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Zwei Derbys in der Wölfe-Arena 

Emotionaler Klassiker als Spitzenspiel mtv dahlewitz vor

Am Samstag kommt es in der Wünsdorfer Paul-Schumann-Halle zum Spitzen-Derby in der Verbandsliga Süd. Die Wölfe treffen auf Blau-Weiß Dahlewitz – das Duell der beiden ungeschlagenen Teams in der Liga. Dabei weht ein Hauch von Nostalgie durch Wünsdorf. Und weil ein Derby nicht reicht, gibt’s gleich zwei. Die 2. Männermannschaft empfängt Lok Rangsdorf im Derby vor dem Derby. Mehr…

Wünsdorf gegen Dahlewitz als absolutes Spitzenspiel in der Verbandsliga Süd. Handball-Romantikern geht dort sofort das Herz auf. In der Saison 2008/09 stieg Dahlewitz vor dem MTV Wünsdorf in die Brandenburgliga auf. Im Frühjar 2012 machten die Wölfe ausgerechnet gegen Dahlewitz den eigenen Aufstieg in die Brandenburgliga perfekt. Damals lieferten sich beide Mannschaften große Spiele. Es gibt in der jüngeren Verbandsliga-Geschichte einige Anekdoten, die man aus den Duellen jener Zeit erzählen kann. 2021 spricht auf beiden Seiten zwar niemand vom Aufstieg, aber es werden dennoch Erinnerungen an damals wach. Denn die Tabellenkonstellation macht die Partie wieder zu einem Spitzenspiel. Wünsdorf liegt auf Platz 1, Dahlewitz auf Platz 2. Beide Teams konnten nach der langen Corona-Pause mit vier Siegen in vier Spielen starten. Jetzt kommt es zum direkten Duell.

„Es ist natürlich immer spannend, Dahlewitz gegen Wünsdorf in dieser Konstellation zu haben“, sagt Daniel Werner, der die Zeit damals als Dahlewitzer Spieler erlebte und heute Funktionär bei den Blau-Weißen ist. Allerdings sagt Werner auch: „Man sollte am Anfang der Saison nicht auf die Tabelle gucken.“ Macht man in Wünsdorf trotzdem. Für MTV-Trainer Ferenc Remes ist nämlich klar: „Aus der Tabelle lassen sich zumindest schon erste Tendenzen ablesen. Und dann sieht man, dass es kein Spiel wie jedes andere sein kann.“

Die jungen Spieler spüren durch die Geschichten von damals die Besonderheit

Etwas Besonderes ist dieses Duell ohnehin immer. Ronny Lange, damals Spieler bei den Wölfen und heute Trainer der 2. Männermannschaft, erinnert sich: „Volle Hallen mit 300 bis 400 Zuschauern, Emotionen, Spannung. Diese Spiele waren immer die Highlights der Saison. Es hat einfach immer Spaß gemacht. Beide Seiten konnten damals für sich sehr schöne Siege einfahren und mussten auch immer wieder harte Niederlagen einstecken.“ Auch Werner blickt durch die blau-weiße Brille zurück: „Eins der schönsten Spiele war in der Aufstiegssaison das Rückspiel zuhause gegen Wünsdorf. Es waren über 300 Leute in der Halle. Wir haben hinten gelegen und das Spiel noch gedreht, obwohl keiner mehr damit rechnete. Damals war die Meisterschaft noch nicht entschieden und Wünsdorf musste in der Liga noch einige Kisten Bier versprechen, um uns zu stoppen. Es gelang aber nicht.“

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Fakt ist: Heute mahlen die Mühlen anders. „Es hat auch mit den Menschen zu tun, die damals gespielt haben“, sagt Werner. Von den damaligen Akteuren ist heute kaum noch jemand aktiv dabei. Auf Dahlewitzer Seite sind lediglich Torhüter Stefan Bombich und Kreisläufer Matthias Lenk heute noch in der 1. Mannschaft aktiv. Bei den Wölfen ist von den Schlachten damals niemand mehr im Kader für Samstag. Wie viel nostalgische Derby-Stimmung wird es am Samstag also geben? Lange: „Es wird eine Neuauflage. Wünsdorf hat sich komplett neu aufgestellt, eine junge agile Mannschaft. Auch Dahlewitz hat sich neu aufgestellt, mit vielen ehemaligen Brandenburgliga-Spielern aus Rangsdorf.“ Dazu mischen die Dahlewitzer immer mehr Jugendspieler in die Mannschaft. „Ich sehe hier schon Potenzial, dass eine neue Derby-Generation entsteht“, fügt Werner hinzu. Der Nachwuchs, der mittlerweile bei den Erwachsenen ankommt, kennt die Derbys maximal von der Tribüne. Werner: „Die ganzen Geschichten von damals kennen die Jungs ja gar nicht. Es gibt aber schon welche, die man den jungen Spielern erzählt. Da spüren sie dann auch etwas die Besonderheit.“

Ein besonderes Spiel ist es auch für Ferenc Remes. Der Trainer der Wölfe bekam von den Derbys damals gar nichts mit, steht jetzt aber ohne Punktverlust mit dem MTV auf Platz 1. Seine Vorfreude: riesig! Der Coach: „Normalerweise würden da 500 Leute in die Halle gehen. Ich habe da so viel Emotionen.“ Wegen der Pandemie-Bestimmungen dürfen derzeit nur 100 Zuschauer in die Paul-Schumann-Halle. Die Karten waren bereits Tage vor dem Spiel vergriffen.

Wölfe-Trainer Remes schon voller Emotionen

Aber was für ein Spiel werden die Zuschauer sehen? Remes: „Ich rechne damit, dass wir wieder unser Potenzial abrufen. Wir müssen das tun, was wir bisher auch getan haben. Wir haben auf jeder Position sehr gute Leute gegen uns. Das wird der bisher härteste Gegner.“ Ein Gegner, der die zuletzt starke Wünsdorfer Abwehr fordern wird. Mit nur 17 Gegentoren im Schnitt sind die Wölfe das Defensiv-Bollwerk der Liga. Remes lacht: „Ich bin ein Abwehr-Fetischist. Früher haben sie zu mir immer gesagt, ich mauere nur und lasse keinen attraktiven Handball spielen. Wir haben sehr viel an der Defensive gearbeitet. Dort entscheidet sich eine Saison.“ Und fügt hinzu: „Die Mannschaft hat sich das bisher Geschehene selbst erarbeitet. Das ist ein Produkt aus Fleiß und Disziplin.“

Auch in Dahlewitz hat man die Ergebnisse vom MTV verfolgt. Werner gibt zu: „Gerade bei der Höhe der Siege schaut man natürlich etwas genauer hin.“ An der Vorbereitung aufs Spiel ändert aber der Saisonstart der anderen Teams nichts. Beide Seiten sind sich einig: Es wird für beide Mannschaften eine Standortbestimmung. Aber wird der Sieger dann automatisch zum Titelfavoriten? Werner: „Für ein Fazit ist es noch viel zu früh. Schlaubetal ist für mich eigentlich noch Favorit Nummer eins, auch Trebbin wird noch oben mitspielen.“ Der SC hat erst zwei Partien gemacht, diese gegen Wünsdorf und Dahlewitz verloren. Schlaubetal hat von drei Partien bisher zwei verloren, unter anderem 11:23 in Wünsdorf. Remes: „Egal, wie das Spiel ausgeht: Man muss danach nicht sofort einen Meisterschaftsfavoriten ausrufen. Aber der Sieger braucht auch nicht ankommen und vom Klassenerhalt reden“, lächelt er.

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Die Saisonziele sind bei beiden Teams nicht klar definiert. Nach der langen Pause will man sich Zeit geben. Man will oben mitspielen, mehr nicht. Vom Aufstieg redet keiner. Werner: „Wir trainieren nicht auf Teufel komm raus, dass wir die Liga gewinnen. Wir haben uns darauf fokussiert, die Mannschaft ins Laufen zu bekommen.“ Gleiches beim MTV. Remes: „So einen Aufstieg kann man doch nicht ausrufen. In einer Saison kann so viel passieren und nach so einer langen Pause sind ganz andere Dinge wichtig.“

Personell werden beide Mannschaften mit einem vollen Kader antreten. Und sich ein enges Duell liefern. Remes: „Hinter dem Dahlewitzer Spiel steckt ein klarer Plan und eine Struktur. Sie haben eine gute Qualität. Es wird spannend zu sehen, wie wir gegen diese Mannschaft bestehen.“ Eine Prognose? „Das ist schwer zu tippen“, sagt Werner. „Es wird eine enge Kiste. Ich glaube aber dran, dass wir dieses eine Tor besser sind. Die Ergebnisse sprechen aber für den MTV.“ Und Lange, der das Spiel als Zuschauer verfolgen wird und auch schon voller Vorfreude steckt: „Wenn Wünsdorf sich auf seine Qualitäten konzentriert, rechne ich mit einem Sieg mit vier Toren Vorsprung.“ 

Samstag, 2. Oktober 18.30 Uhr – Wünsdorfer Wölfe – Blau-Weiß Dahlewitz

Kreisliga: Das Derby vor dem Derby

Vor dem MTV-Kracher gegen Dahlewitz wartet auf die 2. Männermannschaft der Wölfe eine spannende Aufgabe. Der SV Lok Rangsdorf ist zu Gast als Vorgeschmack auf den Abend. Auch hier ein Duell der Ungeschlagenen. Allerdings haben beide Mannschaften in der Kreisliga jeweils erst ein Spiel absolviert. Rangsdorf gewann mit 29:14 bei Motor Babelsberg II. Der MTV gewann zuhause gegen Teltow/Ruhlsdorf III mit 30:24.

Trainer Ronny Lange hätte dabei gern das Duell gegen Grün-Weiß Werder III als Vorbereitung gehabt. Doch das Duell musste ausfallen, weil der Verein nicht rechtzeitig einen Satz Trikots bereitstellen konnte. Ein sehr ärgerlicher und wohl leicht vermeidbarer Grund, ein Spiel zu verlegen.

Lange: „Die Mannschaft ist voll motiviert und ich denke, dass wir ein Spiel auf Augenhöhe sehen werden.“ Die routinierte Mannschaft aus Rangsdorf trifft dabei auf eine junge Wünsdorfer Truppe. Während Rangsdorf bereits seit Jahren eingespielt ist, müssen sich die Wölfe noch etwas zusammenfinden. Der Trainer: „Wir versuchen uns auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Wir müssen mit der richtigen Einstellung rangehen und unsere Stärken ins Spiel einfließen lassen.“

Samstag, 2. Oktober 16.00 Uhr – Wünsdorfer Wölfe II – SV Lok Rangsdorf

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