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Max Hawaleschka im Interview

 „Als würden die Gegner unseren Ehrgeiz übernehmen“

hawa dahlewitz

 

Auch Max Hawaleschka (19) feierte in der vergangenen Saison zum ersten Mal einen Aufstieg. Jetzt steht mit der Verbandsliga Süd auch vor ihm eine neue Herausforderung, die er zunehmend besser meistert. Im Gespräch mit Conrad Hipp spricht er über die Schläfrigkeit in der zweiten Halbzeit, den heutigen Gegner und wo er den MTV am Ende der Saison sieht.

Max, für dich selbst waren es fünf Tore gegen Calau. Ungeschlagen auf Platz 3 in der Liga. Man kann zufrieden sein mit dem Saisonstart oder?
Hawaleschka:
Als Außenstehender würde man annehmen, es sei ein perfekter Start für einen Aufsteiger. Allerdings nur, wenn man die Fakten betrachtet. Wenn man sich aus Sicht eines Spielers die drei Spiele anschaut, hätte es noch besser laufen können und sollen.

Was hätte besser laufen müssen?
Hawaleschka:
Wir haben bisher keinen konstanten Spielstil und müssen die Motivation aus der ersten Halbzeit besser mitnehmen.

Wie zufrieden bist du mit dir selbst bisher?
Hawaleschka: Ich habe mir vorgenommen, das Tor von Außen öfter zu treffen als in der vorigen Saison. Leider konnte ich dies meiner Meinung nach noch nicht richtig umsetzen. Aber das Ziel steht!

In den vergangenen beiden Spielen zeigte die Mannschaft eine grandiose Abwehr in der ersten Hälfte. Was macht ihr in der Kabine, dass ihr so gut startet?
Hawaleschka: Wir sind einfach heiß zu zeigen, was wir können. Wir wollen beweisen, dass wir in diese Liga gehören und die letzte Saison kein Zufall war. Das ermutigt sehr! Wir haben derzeit einen starken Innenblock. Die Kommunikation innerhalb der Mannschaft klappt überwiegend. Loben muss man an der Stelle auch Justin, der in der Abwehr seinen Spaß am Spiel gefunden hat!

Die zweiten Halbzeiten liefen allerdings gegen uns. Warum fehlt in den zweiten 30 Minuten die Spannung?
Hawaleschka: Dadurch, dass wir in der ersten Halbzeit bisher hoch geführt haben, sind wir schnell überheblich geworden. Die Folge davon sind technische Fehler und Unkonzentriertheiten, die uns im schlimmsten Fall den Sieg kosten können.

Erzähl uns das aus Spielersicht. Was passiert da in der Pause bzw. zu Beginn der zweiten Hälfte?
Hawaleschka: Ich kann es nicht genau beschreiben. Es ist, als ob unser anfänglicher Ehrgeiz von unseren Gegnern übernommen wird und wir uns auf der Leistung der 1. Halbzeit ausruhen. Schnell kommt es dann zu Gegentoren, der Druck steigt und die Nervosität nimmt zu.

Wie gefährlich kann diese Schläfrigkeit in Zukunft werden?
Hawaleschka: Es gilt nun Konstanz im Spiel herzustellen. Logischer Weise müssen wir versuchen, diese Leidenschaft aus der ersten Halbzeit mit in die Zweite zu bekommen, anderenfalls wird der Einbruch von stärkeren Mannschaften ausgenutzt und dann war's das mit ungeschlagen seit ...!

Du hast bisher drei Jahre Männerhandball in der Landesliga gespielt. Was ist jetzt in der Verbandsliga anders?
Hawaleschka: Wenn ich ehrlich bin, macht das für mich wenig Unterschied. Klar, es ist ein anderes Niveau, aber ich gebe immer noch genauso Gas und will noch immer das Bestmögliche mit der Mannschaft erreichen! Allerdings kommen auch noch starke Gegner.

Wie gut hast du dich an die neue Liga schön gewöhnt?
Hawaleschka: Nach drei Spieltagen lässt sich das schwer einschätzen. Ich schaue von Spiel zu Spiel, versuche eine Topleistung zu bringen. Für meine Spezialität, schnelle Gegenstöße, bin ich auf die Unterstützung durch die Mannschaft angewiesen.

Jetzt kommt Friedland. Wieder einmal ein Gegner, den du noch gar nicht kennst. Wie viel schwerer ist es für dich, gegen fremde Teams zu spielen?
Hawaleschka: Ich denke mir immer, zwar sind die Gegner neu für uns, aber sie kennen uns genauso wenig, wie wir sie. Das beruhigt mich.

Am Wochenende sind wir seit 588 Tagen ungeschlagen. Seit 30 Ligaspielen haben wir nicht mehr verloren. Wie sehr hat man sich das Verlieren schon abgewöhnt?
Hawaleschka: Ich habe mir die gleiche Frage vor kurzem selbst gestellt. Wie es sich wohl anfühlt, zu verlieren und was passiert, wenn es dazu kommt. Ob wir in ein Tief fallen oder das Feuer und der Ehrgeiz dadurch noch größer werden. Eigentlich will ich die Frage gar nicht beantworten, denn wir wollen weiter gewinnen.

Mit Justin und Nick sind zwei Neue dazu gekommen. Sonst ist die Mannschaft so geblieben. Was hat sich am Team über den Sommer trotzdem verändert?
Hawaleschka: Wir sind alle etwas älter geworden. Wir haben die Erfahrung aus unseren Siegen mitgenommen und dadurch Selbstvertrauen getankt. Zusätzlich sind wir einfach während der Vorbereitung noch mehr zusammengewachsen. Jeder versteht sich mit Jedem und das ist auch gut so!

Aktuell steht der MTV auf Platz 3. Ist das nur dem guten Start geschuldet oder denkt man auch daran, dort am Ende zu landen?
Hawaleschka: Natürlich will man so erfolgreich wie möglich die Saison abschließen. Gerade um zu zeigen, was in uns steckt und ich behaupte jetzt mal, das geht nicht nur mir so.

Persönlich und für die Mannschaft. Wie sehen deine Ziele in dieser Saison aus? Womit wärst du am Ende der Saison zufrieden?
Hawaleschka: Für mich muss es nicht unbedingt nötig, die Spitze sein. Ich wäre schon damit zufrieden, wenn man uns als ernstzunehmenden Gegner betrachtet und wir uns gut präsentieren!