Rückstand gedreht, Punkt gesichert
Starker Kampf in Wildau
Was bleibt, ist ein Punkt. Aber einer, der sich nach 60 intensiven Minuten eher wie ein erkämpfter Auswärtserfolg anfühlt als wie eine verpasste Chance. Beim 25:25 in Wildau lieferten sich die Wünsdorfer Wölfe II und der HSV Wildau 1950 II ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Härte, Wendungen und eine Schlussphase, die an Dramatik kaum zu überbieten war.
Dabei begann die Partie aus Wünsdorfer Sicht alles andere als ideal. Wildau fand besser ins Spiel, nutzte seine Chancen konsequent und setzte sich immer wieder leicht ab. Die Wölfe hielten dagegen, kamen über Lukas Kuschel - mit acht Treffern bester Werfer seines Teams - und eine geschlossene Mannschaftsleistung zurück, mussten zur Pause aber dennoch einem 13:15-Rückstand hinterherlaufen.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Wünsdorf kam mit deutlich mehr Zug zum Tor aus der Kabine, drehte die Partie mit einem starken Lauf und zeigte, warum man vor dem Spiel als Tabellendritter angereist war. Plötzlich waren es die Wölfe, die das Spiel kontrollierten, sich Ballgewinne erarbeiteten und die Partie auf ihre Seite zogen.
Doch Wildau ließ sich nicht abschütteln. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem jede Aktion, jeder Fehler und jede Entscheidung an Gewicht gewann. Die Führung wechselte mehrfach, das Spiel stand ständig auf Messers Schneide.
Die Schlussphase hatte es dann in sich. Wildau legte vor, Wünsdorf lief hinterher und blieb dran. Als die Gastgeber kurz vor Schluss erneut in Führung gingen, schien das Spiel zu kippen. Doch die Wölfe zeigten Moral. In der 59. Minute war es erneut Lukas Kuschel, der die Nerven behielt und zum 25:25-Ausgleich traf.

Die letzten Sekunden verstrichen ohne weiteren Treffer. Punkteteilung. Ende eines Spiels, das keinen Verlierer verdient hatte und trotzdem einen Sieger hätte kennen können.
Wer das Spiel nur auf dem Papier betrachtet, sieht ein Unentschieden. Wer genauer hinschaut, erkennt mehr: Wünsdorf musste einem Rückstand hinterherlaufen, sich in eine Partie zurückkämpfen, die lange nicht in die eigene Richtung lief und sich den Punkt in einer aufgeheizten Atmosphäre hart erarbeiten.
Natürlich bleibt ein Beigeschmack. Als Tabellendritter gegen den Fünften – und mit dem deutlichen 34:18 aus dem Hinspiel im Rücken – war die Erwartung eine andere. Das ist Fakt. Und genau deshalb fühlt sich dieser Punkt irgendwo zwischen gewonnen und verloren an.
Doch es gibt auch die andere Perspektive: Unter schwierigen Bedingungen, in einem körperbetonten Spiel und mit wenig klarer Linie, hat die Mannschaft Stand gehalten, sich nicht aus dem Konzept bringen lassen und bis zum Schluss dagegengehalten.
Unterm Strich steht ein 25:25.
Und ein Punkt, der zeigt: Diese Mannschaft gibt sich nicht auf – egal, wie das Spiel läuft.


