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Frauen-Trainer Kilian Kerbs

„Die jungen wittern ihre Chance“

... und das hat er bei der 1. Männermannschaft vor

kk

Mit den MTV-Frauen beendet Kilian Kerbs das Jahr 2006 auf 7. Platz der Kreisliga. Nach der Pleite gegen Trebbin (20:22) versäumte seine Truppe, den Anschluss an die Spitzengruppe zu halten. Trotzdem hält er eine Spitzenplatzierung in der Kreisliga weiter für möglich. Niederlage und Top-Platzierung? Grund genug, mal kräftig aufzuräumen. Im Interview mit Conrad Hipp spricht „KK“ über seine Vorsätze für 2017, verschenktes Potenzial in der Mannschaft und die Zukunft der Nachwuchs-Spielerinnen.

Dieses Interview wird präsentiert von

zurawski 2016

Kilian, 16 Liga-Spiele im Jahr 2016 – acht Siege. Dazu der Pokalsieg. Wie fällt dein Fazit für das Jahr 2016 aus? 
Kerbs: Der Pokalsieg war ein sehr tolles Erlebnis. Wir haben die vergangene Saison gut abgeschlossen. Da habe ich mir ehrlich gesagt einen Auftrieb erhofft. Uns fehlen aber immer noch die guten Ergebnisse, weil wir uns auch 2016 die bekannten Konzentrationspausen gönnten.

Was sind deine Vorsätze für 2017?
Kerbs: Wir wollen in die obere Tabellenhälfte kommen und auch beim Torhverhältnis (derzeit -22) wieder ins Positive rutschen. Wir hatten zuletzt viele Ausfälle. Ich hoffe, dass davon möglichst viele wieder zurückkommen.

Mit einem Sieg gegen Trebbin hätte man einen super Anschluss nach oben gehabt. Wo geht's noch hin?
Kerbs: Ich denke weiterhin, dass eine Top-Platzierung machbar ist. Wenn wir so spielen wie gegen Wusterwitz oder Potsdam, dann ist das machbar. Wir haben vier Punkte Rückstand auf Platz drei. 

„Wir sind zu sehr mit uns selbst beschäftigt“

Ein kleiner Rückblick. Was ist in diesem Jahr besser geworden?
Kerbs: Die Ingegration der ehemaligen Jugendspielerinnen funktioniert immer besser. Sie wachsen immer besser in die Mannschaft hinein, das gefällt mir schon sehr gut. Ich spüre in der Mannschaft die Bereitschaft, sich weiter zu verbessern.

kk coachWas sind die Baustellen? 
Kerbs: Die Spielerinnen müssen noch flexibler werden – und wollen das auch. So wollen wir uns dazu bringen, unser Potenzial noch besser abzurufen, uns selbst zu pushen. Wir haben zu oft noch zu viel mit uns selbst zu tun.

Inwiefern?
Kerbs: Wir müssen viel Kraft aufwenden, unsere Konzentration dauerhaft hoch zu halten und damit geht viel verloren. Wir machen auch immer wieder Pausen, wo wir unkonzentriert sind. Da bekommen wir dann unnötige Gegentore und machen es uns selbst schwer. Und dann sind wir eben damit beschäftigt, die Konzentration wieder zu finden. 

Bei Testspielen sind gerade einige Nachwuchsspielerinnen schon dabei. Wie weit sind die vier?
Kerbs: Svenja darf ab 2017 schon ran. Eigentlich hätte sie auch gegen Trebbin schon gespielt, aber die Formalitäten mit dem Verband konnten nicht rechtzeitig geklärt werden. Im neuen Jahr wird sie aber ihr Debüt feiern. Sie braucht aber noch etwas Zeit. Sie spielt erst seit zwei Jahren Handball. Insgesamt sehe ich die komplette Entwicklung in diesem Bereich aber positiv, auch bei den anderen. Alessa macht große Sprünge, ist schon viel flexibler geworden. Auch Angie Hirschfeld ist auf diversen Positionen einsetzbar und macht eine tolle Entwicklung. Angie Lenke im Tor wird die erste sein, die von den Dreien spielen darf. Damit haben wir eine weitere Alternative im Tor. Die Mädels hinterlassen in den Tests gute Eindrücke. Sie merken, dass die Chance da ist, sich hier einen Platz zu erkämpfen.

Es gibt endlich wieder Heimspiele in der Paul-Schumann-Halle...
Kerbs: Ich hoffe, dass die Heimspiele die Mannschaft wieder pushen. Gegen Trebbin war das schon toll, wie viel Zuschauer am Freitagabend nur für das Frauen-Spiel in die Halle kamen. 

Stören die ganzen Auswärtsspiele den  Spielrhythmus?
Kerbs: Die Auswärtsspiele stören nicht. Das größere Problem sind die Lücken im Spielplan. Da schleicht sich das dann schon ein. Aber das wird jetzt besser, wenn wir wieder regelmäßiger unterwegs sind.

„Becks und Jan stärken die Mentalität der Mannschaft“

Kommen wir zu dir als Spieler. Du wolltest im Sommer unbedingt zurück in die erste Mannschaft und hast das auch geschafft. Wie zufrieden bist du bisher mit deiner Rückkehr?
Kerbs: Ich bin glücklich, dass ich diese Chance bekommen habe. Ich spüre das Vertrauen des Trainers, das tut sehr gut. Ich weiß aber, dass ich mich noch verbessern muss. In der Abwehr zum Beispiel.

Wie war deine Reaktion, als Matthias dir sagte, dass du wieder dabei bist?
Kerbs: Die Vorbereitung war zwar sehr gut bei mir ich habe nur leider in den Testspielen nicht das abgerufen, was ich kann deswegen war ich überrascht das ich den Sprung trotzdem geschafft habe

Was erwartest du von der Rückrunde?
Kerbs: Jetzt kommt endlich Rhythmus rein. Da wird mehr rotiert werden, die Flexibilität muss höher werden. Jeder bekommt dann auch mehr Spielzeit. Bisher ist das etwas schwer gewesen.

Was geht für dich und die Mannschaft in dieser Saison?
Kerbs: Wichtig wird der Auftakt. Dahme muss man erstmal schlagen. Wenn wir so gut ins Jahr kommen und weiter unsere Punkte holen, wird man am Ende ein ordentliches Ergebnis sehen. Da oben schwimmt aber auch noch Schöneiche mit. Das wird auch bis zum Rückspiel so bleiben, denke ich. Dieses Spiel wird dann ja eigentlich auch mein erstes richtiges Derby gegen die SGS. Da freue ich mich drauf.

kk test hsg mit becksWie gut tun der Mannschaft die beiden Rückkehrer?
Kerbs: Allein durch die Erfahrung, die sie mitbringen, ist das schon ein Riesen-Bonus. Da spielt man daneben viel sicherer. Sie führen diese junge Truppe sehr gut. Das stärkt die ganze Mentalität der Mannschaft. Ein Beispiel: Gegen Finsterwalde habe ich nicht gespielt. Becks hat mich danach zur Seite genommen und mir Mut zugesprochen, mich aufgebaut. Dazu kommt der Trainer, der als Spieler selbst eine Menge Erfahrung hat und weiß, was er da macht. 

Was hättest du in dieser Saison lieber. Top3 mit den Frauen oder den Aufstieg mit der Ersten?
Kerbs: Miese Frage. Ich sage es mal so: Ich will mit den Männern mitnehmen, was geht und parallel mit den Frauen Platz 3 angreifen.

 

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