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1. Sieg nach dem Aufstieg

Torwart-Gala beim Wiedersehen

Hirsing und Kersten parieren 53 % der Dahlewitz-Würfe

hirsing kersten

 von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe haben beim großen Wiedersehen mit dem Reviernachbarn SV Blau-Weiß Dahlewitz den ersten Sieg nach dem Aufstieg aus der Landesliga Süd gefeiert. Gegen den alten Rivalen aus den Aufstiegskämpfen damals siegten die Wölfe mit 29:22 (18:6) und glänzten dabei vor allem in der ersten Hälfte mit einer kollektiven Abwehrmauer und einer starken Torhüterleistung. Die Wölfe bleiben somit nun seit 574 Tagen ungeschlagen und rutschen in der Liga auf Platz 4. Bester Werfer wurde Sven Neuendorf mit neun Toren.

„I will see you again“, prangt auf den Etiketten der Bierflaschen, die Dahlewitz-Keeper Stefan Bombich am 25. März 2012 im Namen der Mannschaft in die Kabine der Wünsdorfer Wölfe trug. Damals machte der MTV mit einem 35:23-Sieg den Aufstieg in die Brandenburgliga perfekt. Dazu prangt der Schriftzug „2013/2014“ – eine Anspielung, dass die Wölfe vielleicht gleich wieder absteigen. Das Wiedersehen dauert mehr als eine Saison. Stolze 2015 Tage nach dem letzten Duell geben sich der MTV Wünsdorf und Blau-Weiß Dahlewitz wieder die Hand. Vor dem Spiel – und nach dem Spiel. Es wird ein freundschaftliches Wiedersehen mit einem deutlichen Sieger. Schon vor dem Spiel scherzen Wölfe-Spielmacher Nils Seegebrecht und Dahlewitz-Keeper Stefan Bombich im Doppel-Interview. Nach dem Spiel braucht der Keeper zumindest etwas Zeit, bis das Grinsen wieder kommt. „Der ist noch nicht so gesprächig“, grinst Seegebrecht nach dem Spiel vor der Halle. 

leitwolf pdf

dahlewitz klein

hawa dahlewitzDer Reihe nach! 36 Sekunden dauert es, bis der erste Ball ins Tor fliegt. Max Hawaleschka, 2012 noch als Jugendspieler auf der Tribüne, legt dem damaligen Bier-Lieferanten Bombich das erste Ei ins Nest. „Das war eine starke erste Hälfte“, freut sich Wölfe-Coach Matthias Wehlmann, der seine Mannschaft in der Abwehr couragiert und im Angriff effektiv sieht. Im Angriff bewegen sich die Wölfe flexibel, lassen den Ball gut durch die Reihen gleiten und warten auf die Lücken. „In der Abwehr waren wir eigentlich immer einen halben Schritt zu spät“, resümiert der Dahlewitzer Gunar Krause. Das bringt den Wölfen Freiheiten wie auf einem Mutter-Kind-Parkplatz, der angenommen wird, um die Führung früh auszubauen. 

Nach sechs Minuten trifft Ronny Lange zum 5:0 – auf der Dahlewitzer Bank fliegt die Grüne Karte. „Wir konnten uns im Angriff, aber auch in der Abwehr gegenüber dem Spiel gegen Lübbenau deutlich steigern“, sagt Lange. In der 10. Minuten netzt Wölfe-Spielmacher Nlls Seegebrecht, der in der Saison 2014/2015 noch für Dahlewitz spielte, zum 7:2 ein. „Dass Nils aus dem Rückraum trifft, und zwar über die Abwehr, funktioniert einfach nicht“, scherzt Krause nach dem Spiel mit leicht ernster Note. Nach dem Treffer dreht Seegebrecht sich um, zeigt seinem Kumpel im Dahlewitzer Kasten die Siegerfaust und grinst. Die Wölfe spielen offensiv geduldig und nutzen ihre Freiräume. In der Abwehr räumt das Rudel gut ab, hält die Gäste auf Distanz. „Wie die Mannschaft das umgesetzt hat, was ich ihr mit auf den Weg gab, war überragend“, lobt Wehlmann.

Was die Abwehr der Wölfe nicht wegräumt, landet an den Körperteilen von Torhüter Justin Kersten. Der Neuzugang glänzt in seinem ersten Start-Sechs-Auftritt für die Wölfe und dreht die Trikots der Dahlewitzer einmal auf links. In den ersten sechs Minuten deutet er mit fünf Paraden einen guten Tag an. Seine Quote in der ersten Hälfte: 73,91 Prozent! 28 Wurfversuche gehen Richtung Wölfe-Tor. Fünf gehen daneben, sechs landen im Tor, 17 hält hat der Keeper – davon drei von drei Siebenmeter. Der Wölfe-Keeper mit einer überragenden Leistung. „Das war eine klasse Leistung, wie sich da präsentiert haben“∞ lobt Wehlmann.

Dahlewitz verzweifelt in der ersten Hälfte am eigenen Spiel und am nicht vorhandenen Zugriff. „Wir haben Dahlewitz zu keiner Minute eine Chance gegeben“, so Lange. Ein langer Pass fliegt auf Jan-Eike Albrecht, der trifft zum 9:3. Daniel Natusch fliegt zu dem wegen zu hartem Einsteigens beim Konter für zwei Minuten vom Feld. Zur eigenen Unzufriedenheit beginnen die Gäste mit dem Lamentieren. Die Bank sucht Argumente und versucht, auf die Schiedsrichter einzuwirken. Das gelingt – noch in der ersten Hälfte sieht Trainer Kai Müller-Schade die Gelbe Karte. Vorgestellt hatte er sich das sicher anders. Mit 6:18 schicken die Wölfe die Blau-Weißen in die Kabine. Bei den Gästen passt sich die Stimmung der roten Trikotfarbe an. Die Wölfe hingegen gehen optimistisch zur Besprechung. „Was sie da gespielt haben, war schon toll. Da kann man sich als Trainer nur freuen“, so Wehlmanns Worte zum Pausentee.

seege dahlewitz

 Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – SV Blau-Weiß Dahlewitz 18:6

In Halbzeit zwei startet der Gast fix ins Spiel. Nur 21 Sekunden brauchen die Gäste für ihren ersten Treffer. Philipp Roth macht das 18:7. Dann bauen die Wölfe zunächst etwas drauf. Neuendorf trifft zum 21:8 und stellt den Vorsprung auf 13 Tore. „Dann haben wir uns ein bis zwei Gänge zurückgenommen“, gesteht Lange. Nach dem auf beiden Seiten einige Zeitstrafen verteilt werden lassen es die Wölfe in den letzten 20 Minuten des Spiels sehr ruhig angehen.

„Die zweite Halbzeit war auch gar nicht so schlecht“, setzt Wehlmann zum Galgenhumor an, „die kann ich gut Nutzen um ihnen zu zeigen, wie man es nicht macht“, lacht er. Die Wölfe stehen jetzt selbst in der Abwehr etwas löchriger als im ersten Spielabschnitt. Das ermöglicht Dahlewitz, zu leichten Toren zu kommen. „Wir sind in unseren alten Trott verfallen und haben versucht, über Einzelleistungen das Ding zu Ende zu bringen. Das müssen wir eigentlich nicht haben“, bemängelt Wehlmann. 

albrecht dahleDie Blau-Weißen genießen jetzt ihre Freiheiten und verkürzen den Rückstand auf bis zu sechs Toren. „Mit der zweiten Hälfte können wir zufrieden sein. Wir haben die gewonnen und haben dort besser gespielt als in der ersten Hälfte. Darauf müssen wir aufbauen“, sagt Krause. Mit der Lockerheit der Wölfe-Abwehr wäre es vielleicht noch etwas enger geworden, aber im Tor schließt sich Carlo Hirsing in der zweiten Hälfte den starken Leistung von Kersten an. „Auch Carlo hat stark gehalten und einige Dinge super weggeholt. Die Abwehr hat nicht mehr so gut gestanden wie in der ersten Hälfte, dadurch hat er ein paar Tore mehr gefangen. Aber dennoch muss man betonen, dass beide Torhüter das heute überragend erledigt haben“, freut sich der Coach. Gemeinsam parieren die beiden Goalies 52,54 % Prozent aller Gäste-Würfe.

Als der Vorsprung auf dem Tiefpunkt der zweiten Hälfte ist (26:20/54.) schnappt sich Youngster Egor Vikhrov vor dem Siebenmeter den Ball. Ganz entspannt tunnelt er den Keeper, erzielt so ein wichtiges Tor für die Wölfe. Den Wünsdorfer Schlusspunkt setzt Nils Seegebrecht. Im Interview zuvor scherzte Seegebrecht, dass man Bombich den Ball am Besten per Heber reinlegt. „Das hatte ich auch in der Situation eigentlich vor“, sagt der Spielmacher, „aber dann hab ich seine typische Bewegung gesehen, dass er die Hand schon da oben hat. Den hätte er gehabt“. So legt er den Ball untenrum ins Tor.

Fotogalerie MTV - Bad Liebenwerda

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Die Wölfe siegen am Ende ungefährdet mit 29:22 und freuen sich über ihren ersten Verbandsliga-Zweier. Nach dem Spiel tauschen sich die Spieler noch lange bei einem gemeinsamen Bier aus. Die Freude, dass man sich wieder duellieren kann, ist trotz des hohen Ergebnisses auch auf der Dahlewitzer Seite da. Am kommenden Sonnabend reisen die Wölfe dann zum HV Calau. 

Wünsdorfer Wölfe – SV Blau-Weiß Dahlewitz 29:22 (18:6)
Die Zahlen zum Spiel

MTV Wünsdorf 1910: Kersten (3/3 gehalten), Hirsing (1/5 gehalten) – Neuendorf 9 (5/5), Albrecht 4, Lange 4, N. Seegebrecht 3, D. Becker 3, Hawaleschka 3, Missal 2, Vikhrov 1 (1/1), Stenzel, J. Rackwitz, Wendland
Blau-Weiß Dahlewitz: Bombich (0/6 gehalten) – Werner 4 (3/5), Moritz 3, Beier 3 (0/2), Brosin 3, Roth 3, Natusch 3, Teising 1 (1/1), Schön 1, Stehlin 1, Krause, Pfeiffer
Kursiv = Startformation

Schiedsrichter: Ralf Granzow / Torsten Günnel – hatten wenig Aufreger-Momente, leiteten die Partie seriös und kommunikativ zu Ende

Gelbe Karten: D. Becker, Lange – Bombich, Natusch, Teising, Müller-Schade (Trainer)
Zeitstrafen: 5:7 – Albrecht, D. Becker, Lange, Missal, N. Seegebrecht – 2x Natusch, Teising, Roth, Werner, Moritz, Pfeiffer
Rote Karten: 

Siebenmeter: 6/6 (100%) – 4/8 (50%)
Wurfquote: 
70,73 % – 37,29%