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Wölfe verlieren letztes Heimspiel 2018

Unnötige Pleiten, Folge 2

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Die Wünsdorfer Wölfe haben in der Verbandsliga Süd ihre zweite Niederlage in Folge kassiert. Nach dem das Rudel zuletzt beim Tabellenletzten HV Luckenwalde 09 unterlag, gab es nun eine 23:25-Heimpleite gegen die OSG Fredersdorf-Vogelsdorf. Dabei müssen sich die Wölfe die Niederlage wieder selbst ankreiden, denn der Sieg war allemal drin. Mehr...

von Conrad Hipp
Fotos: Victoria Becker / Julia Ehmig

Es sollte nur ein Ausrutscher bleiben und jetzt alles wieder in geordnete Bahnen gebracht werden. Für die Wölfe stand klar ein Sieg beim letzten Auftritt vor heimischem Publikum im Jahre 2018 auf dem Zettel. Die Fehler aus dem Spiel gegen Luckenwalde aus der Woche zuvor sollten gemindert werden. Als Gegner hatten die Wölfe aber schweres Geläuf. Mit der OSG Fredersdorf-Vogelsdorf reiste der Liga-Neuling an, der in der Vorsaison Platz 4 in der Nordstaffel errang. Allerdings schwächelte die OSG zuletzt, konnte fünf Spiele in Folge nicht gewinnen. Während die Gäste nur mit zwei fehlenden Spielern ins Wolfsrevier kamen, war die Liste der Verletzten beim MTV lang: Sven Neuendorf und Dirk Becker fielen mit Knieverletzungen aus, Nils Seegebrecht hatte wenige Tage vor dem Spiel eine Zahn-OP. Dazu fehlte Torhüter Nils Barsch aus privaten Gründen und Levent Altin wegen seiner Blauen Karte in Luckenwalde gesperrt. Mit nur neun Feldspielern ging Trainer Matthias Wehlmann also ins Rennen.

baumann mtv osgIn der Anfangsphase gönnten sich beide Mannschaften eine Abtastphase. Bis es richtig Tore zu sehen gab, dauerte es. Dennoch erwischten die Wölfe den besseren Start, konnten sich in der Anfangsphase etwas absetzen. Erik Klaus ist am Kreis wach, holt nach einem Fehlwurf den Abpraller und bedient auf Linksaußen Tim Wendland, der zum 5:3 einnetzt. Die Wölfe legen vor, aber die OSG legt nach. Die Gäste stellen in der Abwehr um und nehmen in Überzahlsituationen Ronny Lange in Manndeckung. Lange rückte an diesem Tag auf die Spielmacher-Position. Doch zunächst greift das Mittel gegen die Überzahl nicht. Egor Vikhrov bedient Max Hawaleschka, in doppelter Unterzahl gelingt den Wölfen das 6:5 (18.). 

Es ist ein Spiel mit offenem Visier in dem die Gäste leider auch zeigen, warum sie sowohl in der Liste der Feldverweise als auch der Zeitstrafen führend in der Liga sind. Es wird beidseitig mit gleicher Härte gearbeitet. Das Schiedsrichtergespann Luise Ganske und Madlen Tornow macht den Spielern frühzeitig in der Partie klar, wo sie die Grenzen ansetzen. Diese versuchen die Gäste nun aber zunehmends auszureizen. Die Spieler ziehen beim Absprung die Füße weit nach oben, springen in die Abwehr hinein und lassen beim Zusammenprall einen oftmals theatralischen Schrei los. Eine Spielweise, die nicht nur dem Wünsdorfer Publikum übel aufstößt, weil sie einfach keinen Spaß macht, sondern die zudem auch völlig unnötig ist. Gut fürs Spiel: Die Schiedsrichter brauchen nicht lang, die Masche zu erkennen und fallen nur selten auf die Theatralik rein, sodass die OSG die Schreie im weiteren Spielverlauf unterlässt. Bis zur Pause bleibt das Spiel völlig offen. Nach dem die Gäste mit 9:11 in Führung gehen, gleichen die Wölfe kurzerhand wieder aus. Zwei Sekunden vor der Pause gelingt Wendland sogar noch der Führungstreffer. Ein 3:0-Lauf vor dem Seitenwechsel für die Wölfe.

Fotogalerie Wünsdorfer Wölfe – OSG Fredersdorf-Vogelsdorf

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – OSG Fredersdorf-Vogelsdorf 12:11

Auch die zweite Hälfte begann verlockend für die Wölfe. Wendland und Klaus erzielten das 13:11 und 14:11 (33.). Der psychologische Vorteil war eindeutig beim MTV. Doch davon spürte man plötzlich nichts mehr. Die Mannschaft wirkte unsortiert in der Abwehr, kassierte so schnell den Ausgleich (14:14/35.) und alles war wieder auf Null gestellt. Nun hat die OSG den Aufwind und nutzt diesen umgehend, um auf 14:16 zu stellen. Die Wölfe produzieren jetzt wieder mehr Fehler, haben wegen diversen Fehlpässen weniger gute Würfe auf der Hand.

Dazu mischt sich auch Ungenauigkeit im Abschluss. Jetzt tun sich die Wölfe schwer. Die OSG hingegen hat sich jetzt eingespielt. Die Gäste kommen jetzt deutlich besser mit der Linie der Schiedsrichterinnen klar. Viele versteckte Fouls bleiben so unentdeckt. Trotzdem kann sich die OSG nicht absetzen, weil sie offensiv heute nicht so flexibel und wurfstark ist wie sonst. Top-Werfer Daniel Dimitrow bleibt mit nur drei Treffern blaß. Das eigentlich flexible Team aus Fredersdorf-Vogelsdorf hat ebenfalls Probleme, sich gute Würfe herauszuarbeiten. Mit nur 40 herausgearbeiteten Würfen arbeitet sich die OSG acht Chancen weniger raus als die Wölfe. 

vikhrov mtv osgSo bleibt es bis zum 20:20 ein offener Schlagabtausch. Die Wölfe schwächen sich aber immer wieder selbst in dem sie sich Zeitstrafen einfangen. Zeitstrafen, die man auch auf der anderen Seite hätte verteilen können. Aber die angesprochenen versteckten Fouls platzieren die Gäste in dieser Phase besser. Einen Fair-Play-Preis gewinnt die Mannschaft mit diesem Auftritt zwar nicht, aber man kann es auch als clever verkaufen. Zudem haben die Wölfe nun auch Pech. Als ein geblockter Wurf neben dem Tor landet, wird den Wölfen die Ecke verwehrt. Eine krasse Fehlentscheidung, die einen schnellen Gegentreffer und das 20:23 zur Folge haben. Bitter: Die Schiedsrichterfrauen zeigen sonst eine klare Linie, pfeifen tadellos, liegen in diesem Falle aber falsch. Die OSG sieht das komlett anders, behauptet im Anschluss frech, dass der Torhüter die Hand noch am Ball hatte. Die war aber erst gut sichtbar hinter der Linie dran. So rennen die Wölfe in den Schlussminuten einem Rückstand von drei Toren hinterher, den sie nicht mehr egalisieren können. Am Ende gewinnt Fredersdorf-Vogelsdorf nach fünf sieglosen Spielen wieder ein Ligaspiel und die Wölfe verlieren das zweite Spiel in Folge ohne zu wissen, warum.

Es lag nicht am übermächtigen Gegner, sondern an der eigenen Fehlerquote, die erneut zu hoch war. So liegen die Wölfe nun auf Platz 6 der Liga, können vor Weihnachten sogar noch auf Platz 7 abrutschen. Am kommenden Wochenende spielt das Rudel bei der HSG Schlaubetal vor, die jetzt punktgleiche OSG spielt zuhause gegen den HC Spreewald II.

Wünsdorfer Wölfe – OSG Fredersdorf-Vogelsdorf 23:25 (12:11)

Wünsdorfer Wölfe: Hirsing – Wendland 10, Gröpler 4 (2/4), Lange 3, Klaus 2, Hawaleschka 2, Vikhrov 1 (1/1), Baumann 1, J. Rackwitz
OSG Fredersdorf-Vogelsdorf: Szameit, S. Dreßler – T. Dreßler 4 (0/1), Weihs 4, Dimitrow 3, Barnow 3 (1/1), Dittrich 3, Baumbach 3, Schöps 3, Bernicke 1 (1/1), Tietz 1, Richter
Schiedsrichterinnen: Luise Ganske / Madlen Tornow – machten von Beginn an ihre Linie klar und behielten diese auch über die gesamte Spielzeit bei. Leiteten durchgehend seriös die Partie

Zeitstrafen: 6:6 (Vikhrov, J. Rackwitz, Klaus, Wendland, Lange, Baumann – 2x Dittrich, Schöps, Baumbach, T. Dreßler, Bernicke)
Gelbe Karten: Klaus, Hawaleschka, Lange – Barnow, Bernicke, Baumbach
Rote Karten: Christian Bernicke (OSG Fredersdorf-Vogelsdorf/59. wegen groben Foulspiels)
Blaue Karten: 

Siebenmeter: 3/5 (60%) – 2/3 (66,67%)
Wurfquote: 23/48 (47,9%) – 25/40 (62,5%)