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Ronny Lange im Interview

„Das ich Top-Werfer bin ist eine Momentaufnahme“

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Mit den Wölfen hat Ronny Lange (35) schon einige große Pokalspiele erlebt und große Schlachten geschlagen. Jetzt wäre es mal wieder an der Zeit. Im Interview erzählt er, welche Chancen die Wölfe haben, wie er seine Rolle in dieser Saison definiert und was der bisherige Saisonverlauf zu bedeuten hat. Mehr...

Ronny, raus aus dem Ligaalltag, rein ins Pokal-Abenteuer. Es geht gegen den OHC II aus der Verbandsliga Nord. Wie groß ist die Vorfreude? 
Lange: Pokalspiele sind immer etwas Besonderes und wir haben die Möglichkeit, uns außerhalb der Liga mit anderen Mannschaften zu messen. Mit dem Ablauf des Pokals mit zwei Spielen an einem Tag ist das natürlich nicht so optimal. Aber nichtsdestotrotz werden wir alles geben und vielleicht schaffen wir eine kleine Überraschung. Wie die Vergangenheit zeigt, ist im Pokal ja alles möglich.

Wenn du es schon ansprichst... In der Paul-Schumann-Halle gab es schon einige große Pokalabende. Welcher fällt dir da sofort ein? 
Lange: Ganz klar der gegen Grünheide. Gegen einen Verein, wo ich ein paar Jahre vorher noch gespielt habe, spielt man schon noch besonders gern. Und dann gingen wir damals noch als unterklassiger Gegner als Sieger vom Platz...

lange wehlmannKlingt so, als hättest du das Spiel noch genau im Kopf. Weißt du das Ergebnis noch? 
Lange: Ich glaube 26:22. Wir haben auf jeden Fall nicht zu knapp gewonnen.

Vor einigen Jahren wurde dann der Pokal-Modus geändert. Auf K.o.-Runde auf Turniermodus. Hat der Pokal dadurch an Attraktivität verloren? 
Lange: Man hört ja von dem Modus nicht viel Positives. Ich finde ihn auch nicht optimal, bin kein Turnierfreund. Ich denke, egal welcher Turniermodus, jeder hat seine Vor- und Nachteile.

Zurück ins Jahr 2018. Der OHC kommt mit 0 Minuspunkten aus der Liga daher. Was geht da? 
Lange: Keine einfache Aufgabe für uns! Ich denke, dass der OHC auf jeden Fall eine Runde weiter will, aber wir müssen eben alles dagegen setzen um es zu verhindern.

Bei einem Sieg müsste man auf dem Weg ins Halbfinale noch Bad Freienwalde oder Ludwigsfelde schlagen. Dein Wunschgegner? 
Lange: Bad Freienwalde. Gegen Ludwigsfelde haben wir im Pokal schon zwei Mal gespielt. (lacht)

In der Liga stehen die Wölfe aktuell auf Platz 5. Bis zum vergangenen Wochenende war die Bilanz der Wölfe komplett ausgeglichen. Welche Aussagekraft hat der aktuelle Tabellenplatz? 
Lange: Noch keine große. Aber in dieser Region sehe ich unsere Mannschaft in der Liga. Platz 3 bis 5 wäre ein realistisches Saisonziel. Für weiter oben müssen wir uns noch weiter entwickeln.

Wie hat sich die Mannschaft seit dem Saisonstart entwickelt? 
Lange: Wir sind ganz gut in die Saison gestartet. Dann haben wir in Lübbenau bekommen, aber wir sind jetzt wieder auf einem guten Weg. Unsere Abwehr finde ich sehr stark in dieser Saison. Im Angriff haben wir noch einiges Luft nach oben.

Welche Baustellen hat denn die Mannschaft aktuell? 
Lange: Baustellen? Na ich hoffe nicht, dass demnächst wieder der Hallenboden erneuert werden muss (lacht). Nein, im Ernst. In der Paul-Schumann-Halle zu trainieren ist schon toll. Ansonsten denke ich, haben wir keine großen Baustellen. Wir müssen uns als Mannschaft entwickeln und das machen wir momentan sehr gut. In den jungen Spielern steckt viel Potenzial.

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Mit Elmar Klotz-Urbaniak hat sich Matze einen Co-Trainer an die Seite geholt. Welchen Eindruck hast du von ihm und wie sehr hilft dem Team, dass jetzt ein zusätzlicher Coach da ist? 
Lange: Ich denke, dass er uns Spielern und Matze sehr weiterhelfen kann. Wir haben jetzt unter anderem mehr Möglichkeiten, Übungen im Training getrennt durchzuführen. Trainingsübungen können dadurch intensiviert werden und man kann mehr auf Einzelheiten eingehen. Also ich sehe das sehr positiv, dass Elmar den Weg zu uns gefunden hat.

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Mit 35 will man dir nicht zu nahetreten, aber damit gehörst du nicht mehr zu den jüngeren Spielern, sondern zu denen mit viel Erfahrung. Die gibst du natürlich auch weiter. Wie sieht deine Rolle in der Mannschaft derzeit aus und was hat sich da verändert? 
Lange: Es ist in den vergangenen Jahren schon etwas anders geworden. Die Spieler, die Mannschaft und auch ich persönlichen nehmen eine Entwicklung. Die jüngeren Spieler übernehmen auch mehr Führung und das ist auch gut so, weil es der richtige Weg ist. Meine Rolle ist trotzdem ähnlich. Ich spiele überwiegend auf Halblinks und ich versuche, die Mannschaft zu unterstützen.

Spürst du den Druck der jungen Spieler und denkst drüber nach, dass es vielleicht irgendwann nicht mehr reichen könnte oder denkst du dir: Solange Becks noch mithalten kann, krieg ich das auch hin? 
Lange: Becks ist ein guter Handballer. Man darf nicht vergessen, dass er schon 41 ist und in der Liga immer noch mithalten kann. Druck verspüre ich in dem Sinne keinen. Nur von meinen älter werdenden Knochen. Aber sonst denke ich, dass ich schon ganz gut mithalten kann. Ich stelle mich vorerst noch auf weitere zwei bis fünf Jahre Handball ein.

Dass du noch mithalten kannst, zeigen auch die Zahlen. 25 Tore bedeutet, du bist der Top-Werfer des Teams. Aber fast gleichauf mit Lars (22), Nils (22) und Max (21). Ein sehr ausgeglichenes Wurfbild. 
Lange: Das ist eine Momentaufnahme. Ich werde nicht Top-Werfer bleiben. Für eine Mannschaft ist es sehr wichtig, dass die Tore auf so viele Schultern wie möglich verteilt sind. Das macht eine funktionierende Mannschaft aus.