Saisonspiele 2023/24

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Rudel auf Beutezug

Keine Gnade im Gastrevier

Wölfe jagen im Fremdrevier

Sonntags-Derby mit Haltung: Team II setzt sich bei den alten Haudegen durch.

Das Derby bei der SG Schöneiche hielt, was es versprach: Tempo, Emotionen und ordentlich Reibung. Trotz angespannter Personallage im Rückraum zeigte die zweite Männermannschaft des MTV Wünsdorf 1910 eine reife Leistung und nahm verdient beide Punkte mit.

Trainer Much musste erneut improvisieren. Die Ausfälle von Maxim und Cedi auf Rückraum Mitte wiegen schwer – umso wertvoller war die Rückkehr eines alten A-Jugendlichen. Leon Lehmann sprang kurzfristig ein, fügte sich nahtlos ein und zeigte eindrucksvoll, dass er das Handballspielen nicht verlernt hat. Sechs Treffer, kluge Entscheidungen, sofort akzeptiert von der Mannschaft – genau das, was in dieser Phase gebraucht wird.

Offensiv ragte Dominik Zühl heraus. Mit neun Treffern war er Topscorer der Partie und bestätigte einmal mehr seinen klaren Aufwärtstrend. Viel Präsenz, hohe Abschlussqualität, Verantwortung in den entscheidenden Phasen – genau die Entwicklung, die sich zuletzt angedeutet hat.

Wünsdorf bestimmte über weite Strecken das Geschehen, verpasste es allerdings mehrfach, frühzeitig den Deckel draufzumachen. Trotzdem hatte man nie das Gefühl, die Partie könne kippen. Dafür war das Spiel der jungen, beweglichen Gäste gegen die routinierten Gastgeber schlicht zu stabil, zu dynamisch und insgesamt kontrolliert.

Der bittere Beigeschmack des Nachmittags: die Blaue Karte gegen Jungspund Konstantin Potthoff. Ein harter, aber nicht unfairer Zweikampf, ein Griff in den Leberbereich – und eine unbedachte verbale Entgleisung im Beisein der Schiedsrichter. Konstantin entschuldigte sich sofort, zeigte Reue, dennoch wird die Szene Konsequenzen haben. Eine mögliche Sperre würde die ohnehin angespannte Personalsituation weiter verschärfen. Jetzt heißt es abwarten und Daumen drücken, dass das Strafmaß im Rahmen bleibt.

Unterm Strich bleibt ein intensives, faires und sehenswertes Derby, in dem Wünsdorf nicht brillieren musste, um souverän zu bestehen. Die Richtung stimmt – sportlich wie mannschaftlich.

Endstand: 26:32 (12:17)