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Wölfe verlieren in Dahlewitz

Derby auf Augenhöhe bringt dem MTV keine Punkte
mtv dahlewitz

Die Wünsdorfer Wölfe haben das Derby bei Blau-Weiß Dahlewitz mit 28:29 verloren. Der MTV bot den favorisierten Dahlewitzern dabei über lange Strecken ein Duell auf Augenhöhe und hatte den Sieg sogar selbst auf der Hand. Am Ende entschieden Kleinigkeiten zugunsten der Blau-Weißen. Mehr...

von Conrad Hipp
Fotos: Julia Ehmig

Die Rollen vor dem Spiel waren eigentlich klar verteilt. Dahlewitz hatte als Tabellenvierter die Chance, auf Platz 3 zu springen. Dank der Verstärkungen von Lok Rangsdorf zu Beginn der Saison und einer Spielzeit, die bisher starke Ergebnisse mit sich bringt, schwimmt Dahlewitz in der Verbandsliga oben mit. Die Wölfe hingegen versackten nach einigen unnötigen Punktverlusten in dieser Saison im grauen Mittelfeld. Die Vorzeichen bei diesem Derby haben sich gewandelt. Standen sich in der vergangenen Saison noch zwei gleichwertige Teams gegenüber, muss man Dahlewitz ab dieser Saison klar die Favoritenrolle zukommen lassen. Die Wölfe rückten mit neuem Personal an. Moritz Schränkler stand gegen Dahlewitz erstmals im Kader. 

becker rackwitz lutze dahle mtvBeim Derby wurden die Uhren zu Beginn trotzdem auf 0:0 gestellt und die Wölfe hatten natürlich vor, dem Favoriten solange wie möglich das Wasser zu reichen. Das Spiel begann quasi an der Siebenmeterlinie, allerdings nicht gut für den MTV. In den ersten drei Minuten tritt der MTV gleich zweimal an die Linie, Dahlewitz-Torhüter Stefan Bombich nimmt den Wölfen mit zwei Paraden aber die Chance auf eine frühe Führung. Die erste holt sich dann Dahlewitz über Magnus Walter, ebenfalls von der Siebenmeterlinie. Auch das 1:1 fällt von der Linie, Dirk Becker per Siebenmeter (5.).

Auch wenn in der Anfangsphase viele Siebenmeter gepfiffen werden, entwickelt sich auf der Platte keineswegs ein unfaires Spiel. Beide Teams gehen mit vollem Elan und viel Engagement ins Spiel. Und in dem bekommt Wünsdorf guten Zugriff.  „Wir haben mit einer offensiveren Abwehr gerechnet und hatten mit der Defensive einige Probleme“, analysiert Dahlewitz-Trainer Kai Müller-Schade. Dahlewitz muss von Beginn an viel Aufwand betreiben um zu guten Torabschlüssen zu kommen. Daher fällt das Herausspielen eines frühen Polsters erst einmal aus. Zudem zeigt sich der MTV sehr effektiv im Angriff. Müller-Schade: „Wünsdorf hat in der Anfangsphase auch alles getroffen, da konnten wir unser Konterspielt nicht einbringen.“ Insgesamt trifft der MTV in der ersten Halbzeit 72,2 Prozent seiner Würfe, Dahlewitz kommt so in der ersten Halbzeit zu keinem einzigen Konter. 

Dahlewitz kann sich trotzdem auf 12:9 absetzen, doch die Auszeitkarte der Wölfe fliegt genau im richtigen Moment und unterbricht erst einmal den Spielfluss. Die Wölfe bäumen sich jetzt auf, legen kurz vor der Pause einen starken 6:0-Lauf hin, drehen so den Spielstand von 12:9 auf 12:15. 

Halbzeitstand: Blau-Weiß Dahlewitz – Wünsdorfer Wölfe 14:16

lenk groepler dahle mtv

Die Dahlewitzer werfen an, das erste Tor machen die Wölfe. Nur 30 Sekunden nach Wiederanpfiff trifft Paul Gröpler per Konter zum 14:17. Gröpler, der am Sonntag zuvor schon der Jubiläumsschütze zum 300. Saisontor der Wölfe war, erzielt nun das 333. MTV-Tor dieser Spielzeit. Nur zwei Minuten später trifft der Rückraumschütze wieder, diesmal von der Siebenmeterlinie zur 18:14-Führung. Es ist das 55. Saison-Tor von der Siebenmeterlinie für die Wölfe – Liga-Höchstwert! 

Die Wölfe führen mit vier Treffern Vorsprung und basteln tüchtig an einer Überraschung. Der Grund: Die Wölfe spielen ihre Angriffe konzentriert runter, halten die Fehlerquote extrem niedrig. Kaum Fehlpässe, wenig technische Fehler. Einen Vorsprung von drei Toren tragen die Wölfe ins Schlussviertel. Doch plötzlich weichen die Wölfe von ihrem bisherigen Spielstil ab. „Wir haben dann auf einmal unsere Angriffe nicht mehr konsequent gespielt“. sagt Routinier Dirk Becker. In den Offensivaktionen suchen die Wölfe zu verkrampft die Abschlüsse, produzieren plötzlich Fehlwürfe. 

racke dahle mtvDahlewitz hat so die Chance heranzukommen, weil auch in der MTV-Abwehr immer mehr Lücken entstehen. Keine drei Minuten braucht Dahlewitz für den Ausgleich, mit einem Stand von 23:23 geht es in die letzten 12 Minuten. Die Wölfe tun sich aber weiter schwer in der Offensive, erarbeiten sich aber immerhin noch einige Siebenmeter. Während Dahlewitz-Keeper Bombich zu Beginn die ersten beiden halten konnte, haben nun die Wölfe das bessere Händchen. Sechs von sieben Versuchen landen im Tor. Dahlewitz im Vorteil, weil die Qualität sich nun doch durchsetzt. Max Hawaleschka bringt die Wölfe zwar neun Sekunden vor dem Ende noch einmal heran, aber ein Punktgewinn ist nicht mehr drin. Dahlewitz kommt mit einem Blau-Weißen Auge davon, hätte nach dem zuletzt deutlichen 39:30-Heimsieg gegen Tabellennachbar HSG Schlaubetal nun beinahe Punkte eingebüßt.

Dirk Becker: „Es war ein tolles Derby mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Am Ende gewann die Mannschaft, die in den letzten Angriffen die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Das waren leider nicht wir.“ „Wenn Spiele spitz auf Knopf laufen entscheiden eben einzelne Situationen.“ Müller-Schade: „Wir haben am Ende gewonnen, weil wir den breiteren Kader zur Verfügung hatten und in der zweiten Hälfte über einige gute Torhüterparaden guten Zugriff zum Spiel bekamen. Insgesamt ein glücklicher Sieg gegen eine sehr gut eingestellte Wünsdorfer Mannschaft.“

Dahlewitz spielt durch den Sieg weiterhin oben mit, liegt aktuell auf Platz 3 der Liga. Die Wölfe stehen derzeit auf Platz 8 der Liga, punktgleich mit dem MBSV Belzig (Platz 7 mit zwei Spielen weniger) und der SG Schöneiche auf Platz 9. Am kommeden Samstag empfangen die Wölfe dann den MBSV Belzig. Mit einem Sieg würde das Rudel dann wieder die untere Tabellengruppe anführen.

 Blau-Weiß Dahlewitz – Wünsdorfer Wölfe 29:28 (14:16)

Blau-Weiß Dahlewitz: Bombich, Telker – Lutze 6, Walter 5 (3/5), Neumann 4, D. Schobelt 3, Nowak 3 (1/1), Beier 2, D. Werner 2, Natusch 2, M. Schley 1, Friedrich 1, Lenk, M. Schobelt
MTV Wünsdorf: Barsch, Hirsing – Neuendorf 9 (5/7), Hawaleschka 8, J. Rackwitz 3, D. Becker 3 (3/4), T. Becker 2, Gröpler 2 (1/1), Vikhrov 1, Kuschel, Worch, Schränkler, Baumann, N. Seegebrecht (0/1)
Schiedsrichter: Jonas Günther / Rico Scheunig

Gelbe Karten: Nowak, M. Schley – D. Becker, T. Becker, Baumann
Zeitstrafen: 4:9 (Friedrich, Lenk, Beier, Nowak – 3x Rackwitz, 2x T. Becker, Gröpler, Hawaleschka, Neuendorf, D. Becker)
Rote Karten: Justin Rackwitz (Wünsdorfer Wölfe/47. wegen dritter Zeitstrafe) – Matthias Lenk (Blau-Weiß Dahlewitz/48. wegen hartem Foulspiels)
Blaue Karten: –

Siebenmeter: 4/6 (66,6%) – 9/13 (69,2%)
Wurfquote: 29/44 (65,9%) – 28/48 (58,3%)