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Die Wünsdorfer Wölfe haben im Landesliga-Spitzenspiel gegen Chemie Guben vor allem spielerisch einen herben Rückschlag hingenommen. Gegen den Tabellenzweiten Chemie Guben unterlagen die Wölfe mit 14:22 (8:11). Die Wölfe sind bei ihrer sechsten Saisonniederlage nur an sich selbst gescheitert. Zwischen der 30. und 57. Minute trafen die Wölfe lediglich drei mal das gegnerische Tor, weil über die gesamte Spielzeit kaum Druck auf die Chemie-Abwehr gemacht wurde. Bester Werfer des Abends war Gubens Robin Ewersbach mit sieben Toren, beim MTV traf Marcel Missal vier mal. 

 

20150221 MTV-Guben 01„Das war echt das schlimmste Spiel, was ich je in Wünsdorf gesehen habe“, titelte Leroy Ulbrich. Ulf Seegebrecht sprach von „kollektivem Versagen“ und MTV-Vizepräsident Egon Dreifke musste lange in seinen Erinnerungen kramen, um eine vergleichsweise schwache Leistung zu finden. „Wir haben damals auch irgendwann mal so schlecht gespielt“, sagte Dreifke auf dem Weg in die Kabine.

Der Reihe nach: Wünsdorf geht als Tabellenfünfter gegen den Zweiten aus Guben – es ist das Topspiel des Spieltages. Die letzte Niederlage der Chemiker datiert vom 8. November, die Wölfe verloren vor der Partie am 23. November zuletzt.

Für die Wölfe starten Nils Barsch im Tor und Leroy Ulbrich, Marcel Missal, Daniel Grau, Rijad Jahic, Marko Fredrich und Guido Zurawski auf dem Feld.

Von breiter Brust ob der Punkteserie beider Teams war nichts zu spüren. Satte zweieinhalb Minuten dauert es, bis die Wölfe erstmals aufs Tor werfen, Grau scheitert an Martin Schulze. Erst nach fünfeinhalb Minuten klingelt es das erste Mal, Martin Kalz tunnelt Wölfe-Keeper Barsch beim Konter – 0:1 (6.). „Für beide Mannschaften war es schwer, ins Spiel zu kommen, weil beide Abwehrreihen gut standen“, sagt Spielermacher Jahic.

Es war ein Spiel der Torhüter in der Anfangsphase. Schulze zeigte gute Reaktionen im Guben-Kasten, Barsch zeigte in den ersten sechs Minuten vier Paraden. Doch das Angriffsspiel beider Mannschaften war in der Anfangsphase erschreckend harmlos. Nach sechs Minuten trifft Missal zum 1:1, der so ziemlich einzig gut zu Ende gedachte Spielzug über mehrere Stationen. Was folgt sind harmlose Versuche, die Abwehr der Gäste zu überwinden. "Die Startsieben hat schon nicht das umgesetzt, was sie können. Dazu kam, dass wir alle einen schlechten Tag hatten und im Angriff riesige Defizite hatten", moniert Trainer Denny Philipp.

Aus dem Rückraum kommt null Druck, das Spiel über Außen und den Kreis kommt kaum zustande. Nach 21 Minuten zieht Rijad Jahic einen Hüftwurf aus der Hosentasche, trifft zur ersten Führung (5:4). Guben verteidigt mit harten Mitteln, Jan Rietschel trifft Levent Altin im Gesicht. Das Schiedsrichtergespann Rico Scheunig/Masud Hejazian bleiben ihrer lockeren Linie jedoch treu, lassen Rietschel weitermachen.

Altin verwertet kurz darauf einen Konter zum 6:4, Optimismus macht sich breit, dass die Partie jetzt vielleicht besser wird.  „Wir haben offensiv aber einfach standhaften Handball gespielt. Uns ist nichts eingefallen“, moniert Jahic.

In der Abwehr lässt sich der MTV-Block binnen zwei Minuten zwei Mal von Gubener Freiwürfen vernaschen, zwei Konter stellen das 6:4 flink auf 6:8 um. Missal trifft 20 Sekunden vor dem Pausentee noch zum 8:10, doch mit der Sirene lässt sich die schwache Wölfe-Abwehr noch das 8:11 reinheben.

 

Halbzeit: MTV Wünsdorf - SV Chemie Guben 8:11

 

20150221 MTV-Guben 02Die zweite Hälfte beginnt gut. Barsch hält einen Wurf von Ewersbach sogar fest, Kilian Kerbs nimmt den Pass entgegen, legt im Fallen noch einen Kempa-Pass auf Altin quer – 9:11 (32.). Im Anschluss stellen die Wölfe jegliche Offensivarbeit ein. Altin nagelt einen Siebenmeter gegen die Latte, Kerbs fängt den Abpraller, macht aber kein Druck aufs Tor.

Ewersbach mopst den Wölfen den Ball, doch bevor er ihn unter Kontrolle hat, zieht Grau sich die Kugel zu sich. Im Fallen fährt Ewersbach den Arm aus, zieht Grau am Knöchel zu Boden. Freiwurf, keine Strafe!  Altin klaut Guben den Ball, der lange Pass auf Kerbs landet in der Hallenwand.

Wünsdorf harmlos, schwach, ideenlos im Angriff. In der machen es die Wölfe den Gästen ganz einfach.  „Bei dem Elend kann man fast froh sein, nicht mitspielen zu müssen“, sagt Jan Reichert, der nach seinem Leistenbruch noch Trainingsrückstand hat und zusehen musste.

Kerbs trifft in der 44. Minute zum 10:15, nach 12 torlosen Minuten! Guben kann sich ohne große Anspannung auf 10:17 absetzen, nach einer Auszeit trifft Ralf Karg aus dem Rückraum. Der einzige Moment in der zweiten Hälfte, in dem der MTV ordentlich Druck aufs Tor macht.

Jahic und Fredrich rennen sich bei einer Offensivaktion gegenseitig über den Haufen, Ulbrich ballert die Kugel in Überzahl rüber. Jahic parkt den Aufsetzer über dem Tor, auch Missal setzt die Kugel rüber. Guben tütet per Siebenmeter das 11:20 ein, kann die zwei Punkte fest einplanen (55.).

Zum Schluss bekommen die Wölfe noch drei Treffer mehr oder weniger geschenkt, machen das Ergebnis mit 14:22 aber nur wenig ertragbarer.

Die nüchternen Zahlen: Zwischen Minute 30 und 57 treffen die Wölfe nur drei Mal das Guben-Tor, stellen jetzt mit 22,2 Toren pro Spiel den schlechtesten Angriff der Liga! "Wir hatten jetzt mal ein Scheiß-Spiel. Wir haben davor zwischen Ende November und jetzt fünf Spiele in Serie nicht verloren. Die Mannschaft weiß also, dass sie es kann. Wir müssen uns nur gemeinsam aus diesem Tal wieder rausziehen", sagte Philipp nach der Partie.

Nächste Woche spielen die Wölfe beim HV Grün-Weiß Plessa. Die sind Tabellenletzter, haben aber schon zwei Treffer mehr erzielt als die Wölfe. Dass die Mannschaft nochmal abrutscht, glaubt der Coach nicht: "Das Ziel bleibt der Klassenerhalt! Das wir jetzt abrutschen glaube ich nicht. Dafür hat die Truppe einen viel zu großen Zusammenhalt. Ich denke, wir sind jetzt zum richtigen Zeitpunkt auf die Schnauze geflogen"

Vorteil MTV: Plessa hat auch die drittschlechteste Abwehr der Liga, kassierte 70 Buden mehr als der MTV! 

Um die Offensiv-Krise zu beenden ist die Reise nach Plessa also eine gute Möglichkeit.

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MTV Wünsdorf - SV Chemie Guben 14:22 (8:11)

Die Zahlen zum Spiel

 

MTV Wünsdorf: Barsch (3/4 gehalten), Klein - Missal 4, Altin 3 (0/1), Jahic 2, Grau 1, Ulbrich 1 (1/2), Krüger 1, Karg 1, Kerbs 1, U. Seegebrecht, Rasper, Zurawski, Fredrich

Chemie Guben: Schulze (1/2 gehalten), Horbynko (1/1 gehalten) - Ewersbach 7. Burtchen 5 (0/1), Nowitzki 4 (1/2), Natho 2, Kalz 2, Rietschel 1, Schirrmeister 1, Grudzinski, Kötterich

 

Schiedsrichter: Rico Scheunig / Masud Hejazian (HSG RSV Teltow-Ruhlsdorf) - ließen viel durchgehen und passten sich phasenweise an das Spielniveau an.

 

Zeitstrafen: 2:5 (Jahic, Karg - 2x Ewersbach, Burtchen, Natho, Kötterich)

Gelbe Karten: Zurawski - Kötterich

Rote Karten: -

Siebenmeter: 1/3 - 1/4