbs, Baumann – 2x Hallert, 2x Hötzel, 2x Firniß)
Rote Karten: 
Blaue Karten: 

Siebenmeter: 8/8 (100%) – 2/4 (50%)
Wurfquote: 25/48 (52,1%) – 26/52 (50%)

opel autohaus