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Die Saisonbilanz der 1. Männer

Das Highlight vor der Sommerpause

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Die erste Männermannschaft der Wölfe hat bereits mit der Vorbereitung auf die Saison 2019/2020 begonnen. Nach dem Wiederaufstieg aus der Landesliga Süd gehen die Wölfe in ihre dritte Spielzeit in der Verbandsliga Süd. Hinter die zweite Spielzeit haben Mannschaft und Trainer einen Haken gemacht. Bekanntlich ist ja die zweite Saison nach einem Aufstieg die schwerste. Das musste auch der MTV erfahren. Mehr... 

Als Trainer Matthias Wehlmann seine Spieler zur Saisonvorbereitung begrüßte und die ersten Laufspiele beobachtete, hat er ein Grinsen im Gesicht. Es ist eine Mischung aus Vorfreude auf die neue Saison und Freude, dass die alte Saison vorbei ist. Auch für die neue Saison hat er sich Ziele gesteckt, auch wenn diese in der vergangenen Saison nur teilweise erfüllt wurden. „Ich bin im vergangenen Sommer mit einigen Erwartungen in die Saison gegangen. Das ist uns leider alles nicht so geglückt, diese umzusetzen.“

baumann ballDer MTV geht dabei mit einem Kraftakt ins Rennen. Gegen Chemie Guben erkämpfen sich die Wölfe ein 22:22-Unentschieden. Ein Spiel, welches so früh in der Saison nicht selbstverständlich ist. Beide Mannschaften zeigen eine gut eingespielte Teamleistung, sind vom ersten Moment voll drin und liefern ein ansehnliches und unterhaltsames Spiel. Doch der erste Knacks lässt nicht lange auf sich warten. Am 3. Spieltag verlieren die Wölfe trotz starker Leistung mit 19:20 gegen den späteren Aufsteiger aus Finsterwalde. Wehlmann: „Das war eine harte Niederlage. Da taten sich in der Mannschaft ein paar Wunden auf.“ Früh in der Saison muss der MTV auch auf wichtige Spieler wie Sven Neuendorf oder Dirk Becker verzichten. Dazu verlässt Torhüter Stefan Wagner die Wölfe nach wenigen Spielern wieder um die Herausforderung eine Liga höher zu suchen. So schleppten sich die Wölfe durch die Hinrunde. Es musste irgendwie gehen. Nach dem Spiel gegen Finsterwalde gibt es gegen den zweiten Staffelfavoriten, die TSG Lübbenau II, die nächste Pleite. 18:27 – nur 35 erzielte Tore in zwei Spielen. Wehlmann: „Unsere größte Baustelle war das Angriffsspiel. Das Fehlen eines Linkshänders hat uns Probleme bereitet. Daher war das Spiel über die rechte Seite zunehmend schwerer, dazu kamen interne Ungereimtheiten in der Mannschaft.“

Probleme, bei denen man zumindest aber im Derby bei der SG Schöneiche nichts merkt. Ein klarer 25:16-Erfolg in der Halle des Nachbarn, ein Hoch in der Hinrunde der Wölfe mit einer starken Abwehrleistung. Doch der größte Feind der Wölfe ist die fehlende Konstanz in der Leistung. Der MTV hangelt sich von Spiel zu Spiel und trägt in jeder Partie die Überraschungskiste in die Halle. Man weiß nie, was der MTV heute wieder im Stande ist abzurufen – oder eben nicht. „Im Team hat vieles nicht gestimmt. Wir haben uns in die Winterpause geschleppt und stellten keine Einheit dar. Es war bis dahin schon eine komische Saison“, sagt Wehlmann nachdenklich. Was er meint: Nach einem klaren 29:19-Sieg in Belzig, gibts in Luckenwalde einen katastrophalen Auftritt. Wie im Vorjahr geraten die Wölfe unter die Räder, verlieren mit 23:27 und erleben ein Spiel mit reichlich Diskussionsbedarf. Zeit zum Erholen bekommen die Wölfe nicht. Gegen Liganeuling OSG Fredersdorf-Vogelsdorf gibt es eine Heimniederlage, die vermeidbar ist. Kurz vor Weihnachten gibt's bei der HSG Schlaubetal die höchste Pleite der Saison – 24:36 und das direkt vor der Weihnachtsfeier. Wehlmann: „Mein Plan für die Saison hat eigentlich gar nicht funktioniert.“

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In der Winterpause musste Platz für die Erholung her. Das Teamgefüge musste gestärkt werden. „Das Umsetzen von Konzepten und die Spieldisziplin haben nicht gut funktioniert, das Teamgefüge hat nicht gestimmt.“ Und so setzt es auch zum Auftakt der Rückrunde eine Pleite. In Finsterwalde kassieren die Wölfe ein 23:32, müssen zudem eine Sperre von Trainer Matthias Wehlmann hinnehmen, der nach einer angeblichen Tätlichkeit auf die Tribüne verbannt wird. Wehlmann: „Dieses Spiel und das Spiel in Luckenwalde waren meine Tiefpunkte der Saison. Das hat schon verdammt viel Energie geraubt.“ Doch die Saison des MTV läuft eben nach unten wie nach oben mit einer Konstanz wie das Wetter im April. Denn nur eine Woche nach dem schweren Spiel in Finsterwalde trumpfen die Wölfe gegen Chemie Guben groß auf. Ein wahres Handballfest oder „saustark“, wie Wehlmann die Partie als Tribünengast bewertet. Der MTV zerreißt sich auf dem Feld, gewinnt mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung mit 30:29. 

Doch nach dem überragenden Sieg tun sich alte Schwächen auf. Eine unnötige NIederlage in Dahlewitz, bei der die Wölfe die Leidenschaft vermissen lassen, danach gibt es eine 25:34-Heimniederlage in Lübbenau. Geradewegs steuern die Wölfe so auf einen zweiten Tiefpunkt der Saison zu. Das Heimderby gegen die SG Schöneiche wird mit 28:31 verloren. Routinier Dirk Becker: „Das war natürlich der absolute Tiefpunkt der Rückrunde. Klar hat Schöneiche an diesem Tag ein gutes Spiel hingelegt, aber wir dürfen da niemals verlierenund zulassen, dass sie in unserer Halle so feiern dürfen.“ Im Derby lässt der MTV jegliche Leidenschaft im Spiel vermissen. Was sich wenige Wochen zuvor in Dahlewitz angekündigt hatte, wird gegen Schöneiche noch deutlicher. Im Getriebe der Wölfe wurde eine ganze LKW-Ladung Sand reingeschüttet.  „Mannschaftlich war es kein gutes Jahr“, resümiert Wehlmann, “das müssen wir in der neuen Saison auf jeden Fall besser hinbekommen. Ein paar Spieler haben sich individuell weiterentwickelt, aber am ganzen Gefüge muss wieder mehr gearbeitet werden.“ Eine Aufgabe, die er sich für die neue Spielzeit auf den Zettel schrieb.

wehlmann schiris fiwaIn der Rückrunde funktionierte das Gefüge nur in Einzelfällen. Gegen den HC Spreewald II zum Beispiel, als die Wölfe nach zwei Derbypleiten in Kürze mit 33:23 zuhause gewannen. Etwas Balsam für die angeschlagene Seele, die mit der 30:31-Niederlage in Belzig kurz darauf wieder verwundet wird. In der Mannschaft wird die Energie immer weniger. Niemand will mehr analysieren. Das Ziel: Die Saison irgendwie halt noch zu Ende bringen. So gelingt gegen Luckenwalde ein Heimsieg, in Fredersdorf-Vogelsdorf zeigt der MTV aber dann doch nochmal das große Problem: die Offensive! Nur 16 Tore. Mit insgesamt 501 Toren in der Saison hat der MTV satte 99 Treffer weniger erzielt als Chemie Guben einen Platz davor. Die Torausbeute war einfach zu gering. Becker: „Der Plan für die Saison war, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Verschiedene Spieler zu erweitern, indem sie neue Positionen zusätzlich bekleiden können und uns damit eine breitere Basis zu schaffen. Das hat zum Teil geklappt, zum Teil aber auch nicht.“

Wie sehr sich die Wölfe das Saisonende herbeiwünschten, wurde im letzten Spiel mehr als deutlich. Gegen die HSG Schlaubetal haut das Team nochmal alles raus, will sich nicht mit dem Bild einer angeschlagenen Mannschaft in die Sommerpause verabschieden. „Da hat die Mannschaft mit viel Begeisterung gespielt und endlich die erwünschte Entwicklung auf die Platte bringen können“, sagt Becker. Der gleichen Meinung ist der Trainer. Wehlmann: „Ich wollte dort einige andere Sachen probieren, die haben gut geklappt. Das Spiel war für mich das Highlight der Saison.“ Mit einer starken Mannschaftsleistung halten die Wölfe das ingesamt hohe Spielniveau mit und holen am Ende einen 32:28-Sieg über den Tabellendritten. 

In der Endabrechnung landen die Wölfe im MIttelfeld, sacken sich wie in der Saison zuvor Platz 6 ein. Becker: „Am Ende sind wir in der grauen Zone der Tabelle gelandet und das beschreibt auch ziemlich gut unsere Saison. Es gab viele Enttäuschungen und wenig Highlights.“ Wehlmann: „Es war von Beginn an eine komische Saison. Wir mussten in der gesamten Saison erfahren, dass die zweite Spielzeit in der neuen Liga wirklich die schwerste ist. Glücklicherweise hatten wir mit einem möglichen Abstieg nie etwas zu tun, aber es war insgesamt doch eine sehr komische Saison für uns. Wir haben unsere Baustellen deutlich aufgezeigt bekommen und haben für die neue Saison einiges an Potenzial nach oben.“ Dort will das Team dann vor allem als Team besser auftreten und mehr Konstanz in den Leistungen zeigen. Die Tickets für eine Achterbahnfahrt sollen diesmal nicht gelöst werden. Daran arbeiten die Wölfe nun in der Vorbereitung, um die dritte Saison in der Verbandsliga wieder mit mehr Highlights füllen zu können.