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Derbysieg und mehr Zuschauer

Wölfe lassen sich nicht ausbremsen

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Die Wünsdorfer Wölfe haben auch ihr 12. Saisonspiel siegreich beendet. Im Stadtderby gegen die SG Schöneiche gab es einen ungefährdeten 27:14-Erfolg für den MTV. Erstmals durften die MTV-Handballer dabei ihr Zuschauerkontingent etwas erhöhen. In einer tollen Derbyatmosphäre gelang in einem Spiel mit teilweise wenig Tempo der nächste Sieg. Schöneiche hingegen rutscht nach der Niederlage in den Keller der Verbandsliga Süd. Mehr...

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von Conrad Hipp
Fotos: Julia Ehmig

Es herrschte akute Personalnot bei den Derbynachbarn der SG Schöneiche. Einige verletzte Spieler, dazu zwei Leistungsträger im Urlaub. Es waren personell keine guten Vorzeichen für die SGS. Dennoch fiel beim Blick auf den Spielplan schnell auf: Verlegen? Wohin denn? Bei beiden Teams gibt es kein gemeinsames freies Wochenende mehr im Spielplan. Der MTV hat zwar am kommenden Wochenende spielfrei, weil im Ursprung dort die Partie gegen den zurückgezogenen HSV Wildau II hätte stattfinden sollen, die SGS tritt dort aber bei der HSG Schlaubetal an. So holte die SGS zusammen, was an Spielern verfügbar war und reiste zum MTV.

Bei den Wölfen hingegen war der Kader voll. 14 fitte Spieler konnte Trainer Ferenc Remes auf dem Spielprotokoll vermerken. Und keiner von ihnen war bereit, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen oder es mal eben im Vorbeigehen zu gewinnen. Wünsdorf nimmt das Gegner und das Spiel ernst. Schöne Nachricht gab es für den MTV schon vor dem Spiel. Die maximale Auslastung der Paul-Schumann-Halle wurde erhöht. Statt bisher 100 Zuschauer durfte der MTV diesmal 150 Fans in die Halle lassen.

mtv sgs klaus luchmann abwehrDie Taktik der SG Schöneiche ist schnell klar: Wünsdorfs hohes Tempo weitesgehend bremsen und dadurch solange wie möglich die Spannung halten. Ein Plan, der zu Beginn gut aufgeht. Erst nach über drei Minuten gelingt Lukas Seifert per Siebenmeter das erste Tor des Tages. Statt Vollgashandball und einer schnellen Entscheidung gibt es ein Geduldsspiel für den MTV. Auch der zweite Treffer des Tages kommt von der Siebenmeterlinie – Schöneiches Jannik Littmann trifft zum Ausgleich.

Der erste Treffer aus dem Feld reift über vier Minuten heran, erneut ist es Seifert, der die Wölfe wieder in Führung bringt. Doch die SGS bleibt zunächst dran, weil das Tempo der Wünsdorfer immer wieder gestört wird und in der Deckung immer wieder eingegriffen wird. Und bei eigenem Angriff heißt es: So viel Zeit wie möglich von der Uhr nehmen. Nach einem verworfenen Siebenmeter von Seifert holt die SGS aus, um den 4:3-Anschlusstreffer zu markieren. Als Enrico Raasch diesen aber erzielt, sind die Gäste bereits seit fast vier Minuten durchgehend im Ballbesitz. Fans von schnellem Handball werden dieses Spiel nicht in ihren Jahresrückblick aufnehmen.

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Trotzdem arbeitet sich Wünsdorf langsam Tor für Tor weg, auch wenn der Spielstand nur langsam wächst. Im Wölfe-Tor nimmt Carlo Paeschke acht von 14 SGS-Würfen aus dem Feld raus – eine starke Quote. Auf der anderen Seite macht der ehemalige Wünsdorfer Levent Altin dem MTV das Leben an der Siebenmeterlinie schwer. Drei von vier hält Altin. Auch aus dem Feld ärgert Altin seine alten Kollegen das ein oder andere Mal. Trotzdem können die Wölfe in der 20. Minute durch Jakub Pawlicki auf 8:4 stellen und den Vorsprung auf vier Tore erhöhen.

mtv sgs paeschkeDoch trotz des langsamen Spiels und der personell klaren Vorzeichen, das Derby hat Temperatur. Zwei Minuten vor der Pause wird Paul Gröpler zum Konter geschickt. Schöneiches Toni Sauerbrei läuft ihm kurz vor dem Abwurf hinten rein. Keine brutale Attacke, die aber dennoch eine klare Torchance vereitelt und dementsprechend eine klare Rote Karte nach sich zieht. Ein Lerneffekt für den jungen Schöneicher Spieler, der sofort kommentarlos sein Handtuch greift und auf die Tribüne verschwindet. Auf der Schöneicher Bank ist die Aufregung indes umso größer. Hier kann die Rote Karte nicht jeder nachvollziehen. Trainer Gunnar Eggen sieht wenige Sekunden später dann den Gelben Karton.

Durch einen späten Doppelpack von Andy Strube stellen die Wölfe noch auf 12:6. In den letzten Minuten der ersten Hälfte wurde bis auf die beiden Treffer wenig Handball gespielt. Das Derby durfte sich nun erst einmal abkühlen.

 

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Halbzeistand: Wünsdorfer Wölfe – SG Schöneiche 12:6

Den Start der zweiten Hälfte hätten einige Wölfe-Zuschauer was verpasst. Gut, dass sich das Schiedsrichtergespann Dirk-Uwe Voigt/Uwe Gensichen ein paar Augenblicke mehr Zeit ließ, um aus der Kabine zu kommen. Denn die Wölfe legten direkt los. Nur neun Sekunden nach Wiederanpfiff setzt Strube zum Wurf an, macht das 13:6. Ein Knallstart der Wölfe, die sofort wieder da sind. Halbzeitübergreifend ist es dazu ein Dreierpack des neuen Rechtsaußen Strube, der mit einer Trefferquote von 85,7% aus dem Feld stark aufspielt. 

Vor den Augen von Zossens Bürgermeisterin Wiebke Şahin-Schwarzweller (FDP) ziehen die Wölfe nun das Spiel komplett an sich. Die Hausherren erhöhen das Tempo und auf Schöneiche hatte der Pausentee offenbar eine beruhigende Wirkung. Nach einem Treffer von Pawlicki aus dem Feld tritt Rudi Schulz wenige Angriffe später zur Siebenmeterlinie – jetzt gehen auch die Strafwürfe wieder rein – 15:6 (36.). Erneut Strube und ein Doppelpack von Seifert stellen sogar auf 18:6 nach 39 Minuten. Die Wölfe machen mit einem 6:0-Lauf in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff den Deckel drauf. Der SGS gelingt erst nach zehn Minuten ihr erstes Tor in Hälfte zwei. 

mtv sgs strubeDie Gäste versuchen bis zum Schluss alles, um das Ergebnis in Grenzen zu halten. Die Punkte sind aber mit Beginn der Schlussphase vergeben. Paul Engel verwandelt noch zwei Siebenmeter und lässt die Wölfe somit auch an der Siebenmeterlinie gewinnen. Vier von sieben Würfen gingen rein, Schöneiche brachte nur drei ihrer ebenfalls sieben Versuche im Ziel unter.

Die Wölfe bringen am Ende einen ungefährdeten 27:14-Sieg ins Ziel. Trainer Ferenc Remes: „Das war kein schönes Handballspiel und nichts fürs Bilderbuch. Aber die Mannschaft hat diese nicht ganz leichte Aufgabe gut angenommen und gut gelöst.“ Für den MTV heißt es damit, dass er weiterhin Platz 1 inne hat – verlustpunktfrei. Bei den Verfolgern sammelt Blau-Weiß Dahlewitz kampflos die Punkte gegen die HV Luckenwalde ein. Die HSG Schlaubetal siegt mit 33:18 gegen Teltow-Ruhlsdorf II und bleibt ebenfalls im Top-Quartett dabei. Großer Verlierer in der oberen Runde ist die OSG Fredersdorf-Vogelsdorf, die beim MBSV Belzig mit 24:32 verliert. Ein Ergebnis, das auch der SG Schöneiche überhaupt nicht passt. Durch den Belziger Sieg ziehen die Märkischen an der SGS vorbei, schieben Schöneiche auf Platz zehn der Liga. Jetzt liegt nur noch Teltow-Ruhlsdorf II hinter der SGS.

Am kommenden Wochenende haben die Wölfe spielfrei, während der Rest der Liga spielt und Punkte sammeln kann. Für die Wölfe geht es am 9. April bei der HV Luckenwalde 09 weiter. 

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Wünsdorfer Wölfe – SG Schöneiche 27:14 (12:6)

Wünsdorfer Wölfe: Paeschke, Kaleun – Seifert 8 (1/2), Strube 6 (0/1), Pawlicki 4 (0/1), Klaus 4, P. Engel 2 (2/2), Vogel 1, Hawaleschka 1, Schulz 1 (1/1), D. Becker, Luchmann, N. Seegebrecht
SG Schöneiche: Altin, Kerstan – Littmann 5 (1/4), M. Große 4 (1/2), Jahic 2, T. Sauerbrei 1, Raasch 1, Rothe 1 (1/1), C. Große, Wolter, Busch, F. Sauerbrei, Pe. Werner

Schiedsrichter: Dirk-Uwe Voigt / Uwe Gensichen
Gelbe Karten: Pawlicki, Luchmann – Rothe, Raasch, T. Sauerbrei, Eggen)
Zeitstrafen: 6:3 (2x Luchmann, Pawlicki, Seifert, Schulz, Hawaleschka – Raasch, T. Sauerbrei, Busch)
Rote Karten: Toni Sauerbrei (SG Schöneiche/29. wegen Notbremse)

Wurfquote: 27/41 (57,4%) – 14/42 (33,3%)
Siebenmeter: 4/7 – 3/7

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