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Teamerfolg zum Punkspielauftakt

Wölfe feiern Überraschungssieg
groepler mtv tsg

Die Wünsdorfer Wölfe haben zum Punktspielauftakt eine echte Überraschung aufs Parkett gelegt. Die Wölfe siegten am 1. Spieltag gegen die TSG Lübbenau 63 II mit 28:24, bezwangen damit den Vizemeister aus der Vorsaison. Grundlage für den Sieg war ein couragiertes Spiel mit viel Laufbereitschaft und Engagement beim MTV. Mehr...

von Conrad Hipp
Fotos: Victoria Becker, Julia Ehmig

Spiel Nummer drei auf dem Plan der Verbandsliga Süd in der Saison 2019/2020 hieß MTV Wünsdorf 1910 gegen die TSG Lübbenau 63 II. Eine Partie, die zur ersten Überraschung der Saison werden sollte. Dabei waren die Vorzeichen vor diesem Spiel eindeutig. In der Vorsaison wurde Lübbenau Vizemeister, gab in den ersten elf Saisonspielen keinen Punkt ab. Erst im Februar gab es am Grünen Tisch die erste Niederlage der Saison. Auch die Wölfe hatte die TSG im Griff. Zwei Mal verlor der MTV mit jeweils neun Toren. Statistisch gesehen hatte der MTV also kaum eine Chance - und die wollte er nutzen.

Mit guter Laune und viel Spielwitz starteten die Wölfe ins Spiel. Egor Vikrov und Paul Gröpler brachten den MTV schon nach zwei Minuten mit 2:0 in Führung. Die Wölfe spielen in der Offensive gut strukturiert, zeigen wie im Pokal eine starke Laufbereitschaft und überraschen zudem mit einer aktiven Abwehr. „Wir hatten aus dem Pokalwochenende mitgenommen, dass unsere Abwehr schon ganz gut funktioniert. Natürlich sind wir mit Respekt ins Spiel gegangen, immerhin hatten wir den Vizemeister zu Gast. Aber wir wollten Ihnen so lange es geht Parolie bieten“, sagt Dirk Becker. Klappt ganz gut, denn die Abwehr funktioniert und dahinter kommt auch Keeper Nils Barsch gut ins Spiel. Den ersten Wurf auf sein Tor hält er sogar fest.

seege abwehrErst nach 9 Minuten kann der Favorit erstmals die Führung übernehmen, Robert Pissulla stellt auf 4:5. Trotzdem gestaltet sich auf der Platte jetzt ein gleichwertiges Spiel. Nach dann fünfeinhalb torlosen Minuten baut sich die TSG einen ersten Vorsprung auf, stellt auf 5:8 (20.). Doch die Wölfe rennen nicht wie im Vorjahr lange hinterher, sondern sind oftmals der agierenden Part des Spiels. In der Offensive beschäftigt der MTV die Abwehr, sucht die Abschlüsse immer wieder über andere Spieler. Justin Rackwitz wird am Kreis zwei mal stark eingesetzt, sein Doppelpack bringt das 9:9 (24.).

Und jetzt drehen die Wölfe richtig auf. Wieder arbeitet der MTV flexibel im Abschluss, gibt der TSG in der Abwehr immer wieder Aufgaben, mit der sich die Gäste schwer tun. Bis zur Pause legt der MTV so sogar auf 14:11. Nach der Sirene bekommt die TSG noch einen Siebenmeter. Barsch lenkt den Ball mit der Fußspitze um den Pfosten. Die Wölfe gehen mit dem psychologischen in die Kabine.

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe - TSG Lübbenau 63 II 14:11


Und mit dem steigt der MTV auch in der zweiten Hälfte gut ein. Barsch hält den ersten Angriff erneut, knüpft sofort an die starke Leistung an. Das schnelle Umschaltspiel findet seinen Abschluss am Kreis, wo sich Tim Wendland hingeschlichen hat. 15:11! Jetzt lassen die Wölfe den Vizemeister hinterherlaufen. Immer wieder tritt die Abwehr aktiv heraus. Auch in der Defensive betreiben die Wölfe eine Menge Arbeitsaufwand, stören so immer wieder das Angriffsspiel. Bis zum 21:16 kann so der Vorsprung gut verwaltet werden (41.).

Becker: „In unserem Positionsangriff hatten wir noch zu viele Phasen, wo uns die Tiefe und Struktur gefehlt hat. Dadurch haben wir dem Gegner nochmal die Chance gegeben, ins Spiel zu kommen.“ So erhöht sich in dieser Phase auch die Fehlerquote. Lübbenau schleicht sich so wieder auf 24:23 heran, die Punktejagd ist so dreieinhalb Minuten vor dem Ende plötzlich wieder offen. Becker: „Lübbenau hat ein gutes Spiel gemacht. Wir haben in dieser Phase gezeigt, dass wir an unserem Spiel noch arbeiten müssen“, so Becker. Er nagelt den Siebenmeter an den Innenpfosten, trifft zum wichtigen 25:23.

Danach trifft Lukas Kuschel zum 26:23, 105 Sekunden vor dem Ende. Der Jungwolf, der aus der A-Jugend kommt und sein erstes Männerjahr spielt, macht endgültig den Deckel drauf. Und dafür gibt’s Lob vom Routinier. Becker: „Lukas bringt sich bisher sehr gut in die Mannschaft ein und wird dadurch zu einem vollwertigen Neuzugang.“ Auch Kuschel selbst ist mit seinem Heim- und Ligadebüt zufrieden. „Ich habe das gemacht, was mir gesagt wurde und das hat alles funktioniert. Insgesamt würde ich sagen, ein gelungenes Debüt“, so der Youngster.

So feiert die Paul-Schumann-Halle am 1. Spieltag der Saison eine Überraschungsparty und den Sieg gegen den Vizemeister. Nach dem Schlusspfiff macht Tim Becker per Siebenmeter den 28:24-Endstand. Dirk Becker fasst zusammen: „Die starke Abwehr über 60 Minuten mit einem starken Torhüter dahinter waren am Ende der Schlüssel zum Sieg.“

Die Wölfe starten so auf Platz 3 in die Saison und fährt mit breiter Brust zu Chemie Guben, die erst am kommenden Wochenende mit Ihrem Heimspiel gegen die Wölfe in die Punktspielsaison starten. Am 21. Dezember erwarten die Wölfe dann Blau-Weiß Dahlewitz zum Derby. Die MTV-Saison geht also mit reichlich Highlights in die ersten Runden.

Der Vi Tva Man of the Match

Wölfe-Keeper Nils Barsch ließ im MTV-Tor nichts anbrennen. Gleich seinen ersten Ball konnte er gleich festhalten. Mit acht Feldparaden in der erste Hälfte kam er stark ins Spiel. In Hälfte zwei gelangen ihm sogar 13 Paraden aus dem Feld. So kommt er bei den Feldwürfen aufs Tor auf eine starke Quote von 48,8 % (21 Paraden, 22 Gegentore) und wird zum Vi Tva Man of the Match.

vitva barsch

Wünsdorfer Wölfe - TSG Lübbenau 63 II 28:24 (14:11)

MTV Wünsdorf 1910: Barsch (1/3 gehalten), Hirsing - Wendland 6, N. Seegebrecht 3 (2/4), Rackwitz 3, Gröpler 3 (0/1), D. Becker 3 (1/2), Baumann 3, Vikhrov 3, Kuschel 2, T. Becker 2 (1/1)
TSG Lübbenau 63 II: Kuske (4/8 gehalten) - Schultz 6 (2/3), Siebert 6, Werban 5, Pissulla 4, Helbich 2, Donath 1, Sewald Moczko
Schiedsrichter: Ralf-Peter Dallmann, Sven Gutwald (HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst)

Gelbe Karten: T. Becker, Rackwitz, Wendland - Donath, Werban, Siebert
Zeitstrafen: 8:7 (3x Rackwitz, Vikhrov, T. Becker, Ulbrich, Baumann, N. Seegebrecht - 2x Sewald, 2x Siebert, 2x Werban, Schultz)
Rote Karten: Justin Rackwitz (MTV Wünsdorf/52. wegen dritter Zeitstrafe), Marian Siebert (TSG Lübbenau 63 II/60. wegen Foulspiels in der letzten Minute)
Blaue Karten: -

Siebenmeter: 4/8 (50%) - 2/3 (66.6%)
Wurfquote: 28/49 (57,1%) - 24/54 (44,4%)