Saisonspiele 2023/24

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Deutlicher und wichtiger Heimsieg gegen Guben

Wölfe-Party mit Freibier und Nachbar-Support mtv guben jubel

Die Wünsdorfer Wölfe feiern gegen Chemie Guben einen wichtigen Heimsieg, gewinnen am 16. Spieltag der Brandenburgliga mit 34:25. Dabei gab es für die Wünsdorfer auch Unterstützung aus der Nachbarschaft. Durch den Sieg verbessern sich die Wölfe auf Platz 7. Mehr...

von Conrad Hipp
Fotos: Julia Baumann

Das Hinspiel zwischen dem MTV Wünsdorf und Chemie Guben war wegweisend für dei Hinrunde der Wölfe. Nach drei Siegen in Serie hatte das Rudel gerade die erste Niederlage eingesteckt gegen den heutigen Tabellnzweiten HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst. Nach Guben reiste das Rudel dann mit viel Optimismus. Das Duell, welches bereits zu Verbandsliga-Zeiten für viel Unterhaltung und Spannung sorgte, wurde für die Wölfe zu einer harten Reise. Mit 27:34 ging das Rudel in Guben baden, wobei die Chemiker das Spiel sehr gut im Griff hatten und den Wölfen wenig Chancen ließen. Es ging ein kleiner Bruch durch die Wünsdorfer Reihen. Die fünf Spiele nach der Guben-Pleite konnten allesamt nicht gewonnen werden. 

mtv guben becker seifert blockVor dem Rückspiel tankten die Wölfe wieder frisches Selbstvertrauen. Zwar ging der Rückrundenauftakt gegen Werder II und Cottbus II mächtig in die Hose. Der Sieg gegen den HC Spreewald und der starke Auftritt bei der HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst brachten die Wölfe aber in eine Ausgangslage, in der man sich kein bisschen verstecken musste. Zudem kam mit Chemie Guben ein Gegner, der gerade sehr angeschlagen durch die Liga taumelt. Mit Dan Klein und Jan Rietschel musste Guben auf seine beiden Top-Torjäger verzichten. Mit 9,09 und 9,08 Toren im Schnitt hat das Duo maßgeblichen Anteil an den Spielen der Grenzstädter. Im Schnitt erzielt Guben 29,5 Tore pro Spiel, 18,17 gehen davon auf das Konto von Rietschel und Klein. Mit Robin Ewersbach fehlte ein weiterer wichtiger Stammspieler bei den Gästen.

Ins Spiel: Kurz nach dem Anpfiff gibt es wohl die schnellste Auswechslung der Saison. Nach nur 18 Sekunden verlässt Flügelspieler Andy Strube nämlich schon wieder das Feld, für ihn kommt Julien Halkow. Der Grund: Guben spielt wie bereits im Hinspiel von Beginn an eine Manndeckung gegen ihren ehemaligen Scharfschützen Jakub Pawlicki. MTV-Trainer Ferenc Remes beordert Pawlicki daraufhin vom Rückraum auf den Flügel. Strube muss vorerst weichen, damit Halkow den Rückraum besetzen kann. 

In der Anfangsphase tun sich die Gäste schwer, offensiv ins Spiel zu finden. Das Fehlen Leistungsträger wirbelt das Angriffsspiel ordentlich durch. Guben drückt auf die Bremse, spielt nur mit wenig Druck Richtung Wölfe-Tor und wartet behutsam auf einen Fehler der Wölfe. Fünfmal laufen sich die Gubener allein beim ersten Angriff in der Wünsdorfer Abwehr fest. Als das passive Spiel droht ein sechstes Mal, dann der erste Wurfversuch. Dirk Becker blockt den Ball von Mirko Böhme und der über zwei Minuten lange Angriff endet. Interessant: Weil Guben nicht nur gegen Pawlicki, sondern auch gegen Lukas Seifert eine Manndeckung spielt, ziehen sich beide Rückraumschützen erst einmal auf die Außenpositionen zurück. Die Abwehr der Gäste bleibt so auf die beiden Top-Torschützen der Wölfe fokussiert. So entflieht Seifert seinem Geleitschutz, bekommt den Ball und zieht mit Druck zum Tor. Die Mitte reißt auf, der Pass an den Kreis auf Erik Klaus und der netzt per Heber zum 1:0. Zum Zeitpunkt des Tores waren schon mehr als dreieinhalb Minuten gespielt. Nur bei der Auswärtsniederlage in Lübbenau änderte die Anzeigetafel noch später von 0:0 aufs erste Tor bei einem Spiel der Wölfe. Die Manndeckung gegen Seifert wird zum Vorteil für Wünsdorf. Auch im zweiten Vorstoß postiert er sich in der Ecke stößt dann schlagartig raus und bekommt den Ball. Wieder gibt es Druck aufs Tor, der Querpass auf Paul Gröpler und der Mittelblock ist aufgerissen. Gröpler bedient Halkow – 2:0! 

mtv guben klaus trikotNach 7 Minuten muss auch Klaus ungewohnt früh das Feld verlassen. Sein Trikot hat es entschärft. Bei einem Duell am Kreis gibt der Stoff nach, reißt ein. Das Trikot muss gewechselt werden. Guben läuft sich in der MTV-Abwehr hingegen mal wieder fest. Den Freiwurf führen die Chemiker allerdings fix aus, die MTV-Abwehr noch nicht postiert. Frank Nagel erwischt Nils Barsch im Wölfe-Tor auf dem falschen Fuß. Der ersten Guben-Treffer dauerte stolze achteinhalb Minuten! Die Wölfe sind früh im Spiel. Während die Gäste noch ihren Zugriff zum Spiel suchen und ohne ihre Stammkräfte sichtliche Probleme haben, legen die Wünsdorfer einen Ball nach dem nächsten ins Netz. Vikhrov bedient Klaus am Kreis. Sein dritter Treffer des Tages stellt den Spielstand auf 6:1. Guben hatte bis dahin gerade einmal drei Würfe aufs Tor bekommen. Drei weitere Würfe wurden als abgestanden abgepfiffen. Die Wölfe sind hoch konzentriert, lassen die Chemiker immer wieder an der Abwehr verpuffen. Nach 12 Minuten haben die Wölfe sich bereits neun Wurfchancen herausgearbeitet, Guben gerade einmal vier. 

Wünsdorf spielt das Spiel jetzt von vorn. Guben muss sich mit dem reagierenden Part anfreunden. Die Gubener lassen nun ab von der Manndeckung gegen Seifert und Pawlicki. Folgerichtig positionieren sie sich auf den Halbpositionen. Der nach einem Pass ausgewechselte Strube darf nun wieder. Wünsdorf spielt mit Druck aufs Tor, Pawlicki steigt hoch, legt rüber. Strube kommt so mit seiner ersten Aktion gleich zum Treffer – 9:4 (15.). Wünsdorf spielt offensiv weiter konzentriert. Halkow kommt vom rechten Flügel mit Druck in die Mitte, wird von Marcel Burtchen dabei am Hals getroffen, kriegt aber den Pass noch zu Vikhrov. Die Wurffinte und der Zug zum Tor – ein Foul und Siebenmeter. Burtchen bekommt nachträglich noch eine Zeitstrafe zugesprochen. Das Schiedsrichtergespann Karl-Heinz Hirthe und Peter Sydlik zeigt in dieser Szene Fingerspitzengefühl, lässt den Angriff zunächst laufen und pfeift erst verzögert ab. 

mtv guben seifert klausNach 20 Minuten gibt's dann eine wichtige Ansage für die Fans. Das gesponserte Freibier ist bereits alle. Die Wölfe hatten für das Guben-Spiel 50 Liter Freibier zur Verfügung gestellt. Das Versprechen: Bei einem Heimsieg gibt es beim nächsten Heimspiel die nächsten 50 Liter. Allerdings fassten die Wölfe den Entschluss, dass es beim nächsten Heimspiel gegen den HC Bad Liebenwerda am 18. März erst zur Halbzeit das Freibier zur Verfügung gestellt wird.

Guben schafft dann erstmals im Spiel zwei Tore in Folge zum 11:5 und 11:6. Halkow im schnellen Gegenzug zum 12:6. Seifert bleibt beim Zurücklaufen in der Nähe des Mittelkreises stehen. Als Frank Nagel beim Anwurf fast vorn aus dem Kreis kippt, schafft er gerade noch den Pass nach hinten. Der Anwurf geht direkt in die Seifert-Finger. Es heißt wieder Ballbesitz Wünsdorf. Der nächste Halkow-Treffer egalisiert die Mini-Serie der Gubener. Pro Guben-Tor kommen nun zwei Wölfe-Treffer hinzu, sodass Wünsdorf in dieser Phase immer doppelt so viel Treffer auf dem Konto hat als die Chemiker. So tröpfelt die Partie bis zur Pause. 

Vikhrov klaut Guben den Ball, passt zum Umschaltspiel auf Klaus. Der trägt den Ball mittig vor, passt auf Halkow der von rechts Richtung Mitte zieht. Klaus begibt sich in ungewohntes Terrain, driftet nach dem Pass auf die rechte Seite ab. Halkow spielt zurück – 19:9 (30.). Pass- und Laufweg hätten hier ein schönes X abgezeichnet. Die Abwehr ausgehebelt wie im Lehrbuch. Stark: Für den Kreisläufer ist es bereits der sechste Treffer im Spiel. Zwei Sekunden vor dem Ende wird Vikhrov beim Torwurf gelegt. Nach der Sirene verwandelt Seifert lässig den Siebenmeter – Pause.

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – Chemie Guben 20:10

Auffällig in Hälfte eins: Wünsdorf und Guben haben gleich viele Fehlwürfe (jeweils fünf). Die zehn geworfenen Tore mehr sagen aus, dass Wünsdorf 25 Torversuche hatte, Guben lediglich 15. Die Wölfe haben die Partie von Beginn an gut im Griff, machen mit einer guten Abwehr der angeschlagenen Guben-Mannschaft das Spiel extrem schwer. Gleichzeitig wird mit einer gut strukturierten Offensive der Vorsprung Stück für Stück auf die Stufe komfortabel ausgebaut. 

Die zweite Hälfte begann für beide Teams pünktlich, aber doch irgendwie verspätet. Technische Fehler und Fehlwürfe ließen die ersten Minuten so verstreichen. In den ersten fünf Minuten gab es insgesamt neun Würfe aufs Tor. Allerdings fand nur einer auf jeder Seite den Weg ins Tor. Eine extrem hohe Fehlerquote auf beiden Seiten ließ so erst einmal nur Zeit von der Uhr streichen. Die Wölfe wurden auch in der zweiten Hälfte nicht nur von den eigenen Fans angetrieben, sondern auch von den Anhängern der SG Schöneiche angefeuert. Der Verbandsligist aus der Nachbarschaft kam nach seinem 21:20-Auswärtssieg beim HC Spreewald II in Wünsdorf vorbei und unterstütze die Wölfe mit Trommeln, Tröten und allem, was Krach macht. Eine starke Aktion! 

mtv guben schulz blockDas Spiel plätscherte weiter etwas vor sich hin. Die Chemiker machten spielerisch nicht den Eindruck, als hätten sie in der Pause die richtige Mischung im Reagenzglas zusammengebraut. Nach dem Max Hawaleschka zum 23:12 traf und damit für die bisher höchste Führung des Tages sorgte, setzte Guben nochmal an. Ein 4:0-Lauf stellte auf 23:16. Es waren immer noch sieben Tore. Allerdings war es Wölfe-Trainer Remes dann doch zu viel Geplätscher im Wünsdorfer Spiel. Zu viel Kleinigkeiten passten jetzt nicht mehr zusammen. Die Aufmerksamkeit bei den Wölfen ließ durch die hohe Führung nach. In einer Auszeit sollte die Spannung neu aufgebaut werden, um hier nicht doch noch unnötiges Risiko einzugehen.

Die Atmospähre auf dem Feld glich jetzt mehr einem Testspiel mit Wettkampfcharakter. Die Wölfe galoppierten nur noch so schnell, wie sie mussten. Guben bemühte sich um Schadensbegrenzung, wirkte aber so, als hätten sie die Niederlage längst akzeptiert und würden sich nicht weiter dagegen wehren. So wechselten sich beide Seiten mit der Torerzielung ab, der Unterschied blieb zwischen acht und zehn Treffern. 

So ticken die Minuten herunter und die Wölfe stolzieren den nächsten Punkten entgegen. An der Fehlerquote auf beiden Seiten ist weiterhin zu spüren, dass die Spannung raus ist aus der Partie. Sinnbildlich dafür: Bereits zehn Minuten vor dem klatscht Remes auf der Wünsdorfer Bank mit seinen Spielern ab. 

Die Sirene ertönt beim 34:25 für die Wölfe. Der MTV feiert damit den zweiten Heimsieg in Folge, spendiert damit beim nächsten Heimspiel wieder 50 Liter Freibier. Wichtiger aber noch: Wünsdorf holt die Punkte 12 und 13 und klettert so auf Platz 7 der Brandenburgliga. Aber: Auch wenn der Platz verlockend klingt und für einen Aufsteiger zufriedenstellend, ist der Platz gefährlich. Denn die Wünsdorfer liegen nur drei Punkte vor Werder, das auf Platz 9 liegt. Auch zum nun Vorletzten Guben sind es nur fünf Punkte Vorsprung. Die Wölfe müssen also weiter Gas geben. Jetzt aber erst einmal im Pokal. Am Wochenende geht's mit dem Rückenwind aus der Liga in die Uckermark zum Achtelfinale im HVB-Pokal. Um Punkte geht's dann wieder am 11. März, beim Tabellendritten 1. VfL Potsdam II.

heimspieltour bad liebenwerda

Wünsdorfer Wölfe – Chemie Guben 34:25 (20:10)

Wünsdorfer Wölfe: Barsch, Paeschke, Volz – Halkow 8, Klaus 7, Pawlicki 5, Strube 5, Seifert 3, Vogel 2, Gröpler 1, Vikhrov 1, Hawaleschka 1, Schulz 1, D. Becker
Chemie Guben: D. Müller, Schneider – N. Ermling 7, Maschke 4, Nagel 4, Kalz 4, Voigt 3, Böhme 3, Riedel
Schiedsrichter: Karl-Heinz Hirthe/Peter Sydlik

Gelbe Karten: Gröpler, D. Becker – Nagel, N. Ermling
Zeitstrafen: 5:7 (Vikhrov, Seifert, Klaus, Vogel, Pawlicki – 3x Nagel, 2x Burtchen, Riedel, Kalz)
Rote Karten: Frank Nagel (Chemie Guben/53. wegen dritter Zeitstrafe)

Siebenmeter: 4/4 (100%) – 1/4 (25%)
Wurfquote: 34/50 (68%) – 25/39 (66,67%)

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