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Der neue Wölfe-Coach im Interview

„Es wird temporeichen Handball geben“

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Die Wölfe gehen mit einem neuen Coach in die kommende Saison. Matthias Wehlmann (42) übernimmt ab dem 1. Juli offiziell das Wolfsrudel. Durch die frühzeitige Entscheidung hat der MTV bereits schon zu Beginn der Sommerpause Planungssicherheit für die kommende Saison.

Gemeinsam mit dem Coach wird jetzt an der Vorbereitung auf die Spielzeit 2016/2017 gefeilt. Dort will Wehlmann mit dem Rudel wieder oben mitspielen. Im Gespräch mit Conrad Hipp erzählt der Familienvater, wieso er zum MTV kommt, was noch getan werden muss und wie er seinen Ex-Klub Schöneiche bezwingen will.

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CH: Matthias, Willkommen im Wolfsrevier. Mit welchen Erwartungen trittst du deine neue Aufgabe an?
Matthias Wehlmann: Danke. Ich komme in erster Linie mit der großen Erwartung an die Mannschaft hierher, dass sie sich alle weiterentwickeln wollen.

CH: Der Name Matthias Wehlmann ist vielen Handballern natürlich bekannt. Was für einen Typ Mensch und Trainer hat sich dem Rudel jetzt angeschlossen?
MW: Ich bin ein ehrgeiziger und zielstrebiger Trainer, der auch fordert. Ich denke, dass ich gut zuhören kann und über soziale Kompetenz verfüge und auch für jeden Spaß zu haben bin.

CH: Du hattest auch andere Angebote. Wieso hast du dich für den MTV entschieden?
MW: Ich mag einfach diese Art, wie Wünsdorf Handball spielt. Ich bin vom Zusammenhalt des Teams und von der Kampfbereitschaft absolut überzeugt. Ich habe richtig Lust diese Mannschaft weiterzuentwickeln.

CH: Was sind deine Ziele beim MTV?
MW: Jetzt wollen natürlich viele das Wort Aufstieg hören. Aber: Der Aufstieg ist hier keine Pflicht, das will ich klar betonen. Unser Ziel ist es, uns im oberen Drittel der Tabelle zu etablieren. Dafür möchte ich, dass wir eine gute und hoffentlich verletzungsfreie Vorbereitung durchlaufen und fit sind, wenn die Saison losgeht. Dann gilt es, von Spiel zu Spiel an sich zu arbeiten und sich zu steigern. Wir wollen mit guten Leistungen das Publikum mitnehmen und dann werden wir mal sehen, wo die Reise hingeht.

image 2016 05 26CH: Bei dem A-Wort muss man vor allem auf die Euphoriebremse treten, weil der MTV eine extrem junge Mannschaft hat, die noch voll in der Entwicklung ist. Was ist dabei die große Herausforderung, so viele junge Spieler zu haben?
MW: Die jungen Spieler sind technisch sehr gut ausgebildet! Natürlich müssen sie sich aber noch körperlich und spielerisch weiterentwickeln. Sowas geht eben nicht in einer Saison bei den Männern. Sie müssen weiter ins Team und den Erwachsenenhandball integriert werden. Dazu muss ihnen das richtige Selbstbewusstsein und ein gewisses Gefühl über entscheidende Spielsituationen vermittelt werden.

CH: Du weißt über die Mannschaft schon recht gut Bescheid, obwohl du offiziell noch gar nicht angefangen hast. Welchen Eindruck hast bisher von der Mannschaft?
MW: Ich glaube, die Mannschaft freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit und ihre Erwartungen selbst sind recht hoch.

CH: Klingt alles so positiv. Wo muss noch nachgebessert werden?
MW: Das Zusammenspiel zwischen Torhüter und der Abwehr muss grundlegend verändert werden. Taktisch muss die Mannschaft dazu lernen und es müssen mehr Spieler gefunden werden, die Verantwortung übernehmen und zu Führungsfiguren heranwachsen.

CH: Müssen neue Spieler her?
MW: Nein! Ganz klar! Der Kader ist groß genug und alle wollen sich beweisen. Aber wenn sich ein Spieler anbietet und es passt sportlich sowie menschlich, muss man sich zusammensetzen und nachdenken. Wenn es passt, bin ich der Letzte, der Nein sagt. Konkurrenz belebt das Geschäft.

CH: Hast du Spieler, die du dir in Wünsdorf wünschst?
MW: Ich persönlich habe keinen Spieler darauf angesprochen, nach Wünsdorf zu wechseln.

CH: Man merkt, dass du einen klaren Plan hast. Welchen Stempel wirst du dem Handball in Wünsdorf aufdrücken?
MW: Es wird temporeichen und aggressiven Handball geben und wir werden für enge Situationen klare taktische Vorgaben haben.

CH: Deine letzte Trainerstation war die SG Schöneiche. In der frisch beendeten Saison waren das zwei richtig klasse Handballspiele und auch in der neuen Saison dürfte es heiß hergehen. Ist da die Vorfreude jetzt schon besonders groß?
MW: Ich weiß nicht, was da zwischen beiden Vereinen läuft. Ich bin auf jeden Fall kein Mensch, der bei dieser Rivalität noch Öl ins Feuer gießt. Ich habe mit beiden Vereinen kein Problem. Für mich werden es zwei Punktspiele mit Derbycharakter.

fahrschulle muellerCH: Bleiben wir kurz beim Derby. Es ist immerhin dein Ex-Klub. Wer hat den größeren Vorteil? Schöneiche, weil sie dich als Trainer kennen oder du, weil du Schöneiche als Mannschaft kennst?
MW: Der Vorteil liegt natürlich bei uns, da ich Schöneiche kenne und weiß, wo sie anfällig sind. Aber Schöneiche hat einen größeren Vorteil in Bezug auf die restlichen Spiele der Saison. Sie kennen bereits 90 % der Staffelkonkurrenten sehr gut.

CH: Du willst im oberen Drittel mitspielen. Wer ist für dich der Staffelfavorit in der neuen Saison und wer sind die ärgsten Konkurrenten im oberen Drittel?
MW: Da muss ich ganz ehrlich passen. Als ich Trainer in Schöneiche war, hab ich eine andere Staffel kennengelernt. Damals war das die Landesliga Mitte. Diese Staffel ist mir noch völlig unbekannt.

CH: Als Spieler hast du unglaublich viele Erfahrungen, hast Regionalliga gespielt und warst mehrfacher Landespokalsieger. Welche Vorteile bringt dir das persönlich als Trainer?
MW: Ich habe als Spieler Höhen und Tiefen erlebt. Ich habe schwere Verletzungen verschmerzen müssen, viele Trainer sind gekommen und gegangen. All diese Erfahrungen, die ich in 34 Jahren als Spieler sammeln durfte werde ich jetzt an die Mannschaft so gut es geht weitergeben. Ich freue mich auf die Zeit bei den Wölfen und muss aber noch dazu sagen, dass auch ich als Trainer noch viel dazu lernen muss.

Auch das Wolfsrudel freut sich auf die Zeit mit dir als Trainer. Vielen Dank für das Interview