Saisonspiele 2023/24

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Zweiter Sieg im zweiten Spiel

Wölfe plötzlich Tabellenführer mtv cottbus

Die Wünsdorfer Wölfe haben ihren Saisonstart in der Brandenburgliga veredelt. Mit dem 25:16-Sieg gegen den LHC Cottbus II gelang dem MTV Wünsdorf der zweite Sieg im zweiten Spiel. Plötzlich steht der Aufsteiger sogar auf Platz 1 der Tabelle. Mehr...

 von Conrad Hipp

Mit dem 30:19-Sieg gegen Grün-Weiß Werder II gelang den Wölfen ein guter Start in die neue Saison. Im Duell der Aufsteiger überzeugte der MTV, setzte ein erstes Ausrufezeichen. Wie der erste Sieg einzusortieren ist, mussten die Wölfe nun am 2. Spieltag auf dem Parkett zeigen. Nachdem Werder II mit 20:35 in Bad Liebenwerda erneut verlor und damit bereits die zweite deutliche Pleite kassierte, kämpfen die Grün-Weißen in dieser Saison wohl ums nackte Überleben in der Brandenburgliga. Und der MTV? Der empfing den LHC Cottbus II. Schon vor zwei Wochen waren die Cottbuser in Wünsdorf und gewannen den Taverna Pella-Cup, damals allerdings kam Cottbus mit der ersten Mannschaft aus der Oberliga Ostsee-Spree.

Die Wölfe müssen im ersten Brandenburgliga-Heimspiel seit 2014 auf Trainer Ferenc Remes verzichten, der aus privaten Gründen fehlt. Er wird von Rudi Schulz und Denny Philipp auf der MTV-Bank vertreten. Der Start ins Spiel sieht zunächst ähnlich aus wie der eine Woche zuvor. Lukas Seifert, in Werder mit zehn Toren in nicht einmal elf Minuten gestartet, trifft für Wünsdorf bereits nach 44 Sekunden zum 1:0. Allerdings folgen diesmal nicht direkt neun weitere Treffer hinterher.

Für Cottbus trifft Ediz Aktas nur wenige Sekunden später zum 1:1, für Wünsdorf trifft dann Erik Klaus vom Kreis bevor Aktas zum 2:2 trifft. Schon vier Tore auf der Anzeigetafel, dabei sind noch nicht einmal zwei Minuten gespielt. Beide Teams legen ein hohes Tempo vor, wollen direkt gut ins Spiel kommen. Das hohe Tempo vom Start können die Teams aber nur sechs Minuten halten. Als Ivo Miskovic für Cottbus zum 5:4 trifft haben die Zuschauer schon neun Tore in sechs Minuten gesehen. Danach haben sich die Abwehrreihen etwas besser auf den Angriff des Gegners abgestimmt. Zum Vergleich: In den folgenden sechs Minuten fallen lediglich zwei Treffer. Auch die Trefferquote rutscht nun in den Keller

Die Wölfe spielen mit etwas weniger Tempo im Angriff, dafür strukturiert und konzentriert. Der MTV nimmt sich die Zeit, um sich gute Wurfchancen herauszuarbeiten. Cottbus hat hingegen deutlich mehr Probleme, in der nun gut formierten MTV-Abwehr Lücken zu finden. Mit wenig Durchschlagskraft und zuteil fehlender Struktur im Angriff lässt die Wurfquote des LHC schneller nach als die der Wölfe. So kann sich der MTV Tor für Tor absetzen, führt bei der LHC-Auszeit in der 21. Minute bereits mit 12:6. Geduldig und mit viel Ruhe fressen sich die Wölfe ein Polster an. Das Rudel hat den LHC mit einer guten Abwehrarbeit sehr gut im Griff. Hinzu kommt mit Fabian Kaleun ein starker Rückhalt im MTV-Tor. In Summe gelingen Cottbus zwischen der 6. und der 21. Minute lediglich zwei Treffer.

Bis zur Pause arbeiten sich die Wölfe aus der guten Abwehr eine 15:8-Führung heraus. Nach dem überzeugenden Sieg in Werder können die Wölfe in der ersten Hälfte gegen den LHC also sehr gut nachlegen. Auffällig: Nach der intensiven Anfangsphase genehmigen sich beide Teams einige Fehlwürfe. Während der MTV mit der Trefferquote zum Seitenwechsel bei 55 Prozent liegt, ist Cottbus nur bei 30,7 Prozent. Die LHC-Handballer scheitern in Hälfte eins zu oft an Keeper Kaleun, der in den ersten 30 Minuten elf Paraden zeigt und damit mehr als die Hälfte der Würfe aufs Tor entschärfen kann (11/19 Würfen gehalten).

taverna pella wuensdorf

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – LHC Cottbus II 15:8

In der zweiten Hälfte haben die Wünsdorfer den Freiraum, ein beruhigtes Spiel zu spielen. Es gibt wenig Aufregung auf dem Feld, beide Teams scheinen sich mit dem Spielausgang früh abgefunden zu haben. Den Gästen gelingt es nicht mehr, den Rückstand irgendwie wegzuknabbern und die Punkteverteilung noch einmal neu zu verhandeln. Als Linus Müller in der 42. Minute den Treffer zum 18:13 markiert, ist Cottbus zwar wieder auf fünf Tore ran, weil Torhüter Paul Hidy in dieser Phase auch einige starke Paraden zeigt. Mehr geht allerdings nicht.

So steuern die Wölfe 3052 Tage nach dem letzten Heimsieg in der Brandenburgliga in Richtung Sieg in der Paul-Schumann-Halle. Der MTV hat das Spiel unter Kontrolle, stellt den Vorsprung durch drei Tore in Folge (zwei Mal Jakub Pawlicki, ein Tor durch Erik Klaus) wieder auf neun. Es ist eine zweite Hälfte ohne jegliche Aufregerszenen. Ein faires Spiel, in der das seriöse Schiedsrichtergespann Madlen Tornow/Kai Argewalt keinen Diskussionsstoff zulässt, weil es das Spiel seriös und unauffällig leitet und die Spieler auf beiden Seiten auch nicht die Szenen für strittige Entscheidungen liefern. So wird Spiel Nummer zehn in dieser Brandenburgliga-Saison das bisher fairste der noch jungen Spielzeit. Mit jeweils nur einer Gelben Karte und nur einer Zeitstrafe pro Mannschaft. 

Mit dem Treffer von MTV-Routinier Dirk Becker findet die Partie beim Stand von 25:16 ein Ende. Die Punkte bleiben in Wünsdorf. Die Wölfe veredeln den Auswärtssieg vom ersten Spieltag und holen auch die Punkte drei und vier in dieser Saison. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison reichten dem HSV Wildau für den Klassenerhalt acht Punkte (drei Siege, zwei Unentschieden) – der MTV steht nach zwei Spieltagen bereits bei vier. Das Thema Klassenerhalt ist damit längst noch nicht durch, aber die Wölfe sammeln fleißig Punkte und können sich die Tabelle erst einmal einrahmen. Denn nach zwei Spieltagen stehen die Wölfe nun sogar auf Platz 1 der Brandenburgliga. Auch wenn die Tabelle nach zwei Spieltag noch wenig Aussagekraft hat bietet sie aus Wünsdorfer Sicht derzeit eine schöne Momentaufnahme.

Am Wochenende geht es für die Wölfe nun Richtung Lübben. In der vergangenen Saison bespielten die Wölfe dort den HC Spreewald II. Nun hat man die erste Vertretung vor der Brust. Der HC Spreewald ist ebenfalls neu in der Brandenburgliga, stieg zuletzt aus der Oberliga Ostsee-Spree ab.

Wünsdorfer Wölfe – LHC Cottbus II 25:16 (15:8)

Wünsdorfer Wölfe: Kaleun, Paeschke – L. Seifert 7, Pawlicki 7 (0/1), Klaus 5, Halkow 2, Vogel 2, Hawaleschka 1, D. Becker 1, Vikhrov, T. Engel, P. Engel, Luchmann, N. Seegebrecht
LHC Cottbus II: Hidy – Aktas 4 (1/1), Miskovic 3, Haase 3, K. Seifert 2, Müller 2, Bobrowski 1, Getschmann 1, Hof, Mielke, Wieland, Reimann
Schiedsrichter: Madlen Tornow/Kai Argewalt

Gelbe Karten: Klaus – Hof
Zeitstrafen: 1:1 (Vogel – K. Seifert)
Rote Karten: –
Blaue Karten: –

Wurfquote: 25/51 (49,1%) – 16/43 (37,2%)
Siebenmeter: 0/1 (0%) – 1/1 (100%)

ergebnisse spieltag 2

tabelle spieltag2

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