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Etwas Bürokratie oder Derby-Sieg für die Meisterschaft

Wölfe siegen in der Schöneiche-Sauna
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Die Wünsdorfer Wölfe sind jetzt schonmal Fast-Meister. Mit dem 31:23-Sieg bei der SG Schöneiche nutzten die Wölfe den Patzer von Verfolger Blau-Weiß Dahlewitz und haben nun acht Punkte Vorsprung. Nach einem überragenden Abwehr-Start in der ersten Hälfte konnten sich die Wölfe sogar die schwächste zweite Halbzeit der Saison gönnen. Nun wartet auf den MTV die Reise nach Dahlewitz. Doch bis dahin könnte die Meisterschaft auch auf bürokratischem Wege schon entschieden sein. Mehr...

von Conrad Hipp 
Fotos: Julia Ehmig

Für die Wölfe wurde es im wahrsten Sinne ein warmer Empfang in der Mehrzweckhalle Mittenwalde. Die SGS bereitete dem MTV einen freundschaftlichen Empfang. Gift und Galle spucken gehört mittlerweile der Vergangenheit an und so wurde die Mannschaftsvorstellung beider Teams etwas verändert und spontan gemeinsam gemacht. Eine tolle Derby-Atmosphäre – die trotzdem ordentlich Temperatur hatte. Denn nach einer warmen Maiwoche wirkte die Halle wie eine Sauna. Hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit. Für die Akteure auf dem Feld definitiv eine Herausforderung. Die wollte der MTV aber unbedingt meistern, denn die Partie bereitete quasi den ersten Matchball.

Die Ausgangslage: Konkurrent Blau-Weiß Dahlewitz hatte einen Tag zuvor beim bis dahin sportlichen Tabellenletzten Teltow-Ruhlsdorf II überraschend mit 16:21 verloren. Die Wölfe hätten so also mit einem Sieg in Schöneiche davon ziehen können – und zwar auf acht Punkte. Das besondere an der Situation. Das eine Woche zuvor ausgefallene Auswärtsspiel beim MBSV Belzig soll nicht nachgeholt werden. Da der MBSV die Partie abgesagt hatte und auf ein Nachholspiel verzichten will, würde das Spiel für den MTV gewertet werden. Dann stünden mit Dahlewitz, Schlaubetal und Trebbin noch drei Spiele an – in denen die Wölfe maximal sechs Minuspunkte sammeln könnten. Allerdings: Noch ist der Beschluss über die Wertung noch nicht offiziell von der Staffelleitung bestätigt worden. Passiert dies noch im Laufe der Woche, wird der MTV sozusagen auf dem Sofa Meister.

sgs mtv volzVorher musste aber erst die Aufgabe Schöneiche gelöst werden. Und die beginnt ziemlich gut. Vor den Augen von Bürgermeisterin Wiebke Sahin-Schwarzweller ist die MTV-Abwehr von der ersten Sekunde an präsent, die SGS hat enorme Probleme, zu guten Abschlüssen zu kommen. Der MTV kann sich in der Offensive einen gemächlichen Spielaufbau erlauben. In den ersten Minuten stimmt die Wurfquote bei den Wölfen noch nicht, aber trotzdem setzt sich der Tabellenführer ab. Denn: In der Abwehr steht die Null. Paraden vom starken Alexander Volz hinter der starken Abwehr lässt Schöneiche schlichtweg verzweifeln. Erst nach 14 Minuten (!) erlöst Toni Sauerbrei die Hausherren und macht das erste Tor (1:7). 

Was nach einem bemerkenswerten Auftakt ins Spiel klingt, nimmt aber früh jede Spannung aus dem Spiel. Zwar kann Schöneiche jetzt ein paar Tore erzielen und ist besser drin, aber nach Aufholjagd sieht das nicht aus. Immer wieder treffen die Wölfe auch ohne im Anschluss ein Gegentor zu kassieren und gehen damit mit einer komfortablen Führung in die Pause. Zum Seitenwechsel hatten die Gastgeber bereits 14 Fehlwürfe auf dem Konto, elf davon gingen auf die Rechnung von Volz im MTV-Kasten. Für Schöneiche konnte es nach einer Halbzeit mit einer Wurfquote von nur 30 Prozent nur besser werden.

Halbzeitstand: SG Schöneiche – Wünsdorfer Wölfe 6:16

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Nach dem Kaltstart in der ersten Hälfte hat Schöneiche mit Beginn der zweiten die Raumtemperatur aufgesogen und bringt diese jetzt für sich aufs Parkett. Nach 69 Sekunden flattert der Ball bereits zum zweiten Mal ins MTV-Tor. Nach zweieinhalb Minuten führt die SGS in der zweiten Hälfte mit 3:1. Zwar haben die Wölfe auf der Anzeigetafel mit 9:17 immer noch einen komfortablen Vorsprung, aber in der Abwehr lässt man sich auf den Schlendrian ein. Nach sechs Minuten hat Schöneiche den Rückstand fast halbiert, Pascal Fuchs trifft zum 12:18. 

sgs mtv klausObwohl die Fehlwurfquote beim MTV nicht viel schlechter ist als in der ersten Hälfte, kommt Schöneiche näher. Erst nach 40 Minuten fangen sich die Wölfe wieder etwas, können den Vorsprung wieder etwas erhöhen und bis zum Start der Schlussviertelstunde auf 15:25 (47.) stellen. Das Spiel tröpfelt dahin. Nach dem schwachen Start der SGS in Spiel bekommt man den Eindruck, der Stecker des Spiel war schnell gezogen. Wünsdorf will die Zeit runtertröpfeln lassen, die SGS bemüht sich um bestmögliche Schadensbegrenzung. Die ihr auch gelingt.

Die zweite Halbzeit kann mit 17:15 sogar gewonnen werden. Für die Wölfe ist es erst die vierte verlorene Halbzeit in dieser Saison. Bisher holten nur Trebbin (5:10), Blau-Weiß Dahlewitz (12:13) und die TSG Lübbenau (10:13) Halbzeitsiege gegen die Wölfe. Und: Noch nie in dieser Spielzeit kassierte der MTV in einer Halbzeit 17 Gegentore. Trainer Ferenc Remes: „In der zweiten Halbzeit hat uns komplett die Spannung gefehlt. Das war natürlich nicht gut, was wir dort gezeigt haben.“ Dennoch sammeln die Wölfe auch in diesem überaus fairen und sportlichen Derby zwei Punkte ein.

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Für die Wölfe geht es nun am Sonntag in Dahlewitz direkt ins nächste Derby. Steht bis dahin die Wertung aus dem Belzig-Spiel, würde der MTV dort bereits als Meister hinreisen. Steht die Wertung dann noch aus, könnte der MTV in Dahlewitz alles eintüten. Das Hinspiel gewannen die Wölfe mit 24:19. Selbst eine Niederlage mit vier Treffern Unterschied würde also zur Meisterschaft reichen. Vor dem Spiel gibt es aber mächtig Wirbel um die MTV-Fans. Die Abteilungsleitung der Blau-Weißen hat dem Rudel vor dem vergangenen Wochenende mitgeteilt, dass lediglich 15 Karten für Gäste-Fans zur Verfügung gestellt werden sollen. Bei einer Kapazität von allein 207 Sitzplätzen eine unverhältnismäßige Ticketzahl.  Hinzu kämen zudem noch die Stehplätze in der Halle. Gerade einmal 7,2% des Sitzplatzkontingents würden also an die Wölfe gehen. Zum Vergleich: Zu Zeiten der mittlerweile nicht mehr gültigen Corona-Beschränkungen stellte der MTV den Fans der Gastmannschaften bei einer Beschränkung von maximal erlaubten 100 Zuschauern 25% der Plätze zur Verfügung. Allerdings hört man mittlerweile aus Dahlewitzer Kreisen, dass die Zuschauerbegrenzung für MTV-Anhänger überdacht werden soll. Eine offizielle Mitteilung der Dahlewitzer Abteilungsleitung gibt es zwar noch nicht, aber die Hoffnung auf ein Derby mit fairer Kartenverteilung und entsprechender Stimmung muss noch nicht erstickt werden.

SG Schöneiche – Wünsdorfer Wölfe 23:31 (6:16)

SG Schöneiche: Altin, Sitek – Ehmke 5 (2/3), T. Sauerbrei 5, Fuchs 4, Raasch 3, Balster 2 (0/1), Gensichen 2, F. Sauerbrei 1, Vollers 1, Jahic, C. Große, Schulze, Schurig
Wünsdorfer Wölfe:
 Volz, Kaleun, Paeschke – Pawlicki 9 (2/2), Hawaleschka 6, Klaus 6, Strube 4 (1/1), N. Seegebrecht 2, Neuendorf 2, Gröpler 1, Schulz 1, Luchmann, Kurth, D. Becker
Schiedsrichter: Bernd Neustädt/Gerald Sachs

Gelbe Karten: Raasch, T. Sauerbrei – Neuendorf
Zeitstrafen: 2:2 (C. Große, Fuchs – Neuendorf, Kurth)
Rote Karten: – 

Siebenmeter: 2/4 (50%) – 3/3 (1000%)
Wurfquote: 23/49 (46,9%) – 31/45 (68,89%) 

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