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Wieder mal ein Unentschieden

Wölfe Remiskönige der Liga 

neuendorf seege

von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe haben mit einem 29:29 bei der HSG Schlaubetal bereits ihr drittes Unentschieden der Saison geholt und überwintern somit auf Platz 3 in der Verbandsliga Süd. Am letzten Spieltag der Saison zeigten die Gastgeber und die Wölfe dabei eine sehr ausgeglichene Partie, bei der eine Punkteteilung am Ende völlig gerechtfertigt ist. Bester Werfer des Spiels wurde Wünsdorfs Sven Neuendorf mit 14 Toren.

hawa schlaubeIn der ersten Verbandsliga-Saison nach dem Aufstieg aus der Landesliga stand für die Wölfe wieder einmal eine besondere Reise in die Vergangenheit. Mit der HSG Schlaubetal hatten sich die Wölfe bereits vor Jahren duelliert. Die HSG und der MTV, zwei verbitterte Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg, bei der die Wölfe sich bei den Gastauftritten in Müllrose immer schwer taten. Auch nach dem beide Teams später den Sprung in die Brandenburgliga schafften gelang den Wölfen kein Sieg im Schlaubetal. In dieser Saison beeindruckt der MTV mit bisher erst zwei Niederlagen als Aufsteiger. Schlaubetal hingegen hinkte bisher den Meisterschaftsambitionen etwas hinterher.

Wie in der Vorwoche musste Trainer Matthias Wehlmann personell etwas umstellen. Die erwartet harte Herausforderung hatte er nun auf dem Feld. Sven Neuendorf sollte dabei wieder Jan-Eike Albrecht ersetzen. In der Vorwoche hatte Neuendorf auf der halbrechten Position gut funktioniert. Dafür rutschte Tim Wendland, dem in dieser Saison bisher das Wurfglück fehlt, in die Startformation. Nach 42 Sekunden trifft Max Hawaleschka, in dieser Saison bisher auch nicht vom Wurfglück verfolgt, zum 0:1. 76 Sekunden später gelingt Marcel Jüterbock der Ausgleich – eine Prognose, wie der Spielverlafuf weitergehen soll.

Beide Mannschaften bieten sich wenig Freiraum, versuchen ihr eigenes Offensivspiel breit aufzufahren. Das gelingt auch beiden Mannschaften, was in der Anfangsphase aber zu Lasten der Abwehr geht. Dort sind die Wölfe in der Anfangsphase einen halben Schritt zu spät, kriegen so immer wieder einfache Gegentore. Im Tor gelingen Nils Barsch und Carlo Hirsing an diesem Tag wenig starke Paraden, die HSG glänzt nicht mit überragenden Würfen, trifft aber trotzdem. Aber auch die Wölfe machen ihre Tore. In der Anfangsphase bindet der MTV die Außenspieler effektiv ins Spiel ein. Zu Saisonbeginn hatte genau das des Öfteren gefehlt. Wendland, dem in seinen acht Einsätzen zuvor nur drei Tore gelangen, trifft in der 4. Minute zum 2:3 und erzielt damit bereits seinen zweiten Treffer des Tages. Beim Tor zum 4:6 hat er seine bisherige Saisonausbeute verdoppelt (11.). 

Den Wölfen gelingt es in der Anfangsphase, immer wieder vorzulegen und den Gegner so unter Druck zu setzen. Dem halten die Gastgeber Stand. Die HSG lässt die Wölfe nie weiter als zwei Tore weg, schaffen immer wieder den Anschluss oder auch den Ausgleich. Mitten in diesem ausgeglichenen Spiel wird es plötzlich laut auf der Tribüne. Der HSG-Trommler springt auf, schreit den Fanblock der Hausherren zusammen und fordert mehr Unterstützung. „Wir waren mal drei Trommler. Und keiner hat Bock, mitzumachen. Das kann es nicht sein“, kritisiert er in der Pause. Auch nach der Ansage bleibt er Einzelkämpfer. Die erste Führung seiner Mannschaft bekommt er dennoch. In der 18. trifft Marc Eschenbach per Siebenmeter zum 11:10, aber auch das versetzt die HSG-Anhänger in wenig Jubel. Über 150 Zuschauer sehen eine Partie, die über die gesamte Spielzeit kaum ausgeglichener sein kann.

Die HSG setzt sich auf 12:10 ab, aber an diesem Tag läuft eben alles ausgeglichen. Auch Schlaubetal kommt nie auf mehr als zwei Tore davon, Sven Neuendorf und Justin Rackwitz stellen den Ausgleich wieder her (12:12/24.). Kurz vor der Pause setzen sich dann die Wölfe wieder auf 14:16 ab, der HSG gelingt bis zum Seitenwechsel wieder der Ausgleich.

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Halbzeitstand: HSG Schlaubetal – Wünsdorfer Wölfe 16:16

Auch in der zweiten Hälfte gestaltet sich das Spiel ausgeglichen. „Aus unserer Sicht betrachtet, haben wir einfach zu viele Fehler gemacht, um das Spiel zu gewinnen“, sagt Wehlmann. Ähnlich wird es wohl auch sein Pendant Jens Jüterbock bewerten. Denn beide Teams lassen in der Abwehr immer wieder zu einfache Würfe durch. Gelungene Abwehraktionen und daraus resultierende verzweifelte Wurfversuche haben Raritätswert. Dazu muss das Schiedsrichtergespannt Karl-Heinz Hirte / Peter Sydlik nur einmal den Arm heben wegen passiven Spiels. „In der Abwehr haben wir nicht gut gestanden“, sagt Wehlmann, „auch wenn die kämperische Einstellung der Mannschaft wieder gestimmt hat“.

seege zweikampfTrotzdem laufen die Wölfe jetzt öfter einem Rückstand hinterher als in Hälfte eins. Nicht eine Führung gelingt dem MTV, aber abreißen lassen die Wölfe dennoch nicht. Immer wieder stoßen die Wölfe durch und erzielen ihre Tore. Spielmacher Nils Seegebrecht setzt seine Nebenleute immer wieder gut ein, ist mit 15 Assists an der Hälfte der Tore beteiligt. Dazu trifft Neuendorf von Halbrechts immer wieder mit Würfen aus dem Rückraum. Auch Wendland taucht nochmal auf, trifft zum 23:22 und 23:23 und macht somit zwei wichtige Tore auf dem Weg zum Punktgewinn (50.).

Die Wölfe schaffen es aber nicht, nochmal die Führung zu übernehmen. Ganz im Gegenteil. In den Schlussminuten muss der MTV um den Punkt zittern. Normen Ermling macht Zweieinhalb Minuten das 29:27 und macht die HSG siegessicher. Doch dann wird's unglücklich für die HSG. Daniel Heine lässt sich bei einem Freiwurf zu viel Zeit. Kurz vor der Ausführung pfeift das Gespann ab, spricht den Wölfen den Ball zu. In dem Moment führt Heine den Freiwurf aus, allerdings nach dem Pfiff. Heine bekommt eine Zeitstrafe und bringt den Wölfen somit noch etwas mehr Platz. Neuendorf trifft 80 Sekunden vor dem Ende zum Anschluss - Auszeit HSG. Der letzte Spielzug muss sitzen um den Heimsieg zu sichern. Gelingt aber nicht. Die letzte Chance gehört den Wölfen und 14 Sekunden vor Schluss ist es wieder Neuendorf, der zum 29:29 einnetzt und mit seinem 14. Tor des Tages den Punktgewinn rettet.

Mit ein wenig Glück zum Schluss nehmen die Wölfe am Ende aber völlig verdient einen Punkt mit. Über 60 Minuten betrachtet zeigten beide Mannschaften eine völlig ausgeglichene Leistung, bei der man sich schwer auf einen Sieger hätte festlegen können. Muss man auch nicht, weil beide Mannschaften sich gerecht die Punkte teilen. Für den MTV heißt es, dass man in Müllrose weiterhin nicht gewinnen kann. Allerdings bleibt der MTV weiterhin bei erst zwei Niederlagen und hat damit eine starke Hinrunde nach dem Aufstieg. Mit 13:7 Punkten feiern die Wölfe Weihnachten auf Platz 3, die HSG Schlaubetal liegt mit 10:8 Punkten auf Rang 6 der Liga.

HSG Schlaubetal – Wünsdorfer Wölfe 29:29 (16:16)

HSG Schlaubetal: Warnka, Kubusch, Hugler – Eschenbach 7 (3/3), Hallert 5, Heine 4, N. Ermling 4, Preiss 4, Stalla 4, : Jüterbock 1, Lusansky, Tolyz, Zimmermann (0/1), Rheinsberg
MTV Wünsdorf 1910: Barsch, Hirsing – Neuendorf 14 (4/5), Wendland 5, Hawaleschka 3, D. Becker 2, Altin 2, J. Rackwitz 1, Lange 1, T. Becker
Schiedsrichter: Karl-Heinz Hirte / Peter Sydlik (Stahl Eisenhüttenstadt) – hatten trotz der hohen Spannung wenig strittige Szenen zu bewerten, leiteten eine ausgeglichene Partie mit einer ausgeglichenen Leistung und klaren Linie.

Gelbe Karten: Hallert, Stalla, Eschenbach – Altin, Neuendorf, Lange
Zeitstrafen: 4:2 (2x Hallert, Preiss, Heine – Neuendorf, D. Becker)
Rote Karten: 
Blaue Karten: 

Siebenmeter: 3/4 (75%) – 4/5 (80%)
Wurfquote: 29/55 (52,72%) – 29/49 (59,18%)