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Auch Spiel zwei gegen Fredersdorf bringt Punkte

Wölfe gewinnen „Heimspiel“ ohne Kleber
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Sieg Nummer 15 im 15. Spiel. Die Wölfe gewinnen bei der OSG Fredersdorf-Vogelsdorf mit 27:17, machen damit einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Meisterschaft. Erst eine Woche zuvor hatte der MTV das Hinspiel mit 28:18 gewinnen können. Wie in der vergangenen Woche wurde die Abwehr zum großen Trumpf vor einer Heimspielatmosphäre. Mehr...  

von Conrad Hipp
Fotos: Matthias Lüer

Die Wölfe strotzen in dieser Saison vor Selbstvertrauen. Nur in vier der bisher 15 Spiele kassierte die Mannschaft 20 oder mehr Gegentore. 17,35 Gegentore im Schnitt – das ist mit Abstand die beste Abwehr der Liga. Diese bezwang auch die OSG Fredersdorf-Vogelsdorf in der Vorwoche – die OSG war bis dahin der einzige Gegner, gegen den der MTV in dieser Saison noch nicht angetreten war. Nach 22 intensiven Minuten auf Augenhöhe konnte der MTV mit 28:18 gewinnen. Es war der erste Sieg gegen Fredersdorf im vierten Verbandsliga-Duell. Nur sieben Tage später stand das eigentliche Hinspiel auf dem Programm. Die Corona-Pause zum Ende des Jahres macht diese Kuriosität im Spielplan möglich. Eigentlich hätte die Partie im Dezember stattfinden sollen. Und die Wölfe waren gut vorbereitet. „Wir wissen, dass das Spiel in Fredersdorf ein komplett anderes werden wird wie das erste Spiel“, warnte Trainer Ferenc Remes zuvor. Sich nach dem ersten Sieg zurücklehnen kam für die Wölfe daher nicht in Frage. Denn die Mannschaft will weiterhin siegreich sein, die Meisterschaft so bald es geht eintüten. 

osg mtv paeschkeWieder mit an Bord war Rückraumschütze Lukas Seifert, der seine Sperre von zwei Spiel abgesessen hatte. Dafür fehlten Kreisläufer Stefan Kurth und Torwart Fabian Kaleun. Dennoch traten die Wölfe stark besetzt an bei einem Gegner, der in dieser Saison erst einen Punkt zuhause liegen ließ. Entsprechend ging es auch sofort richtig heiß her.

Nach fast zweieinhalb Minuten gelingt den Wölfen der erste Treffer des Tages. Rückkehrer Seifert stellt auf 0:1. Beide Teams beginnen mit Vollgas-Handball, halten sich kein bisschen zurück in der Offensive. Sofort wird Druck auf die Abwehr gemacht, beide Teams haben sich einiges vorgenommen. In den ersten acht Minuten gibt es insgesamt 14 Torversuche – sechs von ihnen finden den Weg ins Tor (3:3). Wie eine Woche zuvor ist es ein Spiel auf Augenöhe. Nach dem 0:2 und dem 1:3 legen die Wölfe immer vor – und Fredersdorf zieht nach. 3:4 – 4:4 – 4:5 – so geht der Spielfilm in den ersten Minuten. Beide Mannschaften verteidigen sehr intensiv, die OSG hält den MTV mit einer guten Deckung konsequent zehn Meter vor dem Tor. Der MTV muss viel Aufwand betreiben, um sich am Ende doch gute Würfe herauszuarbeiten.

Aber die Wölfe sind voll drin im Spiel, genauso wie die mitgereisten Fans. Die sorgen für eine Heimspiel-Atmosphäre, übertönen die Kulisse der OSG-Anhänger. Und auf dem Feld kommt diese Stimmung an. Die Unterstützung für das Team treibt die Wölfe an – und nervt den Gegner. So können sich die Wölfe bis auf 13:10 absetzen, als sich OSG-Torwart Christian Szameit auf einen verbalen Fehltritt einlässt. Der Keeper hat Glück, dass die Beleidigung in Richtung MTV-Fans bei der Lautstärke für das Schiedsrichtergespann auf der anderen Seite des Feldes nicht zu hören ist. Dort gelingt der OSG kurz vor der Pause noch der Anschlusstreffer. Eine ausgeglichene Partie, in der beide Teams eine Wurfquote von nur knapp über 50 Prozent vorweisen können (Fredersdorf 12/23 - 52,17%; Wünsdorf 13/25 – 52%).

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Halbzeitstand: OSG Fredersdorf-Vogelsdorf – Wünsdorfer Wölfe 12:13

In Hälfte zwei beginnen die Wölfe extrem hungrig. Ein Seifert-Treffer und zwei Tore von Andy Strube sorgen binnen drei Minuten für einen klareren Spielstand. Von 12:13 stellt der MTV auf 12:16 und gibt der OSG damit schon sehr schwere Hausaufgaben. Und der MTV macht weiter. Nach dreieinhalb torlosen Minuten trifft Nils Seegebrehct zum 12:17, dann holt Seifert aus dem Rückraum einen Bilderbuch-Wurf aus seinem Repertoire, stellt auf 12:18. Im anschließenden Angriff der Hausherren blockt er den Wurf krachend ab. Schnelles Umschalten, wieder Abschluss Segebrecht – 12:19! 

Ein Power-Start der Wölfe, der Wirkung zeigt. Umgehend fliegt die Grüne Karte von der OSG-Bank Richtung Kampfgericht – Auszeit! Irgendwie muss die OSG den Lauf der Wölfe stoppen, sonst kommt man hier vollkommen unter die Räder. Ein 6:0-Lauf aus MTV-Sicht – und der ging nach der Auszeit weiter. Pawlicki stellt auf 12:20. 20 Minuten vor dem Ende wohl schon sowas wie die Vorentscheidung. Immer wieder drücken die Wünsdorfer mit sehenswerten Spielzügen dem Spiel ihren Stempel auf. Der OSG-Abwehr wird es extrem schwer gemacht, in der Abwehr sich auf irgendwelche Dinge einzustellen. 

osg mtv schulzAls es die Gastgeber von der Siebenmeterlinie versuchen wollen, endlich ihr erstes Tor nach Wiederanpfiff zu erzielen, schicken die Wölfe Alexander Volz ins Tor. Zuvor hatte Carlo Paeschke mit einigen tollen Paraden die Werfer zur Verzweiflung gebracht und sich nahtlos an die Leistung der Abwehrreihe vor sich angefügt. Und Volz? Der hält den Siebenmeter von Lorenz Richter mit einer Fußparade – und bei Fredersdorf steht in Hälfte zwei weiter die 0. Erst nach 44 Minuten lässt Dennis Klebert den Knoten platzen, erzielt das 13. Tor für die OSG. Da haben die Wölfe aber schon 21 Treffer auf dem Konto und sind schon längst enteilt. Bereits in der Vorwoche gelang es den Wölfen, in einer langen Phase ohne Gegentor das Spiel zu entscheiden. Dort blieb das Rudel sogar 19 Minuten am Stück ohne Gegentreffer. Der Trainer begeistert: „Die Abwehrarbeit dieser Mannschaft ist beeindruckend. Mit welcher Disziplin und Konsequenz die Jungs dem Gegner immer wieder das Leben schwer machen, ist wirklich stark.“

Auch in der Schlussviertelstunde lässt der MTV den Hausherren keinen Raum. Während auf der Tribüne gefeiert wird, dass es einigen heimischen Zuschauern sogar schon zu laut wird, zelebrieren die Wünsdorfer auf dem Feld ihren nächsten Triumpf. Wenige Minuten vor dem Ende werden sogar die Trommler der OSG bei den Angriffen der Wölfe aktiv. Der MTV will den Vorsprung unbedingt noch auf zehn Tore ausbauen. Da hilft es, wenn man keine Siebenmeter kassiert. Max Haida scheitert an Volz, auch der völlig freie Nachwurf schafft es nicht am Wölfe-Keeper vorbei. Strube stellt noch auf 16:27, Fredersdorfs Stephan Tietz macht mit seinem Tor zum 17:27 den Endstand perfekt.

Danach wird mit den mitgereisten Fans gefeiert. Die Wölfe gewinnen ein Auswärtsspiel mit Heimspiel-Atmosphäre – nur, dass sie auf den Kleber verzichten mussten. Der MTV bleibt damit auch nach 15 Spielen ungeschlagen. Die OSG Fredersdorf kann nun mit 13 Minuspunkten auch rechnerisch nicht mehr Meister werden. Und: Dem MTV ist mit dem Sieg Platz 3 in der Endabrechnung sicher. Das man sich damit aber nicht zufrieden gibt ist klar. Remes: „Wir kommen jetzt dem Ziel immer näher. Wir haben alles in der eigenen Hand und müssen es jetzt nur noch zu Ende bringen.“ Den nächsten Schritt will das Team schon am Samstag machen. Dann treten die Wölfe auswärts beim MBSV Belzig an.

OSG Fredersdorf-Vogelsdorf – Wünsdorfer Wölfe 17:27 (12:13)

OSG Fredersdorf-Vogelsdorf: Glowik, Szameit – Bernicke 4, Tietz 3, Schöps 2, Dittrich 2 (0/1), Haida 2 (0/1), Grohmann 1, Urban 1, Klebert 1, Richter 1 (1/2), Schimming, Baumbach
Wünsdorfer Wölfe: Paeschke, Volz – Seifert 8 (0/1), Strube 7, Pawlicki 5, N. Seegebrecht 3, Hawaleschka 2, Schulz 1, Neuendorf 1, D. Becker, Gröpler, Klaus, Luchmann
Schiedsrichter: Maik Beifuß / Mathias Jeschke

Gelbe Karten: Grohmann, Bernicke, Dittrich – Luchmann
Zeitstrafen: 4:2 (2x Bernicke, Dittrich, Haida – Luchmann, Schulz)
Rote Karten: – 

Siebenmeter: 1/4 (25%) – 0/1 (0%)
Wurfquote: 17/43 (39,5%) – 27/45 (60%)

pella

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