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 Heimpleite für den MTV

Bissige Belziger ringen Wölfe nieder

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Nächste Pleite für die Wölfe! Der MTV verliert auch das Heimspiel gegen den MBSV Belzig, unterliegt nach der peinlichen 25:36-Hinspielniederlage den Märkischen auch im Rückspiel. Nach der 28:32-Pleite brauchen die Wölfe nun unbedingt Punkte. Mehr... 

von Conrad Hipp
Fotos: Julia Ehmig

Leere Blicke im Schwarz-Weißen Trikot. Ein trauriger Man of the Match und eine entsetzliche Ernüchterung. Das Bild in der MTV-Arena nach der Schlusssirene ist erdrückend und enttäuschend. Ähnlich wie die Vorstellung der Wölfe in den 60 Minuten zuvor. Eine andere Zeichnung beschreibt den Gegenpart. In der Kabine des MBSV Belzig heben die Spieler Bierkisten in die Luft, singen Humba Täterää – und zwar mit dem gleichen Ehrgeiz, mit dem sie in den vergangenen 60 Minuten die Punkte erkämpft haben, die sie an diesem Tag eben mehr wollten, als die Wölfe.

seege becks mtv mbsvDie positiven Dinge will der MTV mitnehmen aus dem größtenteils überzeugenden Auftritt beim SV Blau-Weiß Dahlewitz, bei dem der MTV als Außenseiter nur knapp mit 28:29 verlor. Positiv! Ein Wort, welches man nach einer 112-Tage-Durststrecke endlich wieder in die Köpfe bekommen wollte. Positiv! Ein Wort, was beim MTV kein Wort bleiben darf, sondern endlich in die Stimmung umschlagen muss, um nicht noch in Abstiegsnot zu geraten. Gegen Belzig sollte der Groschen fallen.

Dafür begann der MTV mit viel Offensivdruck, doch ging schnell in Gegenwind über. In der Anfangphase agieren beide Mannschaften mit schnellem Handball. Die Bälle fliegen den Torhütern um die Ohren, weil beide Mannschaften etwas brauchen, um sich in der Abwehr zu positionieren. Die Wölfe legen vor, Belzig legt nach. Als Jannes Wernicke das 7:7 markiert und damit das 14. Tor des Tages, sind gerade einmal elf Minuten gespielt. Dann verlieren die Wölfe erstmals den Faden im Spiel. Dem MTV fehlt die Durchschlagskraft, die Fehler häufen sich. Vor allem Torwart Michael Schröter macht in dieser Phase den Wölfen mit einigen guten Paraden das Leben schwer. Der MTV gerät nun in Rückstand, weil Belzig mit schnellem Umschaltspiel glänzt und vor allem effektiv und überlegt abschließt. Auch MTV-Routinier Dirk Becker lobt: „Man muss Belzig ein Kompliment machen. Sie haben clever und gut strukturiert gespielt, haben keinen Quatsch gemacht, sondern sich auf ihre Stärken berufen.“ Die bringen sie zwischenzeitlich mit vier Toren in Führung. Mit einer kurzen Druckphase kann der MTV diesen aber etwas wegknabbern bis zur Pause.

 Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – MBSV Belzig 15:16

Belzig kommt mit Vollgas aus der Kabine. Nach nur 20 Sekunden klingelt es im Wünsdorfer Tor, nur eine Minute später stellt Colin Meyer mit seinem Doppelpack sogar auf 15:18. Die Aufholjagd der Wölfe mit einem Blitz-Start abgefertigt. Und dem MTV scheint damit mental schon der Zahn gezogen. Wernicke trifft zum 15:19, Meyer stellt zweieinhalb torlosen Minuten auf 15:20 und wieder Wernicke mit dem 15:21. Ein 5:0-Lauf der Gäste zu Beginn der ersten Hälfte, weil beim MTV einfach nichts zusammenläuft. Fast neun Minuten (!) brauchen die Wölfe für ihren ersten Treffer nach Wiederanpfiff. 

hawa mtv mbsvDas Problem: Während Belzig einfach und schlicht sein eigenes Spiel herunterspielt, machen sich die Wölfe selbst das Leben schwer. In den Offensivaktionen fehlen Druck und Struktur Richtung Tor, sodass in Summe viel zu wenig gut verwertbare Tormöglichkeiten herauskommen. Gerade die Rückraumpositionen wirken völlig abgemeldet, kriegen überhaupt keinen Zugriff zum Spiel. Einzig über die Kreisläufer kommen die Wölfe immer wieder zu guten Chancen. Ein Weg, der in dieser Phase aber schlichtweg nicht gesucht wird. 

Erst nach der verkorksten Anfangsphase beißen sich die Wölfe wieder ins Spiel, schaffen so in der 47. Minute durch Nils Seegebrecht sogar den Anschluss zum 21:22. Doch den größeren Siegeswillen bringen an diesem Tag die Gäste aufs Parkett. Belzig wirkt entschlossen, behält die Ruhe. Beim MTV indes fehlt die letzte Entschlossenheit, den Sieg wirklich nach Hause zu fahren. Zwar sind die Wölfe jetzt wieder drin im Spiel, aber die Überzeugung fehlt trotzdem. Becker: „Wir schaffen es zur Zeit einfach nicht, unser Potenzial ins Spiel einzubringen. Insgesamt haben wir einfahc zu wenig Angriffe erfolgreich zu Ende gespielt.“ 

So wird aus dem 21:22 schnell ein 22:26 – und Belzig ist wieder weg. Nach dem Anschlusstreffer lässt sich der MBSV nicht verunsichern, spielt konzentriert weiter. Auch in der Schlussphase wirken die Belziger frischer. Da die erste Sechs immer wieder kleine Pausen bekam, können die Gäste auch in den Schlussminuten aufdrehen. Dazu ist das Team von Trainer Denis Wandersee gut eingestellt und takisch flexibler. Daher gehören die Jubelgesänge am Ende den Belzigern. Der MTV steht auch 112 Tage nach dem letzten Sieg ohne Erfolg.

Der MTV blickt aber dennoch hoffnungsvoll nach vorn. Becker: „Wir wollten eine Serie starten, den Start haben wir jetzt verpatzt. Trotzdem können wir aus den nächsten beiden Spielen vier Punkte holen.“ Am kommenden Sonntag geht es zunächst gegen den HC Spreewald II ran. Eine Woche später geht's ins Derby gegen die SG Schöneiche. Beide Teams konnten in der Hinrunde besiegt werden. Gerade gegen den HC Spreewald II wäre ein Punktgewinn wertvoll. Denn: Der HCS liegt mit vier Punkten auf dem letzten Rang, drei Punkte vor den Wölfen. Bei einem Sieg würde der MTV den Vorsprung auf fünf Punkte ausbauen und somit die Abstiegsgefahr minimieren. Bei einer Niederlage wäre man allerdings nur noch einen Zähler von der Roten Laterne entfernt. Becker: „Wir brauchen einfach dieses Erfolgserlebnis. Und das wollen wir uns jetzt auch holen.“

Vi Tva Man of the Match

Tim Becker war am Kreis der Wölfe ein Lichtblick im sonst zeitweise unstimmigen MTV-Spiel. Er arbeitete in der Abwehr sehr agil, setzte zudem offensiv gute Akzente. Mit einer Wurfquote von 80 % (vier von fünf Würfen aus dem Feld) erzielte er eine starke Trefferquote. Zudem bereitete er fünf Treffer vor und holte zwei Siebenmeter heraus. Neben seinem Namensvetter Dirk zeigte er am Kreis eine gute Präsenz, konnte so auch den ein oder anderen Fehlwurf kompensieren.

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Wünsdorfer Wölfe – MBSV Belzig 28:32 (15:16)

Wünsdorfer Wölfe: Hirsing, Barsch – N. Seegebrecht 8 (6/7), Hawaleschka 7, T. Becker 4, D. Becker 4, Gröpler 2, Neuendorf 2 (0/1), Schränkler 1, Vikhrov, Benz, Baumann
MBSV Belzig: Schröter, Wetzel – Wernicke 9, Kernke 6, Galle 5 (4/5), Dalibor 4, Meyer 4, Starick 2, Schlünz 2, Hainke, Hübeler, Merten

Schiedsrichter: Jonas Günther / Rico Scheunig

Gelbe Karten: Neuendorf, D. Becker, Baumann – Dalibor, Wernicke, Meyer
Zeitstrafen: 4:1 (2x T.Becker, D. Becker, Vikhrov – Wernicke)
Rote Karten: –
Blaue Karten: –

Siebenmeter: 6/8 (75%) – 4/5 (80%)
Wurfquote: 28/54 (51,85%) – 32/48 (66,6%)

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