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Doppel-Interview mit Nils Seegebrecht & Stefan Bombich

„Man konnte sich leiden, aber irgendwie auch nicht“ 

seegebrecht bombich

In der Saison 2014/2015 sahen sich Wölfe-Spielmacher Nils Seegebrecht (23) und Dahlewitz-Keeper Stefan Bombich (27) das bisher letzte Mal auf dem Handballfeld. Damals trugen beide noch das Trikot von Blau-Weiß Dahlewitz. Am Samstag treffen sich beide wieder auf dem Feld, diesmal wieder in unterschiedlichen Trikots. Im Doppel-Interview mit Conrad Hipp sprechen beide über ihre Freundschaft außerhalb des Feldes, warum zwischen Dahlewitz und Wünsdorf so eine freundschaftliche Rivalität herrscht und ihre Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Vereine.

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Nils, Stefan. Am Samstag gibt's das erste Wiedersehen auf dem Feld. Beim letzten Mal habt ihr beide noch das Logo von Dahlewitz getragen. Wie groß ist die Vorfreude?Seegebrecht: Ich freue mich riesig, gegen Dahlewitz zu zocken! Derby-Time.
Bombich: Geht mir genauso. Nicht nur, weil es gegen Nils und Ronny geht, sondern allgemein hab ich Bock auf Derby.

Stefan, was denkst du über den „neuen“ MTV?
Bombich: Wünsdorf hat eine junge Mannschaft, zwei, drei erfahrene Spieler drin. Ich bin gespannt, wie sie sich in dieser Saison schlagen.

Was ist vom alten Rivalen übrig geblieben?
Bombich: Bis auf drei Spieler ist ja von der alten Mannschaft, gegen die ich das letzte Mal gespielt hab, nichts mehr übrig. 
Seegebrecht: Dafür bin ich ja dabei.
Bombich: Ist ja auch egal. Derby ist Derby, egal, wer da auf der Platte steht.

Nils, du spielst das erste Mal im Männerbereich gegen Dahlewitz, hast die Rivalität aus der Verbandsliga damals als Jugendspieler auf der Tribüne mitbekommen. Was ist davon heute noch übrig?
Seegebrecht:
Ich denke, nicht mehr so viel. Trotzdem will jeder gewinnen.

Stefan?
Bombich: 
Naja eine gesunde Rivalität gehört zum Derby immer dazu. Gegen Wünsdorf war das ja auch immer was Besonderes. Eine volle Halle, laute Fans auf beiden Seiten – egal in welcher Halle. Das ist schon geil und macht eine Menge Spaß. Ich hoffe, das wird Samstag wieder so.

Wir waren immer vernünftige Nachbarn. Man hat sich gepiesackt, aber geschätzt. Das ist mit anderen Vereinen nicht so. Warum herrscht zwischen Dahlewitz und Wünsdorf so eine entspannte Nachbarschaft?
Bombich: 
Das Sticheln gehört dazu und auf der Platte werden auch schon mal ein paar nette Worte ausgetauscht. Das ist normal. Wichtig ist, dass wir uns nach dem Spiel die Hand geben und wieder normal miteinander reden. Auch wenn das nicht mit jedem klappt, ich hab ja da auch meine Kandidaten. Trotzdem haben die Vereine ein gutes Verhältnis zueinander. Woran das liegt, kann ich gar nicht genau sagen. Man kommt persönlich immer sehr gut miteinander klar. Das wurde durch die Wechselei von Nils und Ronny damals auch noch besser.
Seegebrecht: Auf der einen Seite konnte man sich leiden, auf der anderen irgendwie nicht (lacht). Und da kam dann dieses Verhältnis raus, was wir jetzt haben.

Auch ihr seid nicht erst seit der Rückkehr von Nils nach Dahlewitz in der Saison 14/15 gute Freunde. Was verbindet Nils Seegebrecht und Stefan Bombich?
Bombich: 
Ich weiß gar nicht so genau, wo wir uns kennengelernt haben. Ich glaube damals durch seinen Bruder. Ich hab mich mit dem Kleinen sofort gut verstanden.

Vervollständigt diesen Satz. Nils Seegebrecht und Stefan Bombich gemeinsam sind...
Seegebrecht: 
Das kann man nicht in Worte fassen (lacht).
Bombich: Ich würde sagen: Nils und Stefan gemeinsam sind eine geile, aber auch verrückte Kombination.

Wie kann man Nils auf dem Feld am Besten stoppen?
Bombich: 
Puh, kann ich nicht mal so genau sagen. Meine Aufgabe ist, seine Bälle zu halten und da freue ich mich jetzt schon drauf.

Und wo trifft man bei Stefan am Besten?
Seegebrecht: 
(lacht) Am Besten über den Kopf ziehen das Ding. Oder ein schöner Heber.

Stefan, erinnerst du dich noch an den 24. März 2012?
Bombich: 
Nö, kann ich nicht. Was war da?

Das bisher letzte Duell zwischen Dahlewitz und Wünsdorf. Ihr habt bei uns mit 23:35 verloren und wir sind aufgestiegen.
Bombich: Ach die Geschichte... An das Spiel erinnere ich mich nicht mehr wirklich. War ja für mich eins wie jedes Andere. Für uns ging es ja um nichts mehr. Aber an die Wette erinnere ich mich noch.

Du hast nach dem Spiel höchstpersönlich eine Kiste Bier in die MTV-Kabine gebracht. Sogar ein eigenes Aufstiegs-Etikett hattet ihr designed.
Bombich: 
Für solche Sachen bin ich ja immer zu haben. Da bring ich dann auch mal eine Kiste Bier persönlich in die Kabine (lacht).

Nils, wie hast du den Tag damals eigentlich erlebt?
Seegebrecht: 
Ich habe vorher noch selbst ein Spiel gehabt und weiß nur noch, dass die Halle ziemlich voll war, als ich vom Duschen kam.

Stefan, in dem Sommer, in dem Nils und Ronny nach Dahlewitz kamen ist die ganze Mannschaft bis auf wenige zerfallen. Wie hast du das damals wahrgenommen?
Bombich: Man verfolgt das natürlich, was da in der Nachbarschaft passiert. Dass es so extrem wird, dass die Mannschaft aus der Brandenburgliga abgemeldet werden musste, war ziemlich bitter. Aber es war eine Chance für den MTV, eine junge Mannschaft aufzubauen. Und für uns war es gut, dass Ronny und Nils zu uns kamen.

Damals war zunächst Dahlewitz der Aufsteiger, danach war Wünsdorf in der Aufstiegssaison nicht zu holen. In diesem Jahr kämpft wohl keiner um Platz 1 mit. Wie ist die Rollenverteilung?
Bombich: Das wird sich zeigen. In meinen Augen sind da zwei Mannschaften oben und der Rest ist relativ ausgeglichen.
Seegebrecht: Beide Mannschaften werden im Mittelfeld landen und gut mitspielen. Nach oben und unten ist alles offen.

Wie wollt ihr am Samstag den jeweils anderen bezwingen?
Seegebrecht: 
Wir spielen einfach als Mannschaft und machen mehr Tore als die Blauen.
Bombich: Ich will jeden Ball halten. Mal gucken, wie das gelingt.

Wünsdorf muss in Baruth spielen. Da herrscht Klisterverbot. Wie groß ist da der Nachteil für den MTV bzw. der Vorteil für Dahlewitz?
Bombich: 
Wir spielen öfter mit wenig Klister oder sogar ohne. Insofern kann das schon ein Vorteil sein.
Seegebrecht: Was soll ich dazu sagen? Für mich ist Handball ohne Kleber kein Handball. Das gibt Dahlewitz aber keinen Vorteil.

Nils, inwieweit geht der Heimvorteil allgemein in Baruth flöten?
Seegebrecht: 
Naja, was heißt, dass der flöten geht? Ich denke, die Halle wird trotzdem voll sein und die Stimmung kommt dann auch auf dem Feld an.

Was kann man von Dahlewitz und Wünsdorf in dieser Saison erwarten?
Seegebrecht: 
Ich denke, dass beide sich im oberen Mittelfeld wiederfinden. Wünsdorf natürlich vor Dahlewitz.
Bombich: Das solltest du den Trainer fragen. Ich will jedes Spiel gewinnen und ich denke, wenn wir unser Spiel auf die Platte bringen, können wir auch jeden Gegner schlagen.

Wer sind in der Liga eure Favoriten?
Bombich: 
Meine Favoriten sind Schlaubetal und Finsterwalde.
Seegebrecht: Für mich gibt es keinen. Das wird sich erst noch herausstellen.

Wenn Wünsdorf vor Dahlewitz landet, ... 
Bombich: 
Hahaha, niemals!
Seegebrecht: Das würde uns sehr freuen. Klar wollen wir vor Dahlewitz landen bzw. eigentlich vor allen Mannschaften (lacht). 

Wenn Dahlewitz vor Wünsdorf landet, ...
Bombich: 
So sollte es sein.
Seegebrecht: Dann ist das so. Wird aber nicht passieren.

Eure Prognosen. Wer wird Meister und wo landen Dahlewitz und Wünsdorf.
Seegebrecht: 
Meister wird, wer die meisten Spiele gewinnt. Im Ernst: Keine Ahnung. Auf jeden Fall nicht Dahlewitz.
Bombich: Na Wünsdorf auch nicht. Ich denke, am Ende wird Schlaubetal knapp die Nase vorn haben. Ich will unter die ersten 4, Wünsdorf sehe ich auf Platz 5 bis 8.
Seegebrecht: Ihr auf 4 und wir auf 5-8. Hast du die Nacht vom Erfolg geträumt oder was?