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 Andreas Apel und Jan Reichert sind nicht nur auf dem Handballfeld ein Team. Die beiden kennen sich seit ihrer frühen Kindheit, sind seit über 20 Jahren befreundet. Im Gespräch mit Conrad Hipp verrät Linksaußen Reichert, wer am besten feiern kann und Kreisläufer Apel nimmt das Wort "Aufstieg" in den Mund.

 

Conrad Hipp: Fabse, Andi... Ihr kennt euch seit ihr fünf Jahre alt seid. Könnt ihr euch noch dran erinnern, wann ihr euch das erste Mal einen Handball zugeworfen habt?

Andreas Apel (25): Das ist schon ein paar Jahre her. Ich hab beim MTV ja erst mit Fußball angefangen. Mit 10 Jahren bin ich dann zum Handball gewechselt. Jan hatte damals schon gespielt und mir davon erzählt.

Jan Reichert (25): Das erste Mal müsste in der 4. oder 5. Klasse gewesen sein. Das war noch in der alten Sporthalle an der heutigen Oberschule in Wünsdorf.

 

CH: Andi, du hast ab der Saison 2011/2012 ein paar Jahre mit dem Handball ausgesetzt, warum?

AA: Zu diesem Zeitpunkt habe ich mein Luftfahrtstudium begonnen. Einerseits wollte ich mich voll und ganz auf das Studium konzentrieren, da ich damals noch nicht einschätzen konnte wie umfangreich das alles wird. Zum Anderen hatte ich auch immer genau zu den Trainingszeiten Vorlesungen.

 

CH: Hast du das Handballgeschehen damals trotzdem verfolgt?

AA: Verfolgt habe ich in dieser Zeit das Spielgeschehen weniger, aber Jan hat ja ständig von erzählt. 

 

andi-fabse-warmmachenCH: Fabse, hast du mal versucht, Andi zu überreden, das er wiederkommt?

JR: Überredet nicht. Aber ich hab ihn immer mal wieder gefragt, wann er wieder kommt.

 

CH: Warum kamst zu letztendlich zurück?

AA: Kurz, es wurde mir nach ca. 1 ½ Jahren ohne sportliche Aktivitäten schlicht zu langweilig zu Hause und ich entschloss mich, wieder beim Training einzusteigen. Das Handball spielen und der Mannschaftzusammenhalt haben mir gefehlt und ich habe gemerkt wie viel Spaß es macht und was mir gefehlt hat.

 

CH: Fabse, du hast selbst immer weiter gemacht. Warst auch auf dem Sprung in die erste Männer unter Stephan Buchholz. Warum hat das damals nicht so geklappt wie es sollte?

JR: Ich habe ja zwei oder drei Jahre bei der ersten mittrainiert und auch ab und zu mal gespielt. Als Stephan Buchholz dann dazu gestoßen ist und immer mehr Spieler aus Berlin und Umland kamen, war die Konkurrenz einfach zu groß. Jedes Spiel 60 Minuten auf der Bank zu schmoren war es mir nicht wert. Deshalb habe ich nur noch bei der ersten trainiert und für die zweite die Punktspiele absolviert. Dort konnte ich spielen, auch wenn ich damals zu meiner Bundeswehr-Zeit nicht zum Training konnte.

 

CH: Jetzt spielt ihr beide gemeinsam in der ersten. Vergangene Saison in der Zweiten. Fabse wie war es für dich, als dein Kumpel Andi wieder zum Training kam?

JR: Es war toll ihn wieder regelmäßig in der Halle zu sehen. Wir verstehen uns ja super und haben daher auch wieder mehr Zeit miteinander verbracht. 

 

CH: Ihr seid seit Jahren befreundet. Ist das auf dem Feld ein Vorteil?

AA: Ja, und auf jeden Fall. Auch, dass wir schon so lange zusammen spielen. Natürlich klappen nicht immer alle Spielzüge aber ich denke wenn man sich gut versteht, dann ist ein gutes Zusammenspiel um einiges leichter. 

 

CH: Ihr musstet ein paar Wochen aussetzen, habt gegen Lübbenau euer Comeback gefeiert. Das Spiel gegen Guben habt ihr als Ordner angesehen. Wie seht ihr den derzeitigen Zustand der Mannschaft?

AA: Im Spiel gegen Guben haben wir uns leider nicht von der besten Seite gezeigt. Warum es derzeit erfolgstechnisch nicht optimal läuft können wir uns auch nicht wirklich erklären. Vorn mehr Tore machen und hinten weniger zulassen ist einfacher gesagt als getan. Es wird im Team besprochen was nicht geklappt hat und jeder in der Mannschaft ist bestrebt sein Bestes zu geben. Somit werden wir sicherlich den ein oder anderen Sieg in dieser Saison einfahren.

 

JR: Es hakt im Moment gewaltig im Angriff. Wir sind noch nicht so sehr eingespielt, wie wir es gern hätten und vielleicht schon dachten. Auch durch die vielen Positionswechsel, Krankheiten und Verletzungen ist es schwer, die Abstimmung zu finden. Gegen Massen sah das schon besser aus.

 

fabse-andi-privatCH: Du sprichst es gerade an. Das Spiel gegen Massen war eine extrem starke Mannschaftsleistung. In der letzten Sekunde musstet ihr den Treffer zur Niederlage mit ansehen. Was ging euch da durch den Kopf?

AA: Scheiße! Hätten wir die beiden unnötigen Tore zum Ender der ersten und zweiten Hälfte nicht bekommen, dann hätten wir die Kiste sogar gewinnen können.

JR: Das Ding zum Schluss war natürlich extrem bitter. Aber wir haben toll gekämpft. Ich war sehr stolz auf unsere Leistung, die wir da abgerufen haben. Wenn die Mannschaft in Bad Liebenwerda mit dieser Einstellung antritt, mache ich mir gar keine Sorgen.

 

CH: Wünsdorf hat vor der Saison komplett neu angefangen. Was hat sich geändert von der Vorbereitung bis heute?

AA: Der Beginn der Saison war äußerst schwierig. Bis auf ein paar Leute wurden wir komplett neu zusammengewürfelt und wir mussten uns erst einmal aufeinander einspielen und als Team zusammenwachsen. Aber ich bin der Meinung, dass uns das sehr gut gelungen ist. Auch die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut. Wir haben dieses Jahr eine sehr gute Grundlage geschaffen, wo wir in der nächsten Saison drauf aufbauen können.

JR: Ich finde auch, dass sich die Jugend und die Grauen sich gut integriert haben. Man hat dadurch auch Spieler, die man vorher kaum kannte, besser kennengelernt. Spielerisch haben wir uns ebenfalls schon gut weiterentwickelt.

 

CH: Die Stimmung in der Mannschaft ist tatsächlich sehr gut. Ihr beiden wisst zudem, wie man richtig feiert. Kommt bei den Partygründen in den nächsten Jahren noch ein Aufstieg dazu?

JR: Vom Aufstieg kann man gegenwärtig nicht sprechen. Wir müssen abwarten, wie sich die neuen Jugendspieler integrieren. In ein paar Jahren können wir gerne nochmal darüber sprechen, aber dieses und nächstes Jahr ist der Klassenerhalt und eine gute Platzierung im Mittelfeld das Hauptziel.

AA: Dann rede jetzt schonmal drüber. Dieses Jahr ist erstmal der Klassenerhalt angesagt. Ich bin mir sicher, dass wir den auch trotz der ausbleibenden Erfolge der letzten Spiele erreichen werden. Mit dem Aufstieg müssen wir abwarten, was passiert. Allerdings würde ich das in den nächsten Jahren nicht ausschließen. In Zukunft werden viele Jugendspieler, die eine Menge Potenzial haben, zur Männermannschaft hinzukommen.

 

CH: Hand aufs Herz. Wer feiert besser?

JR: Schwere Frage. Ich glaub da nehmen wir uns nicht viel. Wir geben beim Feiern immer alles, obwohl das in den letzten Jahren weniger geworden ist. Man wird ja auch erwachsen und hat immer mehr Verantwortung. Aber bei einem bin ich mir sicher: Wir werden noch genug Partys rocken und beste Kumpels fürs Leben bleiben.

 

Vielen Dank für das Interview

Die Wölfe wünschen für

die Zukunft alles Gute

und weiterhin viel Zusammenhalt