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Überzeugende Mannschaftsvorstellung

Wölfe siegen mit starker Abwehr
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Die Wünsdorfer Wölfe haben ihr Heimspiel gegen den HC Spreewald II überzeugend mit 34:24 gewonnen. Eine Woche nach dem Derbysieg gegen die SG Schöneiche legte die Mannschaft noch mal eine Schippe drauf und holte mit einer starken Teamleistung die nächsten Zähler. Mehr...

von Conrad Hipp
Fotos: Julia Ehmig

Es war der erste Schritt, den die Wölfe aus dem Keller gemacht haben. Mit dem Derbysieg bei der SG Schöneiche sammelte das Rudel zwei wichtige Punkte und Selbstvertrauen, um gegen das Tabellenschlusslicht HC Spreewald II nachzulegen und wieder im Mittelfeld anzuklopfen.

gropler mtv hcsDafür starten die Wölfe wieder mit eine sehr offensiven Abwehr. In der Saison hatte man sich dadurch schon viele Gegentore gefangen. Trainer Matthias Wehlmann hält aber an der risikofreudigen Abwehr fest. Mit Erfolg. Denn die Gäste kommen mit der MTV-Defensive überhaupt nicht zurecht. Immer wieder wird der Ball vertendelt oder es kommen keine guten Wurfchancen heraus, die entweder neben dem Tor landen oder von Nils Barsch in der Wölfe-Box gehalten werden. Wehlmann: „Im Großen und Ganzen hat die Abwehr gut funktioniert. Das ein oder andere Mal haben wir uns noch zu einfach überlaufen lassen. Da müssen wir wacher sein und uns besser postieren.“ Allerdings ist der MTV trotzdem wach genug, um sich abzusetzen. Und auch der Trainer betont: „Bis auf ein paar Situationen kann man mit der Abwehrleistung sehr zufrieden sein.“

Nur sieben Minuten bleibt die Partie gleichwertig. Der HCS findet Wege durch die Abwehr, die Wölfe sind noch nicht hundertprozentig im Spiel. Dann aber zieht der MTV an. Lars Baumann und Nils Seegebrecht sorgen für die erste Zwei-Tore-Führung (6:4/9.), kurz darauf erhöhen Baumann und Paul Gröpler auf vier Treffer (9:5/12.). Wehlmann zufrieden: „Wir haben unsere Positionsangriffe schnell runtergespielt und uns gute Wurfchancen erarbeitet.“ Die Wölfe überzeugen dabei in der Offensive durch eine starke Flexibilität. Das spiegelt sich schlussendlich auch in der Torstatistik wider. Sechs Spieler beenden das Spiel mit fünf oder sechs Toren auf dem Konto. Die Spreewälder Abwehr bekommt keine Möglichkeit, sich auf bestimmte Spieler einzustellen, denn die Wölfe suchen immer wieder über andere Akteure den Abschluss, fangen nach 15 Minuten auch mit der Rotation des Personals an. Aber auch die Spieler, die den Spielbeginn von der Ersatzbank aus miterlebten, fügen sich nahtlos in die Partie ein. So können sich die Wölfe eine angenehme Pausenführung herausarbeiten. Wehlmann: „Wir haben ein paar Bälle zu viel weggeworfen, das ist ärgerlich.“ Die Pausenführung nehmen die Wölfe mit, auch wenn sie höher hätte ausfallen können.

 Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – HC Spreewald II 16:12

wendy mtv hcsAuch in Hälfte zwei spielen die Wölfe weiter dominant. Wehlmann: „Die Basis war in der Abwehr eine gute Torhüterleistung von beiden Torhütern. Darauf lässt sich davor gut aufbauen.“ Das spiegelt sich auch in Hälfte zwei wieder, auch wenn die Wölfe Startprobleme haben. Denn in der Abwehr zieht sich das Team jetzt etwas zurück, weicht von der offensiven Deckung ab und lässt den Gegner so zu besseren Wurfchancen kommen. Allerdings kann der HCS nur einmal auf zwei Tore Rückstand verkürzen, dann übernehmen die Wölfe wieder das Kommando.

Der MTV zeigt sich gegenüber dem Derby gegen Schöneiche weiter verbessert. „Die Vorwärtsbewegung war auf jeden Fall eine Steigerung“, betont Wehlmann. Die Wölfe machen im Angriffsspiel deutlich weniger Fehler als in den Spielen zuvor. Auch im Derby bei der SG Schöneiche versäumte es der MTV, den Sack frühzeitig zuzumachen, weil man sich zu viel technische oder Abspielfehler gönnte. Die Quote im Heimspiel war deutlich effektiver. Und dazu stimmt eben auch die Effizienz in der Abwehr. Ein Vergleich: Kassierte der MTV im Derby noch elf Siebenmeter, bekam der HCS nur vier zugesprochen. Auch bei den Fehlpässen zeigte der MTV eine deutlich bessere Quote. Aber: „Schade war, dass wir bei der Chancenverwertung nicht so geglänzt haben“, bemängelt Wehlmann. Denn: Im Vergleich zum Derby kann sich der MTV zwar zehn Würfe mehr erarbeiten, allerdings nur drei Tore mehr erzielen. Macht in der Quote ein Unterschied von fast zehn Prozent.

Dennoch steigert der MTV in Summe seine Effektivität – und die reicht am Ende für den Sieg. Wehlmann: „Darüber braucht man nicht streiten. Der Sieg war verdient.“ Und er geht auf die Kappe der gesamten Mannschaft, denn jeder hat seinen Anteil dran. Auch bei den Torhütern glänzen erstmals in dieser Saison beide Schlussmänner. Carlo Hirsing, der bisher in dieser Saison wenig Spielzeit eingeräumt bekam, kommt in der Schlussviertelstunde für den gut aufgelegten Nils Barsch und fügt sich nahtlos ein. Die ersten beiden Siebenmeter hält Hirsing mit dem Fuß, kann zudem noch drei Kontertore mit einem langen Pass vorbereiten. Diese vollendet Nachwuchs-Wolf Lukas Kuschel, der so sein Torekonto nochmal ordentlich aufstockt und nun sogar zu den Topscorern der Wölfe gehört. 

Am Ende feiert der MTV eine geschlossene Mannschaftsleistung. Von zweitschwächster Abwehr der Liga ist nichts zu sehen. Die Wölfe senken ihren Gegentoreschnitt zusätzlich auf unter 30 Tore und tanken weiter Selbstvertrauen. Das ist auch nötig, denn am kommenden Samstag kommt Tabellenführer HC Bad Liebenwerda. Dann wollen die Wölfe wieder eine starke Gemeinschaftsleistung auf die Platte bringen und so den Favoriten an seine Grenzen bringen.

 Der Vi Tva Man of the Match

MTV-Youngster Lukas Kuschel fügte sich bereits in den ersten fünf Spielen stark ein. Routinier Dirk Becker voll des Lobes: „Lukas Kuschel ist wie ein vollwertiger Neuzugang für die Mannschaft.“ Das unterstreicht der 18-jährige auch einmal mehr im Heimspiel gegen den HC Spreewald. Nach seiner Einwechslung geht sein Spiel zunächst vollends in die Hose. Seine ersten drei Würfe sind Fehlwürfe. Aber statt sich hängen zu lassen, ackert Kuschel sich weiter ins Spiel, bereitet aus dem Spiel vier Treffer vor, holt einen Siebenmeter raus und macht selbst fünf Tore. Drei davon per Konter in der Schlussphase. 

kuschel mtv hcs

 Wünsdorfer Wölfe – HC Spreewald II 34:24 (16:12) 

Wünsdorfer Wölfe: Barsch (0/1 gehalten), Hirsing (2/3 gehalten) - N. Seegebrecht 7 (4/4), Gröpler 6, Kuschel 5, Wendland 5, Hawaleschka 5, Baumann 5, Zühl 1, Benz, Vikhrov, J. Rackwitz, D. Becker, T. Becker
HC Spreewald IIM. Gruna –  Dommaschk 5 (0/1), S. Gruna 4 (1/1), Piehl 3, Wähner 3, Schnitzer 2, Jecke 2 (1/2), Burisch 2, Richter 2, Roscheck 1, Dümke, Schwengber
Schiedsrichter: Felix Elliger / Sebastian Kittel

Gelbe Karten: Gröpler, J. Rackwitz Gröpler – Dommaschl, Piehl, Jecke
Zeitstrafen: 5::4 (2x D. Becker, Wendland, J,. Rackwitz, Hirsing – 2x Dommaschk, Burisch, Schwengber)
Rote Karten: -
Blaue Karten:
 - 

Siebenmeter: 2/2 (100%) - 2/4 (50%)
Wurfquote: 34/54 (62,97%) - 24/46 (52,17%)