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Erster Sieg gegen die OSG Fredersdorf-Vogelsdorf

Wölfe mit meisterlicher Abwehr
mtv osg

Bei der OSG Fredersdorf-Vogelsdorf von Angstgegner zu reden, wäre vielleicht etwas viel gewesen. Aber: Seitdem die OSG 2018 in die Verbandsliga Süd rutschte, gelang dem MTV Wünsdorf in drei Spielen kein Sieg gegen das Team aus dem Osten Berlins. Doch fast genau drei Jahre nach dem letzten Aufeinander treffen polierten die Wölfe die Bilanz und schickten den Tabellenvierten mit einem 28:18 nach Hause. Schon am kommenden Samstag steigt nun das Rückspiel. Mehr... 

Die Osterpause konnten die Wölfe nutzen, um sich mental zu sammeln für den Endspurt in der Verbandsliga Süd. 13. Siege aus 13 Spielen – eine komfortable Ausgangslage. Allerdings liegt vor dem MTV ein hartes Schlussprogramm. Fünf von sieben Spielen auswärts. Vier der sieben Spiele gegen Platz 2, 3 und 4. Das erste davon in der Wünsdorfer Paul-Schumann-Halle gegen die OSG Fredersdorf-Vogelsdorf. Trainer Ferenc Remes sprach vor der Partie von den „Wochen der Wahrheit“ für die Wölfe. Jetzt muss das Team den Beweis erbringen, warum man zurecht dort oben steht.

Mit der OSG Fredersdorf-Vogelsdorf kam ein dickes Brett in die Wölfe-Arena, was erst einmal durchbohrt werden musste. Drei Duelle gab es in der Verbandsliga Süd bis dahin, alle konnte die OSG gewinnen. Das letzte am 30. November 2019. 875 Tage nach dem letzten Aufeinandertreffen musste einer noch auf sein erstes Duell gegen die OSG verzichten. Rückraumspieler Lukas Seifert musste das zweite Spiel seiner Sperre absetzen. Den mit 7,89 Toren im Schnitt zweitbesten Torschützen des Teams musste der MTV ersetzen. „Damit fehlt uns natürlich eine Alternative in der Offensive, aber wir werden uns als Mannschaft etwas ausdenken“, war Remes trotzdem optimistisch. Im Rückspiel ist Seifert dann wieder mit dabei.

Das Duell beginnt intensiv wie früher. Beide Teams wollen von Beginn an ihre Qualitäten ausspielen und dem Gegner direkt das Leben schwer machen. Dementsprechend werden Torgelegenheiten sehr überlegt und geduldig herausgearbeitet. Erst nach über zwei Minuten verschwindet das 0:0 von der Anzeigetafel, als Maik Schöps für die Gäste auf 0:1 stellt. Bis zum ersten Wölfe-Tor dauert es sogar vier Minuten. Jakub Pawlicki macht das 1:1. Danach nimmt das Spiel schnell Fahrt auf. Binnen einer Minuten fallen die Tore zum 1:2, 2:2 und 2:3. Die Gäste haben den MTV am Anfang gut im Griff. Mit einer intensiven Abwehrarbeit hindern sie den MTV-Angriff an der freien Entfaltung. Gleichzeitig findet die OSG immer wieder Lücken in der Wölfe-Abwehr, durch die ein Ball hindurchgleitet. 5:5 steht es nach den ersten elf Minuten. Die Abwehrarbeit des MTV hat sich in dieser Phase noch nicht richtig formiert. Das erlaubt es der Olympischen Sportgemeinschaft, immer wieder vorzulegen.

Dann wird es bitter: Fredersdorfs Philipp Elmer kommt nach einem Zweikampf maximal unglücklich auf dem Hallenboden auf, muss daraufhin das Spiel beendet. Bereits in der Halbzeit kündigt er an: „Da ist irgendwas durch.“ Allerdings ist er noch guter Dinge, dass seine Achillessehne okay ist. Später folgt die bittere Diagnose: Achillessehne gerissen. Die Wölfe wünschen an dieser Stelle gute Besserung und beste Genesung. 

Nach 15 Minuten aber sind die Wölfe genug hinterhergerannt. Im Tor kommt Carlo Paeschke für Fabian Kaleun. Paeschke fügt sich direkt mit einer krachenden Fußparade ein und dann ist die Mannschaft offensichtlich richtig wach. Nach dem Ausgleich von Pawlicki zum 7:7 treffen die Wölfe durch Max Hawaleschka zum 8:7. Nach 16:30 Minuten die ersten Führung der Wölfe. Jetzt erhöhen die Wölfe die Schlagzahl, bringen mit hohem Tempo im Spiel viel Druck auf die Fredersdorfer Abwehr. Jetzt muss die OSG dem Rückstand hinterherlaufen, packt aber auch immer wieder den Ausgleich. Es ist ein intensives und spannendes Spiel, was in den ersten 22 Minuten komplett auf Augenhöhe gespielt wird.

Doch in den Schlussminuten zieht der MTV in der Abwehr nochmal richtig an. Nach dem Treffer von Stephan Tietz zum 10:10 in der 22. Minute ist hinten der Laden dicht. Bis zur Pause geht für die OSG offensiv nichts mehr. Stattdessen macht der MTV noch vier Tore bis zur Pause – oder doch nicht? Kurz vor der Pause hört das Wünsdorfer Kampfgericht vom Schiedsrichter, dass ein Tor zu wenig auf der Anzeige ist. Später korrigiert sein Partner die Entscheidung, das Tor wird wieder einkassiert. Allerdings: Nach 25 Minuten brach Nils Seegebrecht durch die Abwehr, erzielte den Treffer zum 12:10. Gegenspieler Maik Schöps versuchte noch, ihn daran zu hindern und kassierte dafür eine Zeitstrafe. Ein Treffer, der zwar gegeben wurde, später aber nirgends auftauchte. Verwirrung um einen Wölfe-Treffer.

So dröhnt die Sirene beim Stand von 13:10 durch die Paul-Schumann-Halle, zu Ende ist die erste Hälfte aber noch nicht, denn nach einer Abwehraktion von Max Haida muss dieser für zwei Minuten runter, die Wölfe haben noch einen Freiwurf. MTV-Riese Stefan Kurth nutzt seine über zwei Meter Körpergröße und haut den Ball noch ins Eck – 14:10!

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – OSG Fredersdorf-Vogelsdorf 14:10

Hälfte zwei beginnt erst einmal mit zwei vernagelten Toren. Beide Mannschaften wissen, dass die ersten Minuten richtungsweisend sind. Entscheidet der MTV hier frühzeitig die Partie oder schafft Fredersdorf nochmal den Anschluss? Nach jeweils einem vergebenen Siebenmeterversuch beider Teams dauert es fünfeinhalb Minuten bis Pawlicki aus dem Rückraum den Knoten platzen lässt und auf 15:10 stellt. Und Fredersdorf? Die haben ihre liebe Mühe mit dem Torewerfen. Erst elfeinhalb Minuten nach Wiederanpfiff trifft Schöps zum 11. OSG-Tor. Die Wölfe stehen dort dann schon bei 18 Toren. So liegen halbzeitübergreifend zwischen dem 10. und 11. Tor der Gäste satte 19 Minuten, in denen die Wölfe keinen Treffer zulassen. 

Nach dem Schöps-Doppelpack zum 18:11 und 18:12 hat die OSG noch 18 Minuten zur Aufholjagd und zieht ihrerseits in der Abwehr nochmal an, doch wie kriegt man den MTV jetzt noch gebrochen? Beim Stand 20:13 der jetzte Joker der Gäste. Manndeckung gegen den halbrechten Spieler der Wölfe. Die Antwort: Remes reagiert mit einem zusätzlichen Feldspieler für den Torhüter. Und die Wölfe zeigen diese taktische Maßnahme in sehr guter Umsetzung. Ein schön vorgeführter Spielzug landet bei Erik Klaus am Kreis, der ist die Endstation zum 21:13 (45.). Die Wölfe sind auch an diesem Tag nicht zu bezwingen.

Andy Strube macht in der 54. Minute den Vorsprung erstmals zweistellig, trifft zum 25:15. Und die Wölfe machen weiter. Selbst beim Stand von 27:17 gut zwei Minuten vor Schluss animiert sich die MTV-Abwehr gegenseitig: „Wir hören nicht auf“, hallt es aus der Abwehrreihe. Dirk Becker stellt 40 Sekunden vor dem Ende sogar noch auf elf Tore Vorsprung, als er zum 28:17 trifft. Den Schlusspunkt setzen die Gäste mit dem Tor zum 28:18-Endstand. „Das war heute ein wegweisendes Spiel für uns und die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sich dessen bewusst war. Sie hat das Spiel toll angenommen und über dem Gegner über eine erneut tolle Abwehr den Zahn gezogen“, zeigte sich Remes nach dem Spiel zufrieden. Routinier Dirk Becker findet aber auch lobende Worte für den Gegner: „Sie haben die ersten 20 Minuten hier richtig gut mitgezogen. Kompliment an den Gegner, man hat gespürt, die uns das Leben hier nicht einfach gemacht haben und wirklich Lust hatten, uns hier zu ärgern.“

Die Lust, den MTV zu ärgern, wird die OSG Fredersdorf-Vogelsdorf bereits am Samstag wieder haben. Denn dann steigt schon das Rückspiel bei der OSG. Dorthin reist der MTV mit 14 Siegen aus 14 Spielen im Gepäck. Mit einem Unentschieden dort hätte der MTV schonmal Platz 3 in der Endabrechnung sicher. Allerdings werden sich die Wölfe mit diesem Treppchenplatz nicht zufrieden geben. Die OSG hingegen wäre im Falle eines Remis auch rechnerisch raus aus dem Rennen um Platz 1.

Wünsdorfer Wölfe – OSG Fredersdorf-Vogelsdorf 28:18 (14:10)

Wünsdorfer Wölfe: Paeschke, Kaleun, Volz – Pawlicki 8 (1/2), Hawaleschka 6, Klaus 4, Schulz 4 (2/2), Kurth 2, Strube 2, D. Becker 1, Wendland, N.Seegebrecht, Gröpler, Luchmann
OSG Fredersdorf-Vogelsdorf: Glowik, Szameit – Schöps 7, Haida 5 (1/1), Tietz 2, Richter 1, Sochurek 1, Dittrich 1, Urban 1, Bernicke, Elmer, Borges (0/1)
Schiedsrichter: Stefan Blume/Peter Sydlik

Gelbe Karten: Hawaleschka, Luchmann, Remes – Bernicke, Dittrich
Zeitstrafen: 5:8 (2x Luchmann, Wendland, Schulz, Gröpler – 2x Richter, Haida, Dittrich, Schöps, Sochurek, Tietz, Borges
Rote Karten: –

Wurfquote: 28/44 (63,64%) – 18/39 (46,15%)
Siebenmeter
: 3/5 – 1/2

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