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Spätes Remis beim Tabellenführer

Wölfe klauen Potsdam die 0

luchmann reichert zweikampfDie zweite Mannschaft der Wünsdorfer Wölfe hat am Wochenende ein Achtungserfolg errungen und dem bisherigen Tabellenführer 1. VfL Potsdam III den ersten Minuspunkt der Saison hinzugefügt. Kurz vor dem Ende der Partie drehte die Mannschaft den Spielstand von zwei Toren Rückstand auf ein Unentschieden. In der Tabelle platziert sich der MTV nun auf dem 4. Platz. Mehr...

von Conrad Hipp
Fotos: Dagmar Schrehardt / Andreas Krüger

Fotogalerie Potsdam - MTV II

Gegen den ungeschlagenen Tabellenführer antreten und die erste Mannschaft sein, die Minuspunkte verteilt, diese Rolle war den Wölfen bereits aus dem Vorjahr bekannt. Am 5. Spieltag empfing der MTV damals die zweite Mannschaft von Blau-Weiß Dahlewitz. Die hatten zum Zeitpunkt des Spiels vier Siege aus vier Spielen auf dem Konto, hatten sogar den späteren Meister Teltow/Ruhlsdorf III in deren Halle bezwungen. Dahlewitz verlor in Wünsdorf mit 23:28, musste hinter dem Doppelpunkt die 0 streichen. An diesem Spieltag wartete die Null hinter dem Doppelpunkt des Gegners bereits am 4. Spieltag. Der 1. VfL Potsdam, neu in der Kreisliga der Wölfe, hatte nicht nur alle vier Spiele gewonnen, sondern mit +48 (also im Schnitt mit 12 Toren gesiegt) auch ein beeindruckendes Torverhältnis hingelegt. Der klare Favorit war also Potsdam und die Nullstreicher aus Wünsdorf die Außenseiter.

So war auch der Spielbeginn. Matthias Wehlmann, Trainer der ersten Männermannschaft beim MTV, fackelte in seinem ersten Saisonspiel nicht lange, kassiert bereits nach 80 Sekunden die erste Gelbe Karte. Die ersten Tore gingen allerdings auf das VfL-Konto. Nach vier Minuten führt Potsdam mit 3:0 und ist drauf und dran, das Torverhältnis weiter aufzubessern. „Wir haben in der ersten Hälfte Probleme in der Abwehr gehabt, wodurch wir Potsdam ziemlich leichte Tore ermöglicht haben“, so Trainer Nils Barsch. „Dadurch ging die Moral etwas runter.“ Trotzdem fangen sich die Wölfe. Insbesondere über Spielmacher Egor Vikhrov kommt der MTV nun besser ins Spiel. Die ersten drei Wölfe-Tore des Tages gehen auf sein Konto, insgesamt erzielt das Eigengewächs starke elf Treffer. Den Aufbau eines größeren Rückstandes können die Wölfe, die an dem Tag auch mit Kräften aus der ersten Mannschaft verstärkt wurden, aber verhindern.

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Halbzeitstand: 1. VfL Potsdam – Wünsdorfer Wölfe II 13:8

Mit zwei schnellen Treffern von Paul Gröpler ist der MTV schnell wieder im Rennen – verkürzt so auf 13:10 (34.). Potsdam kann aber dennoch immer wieder seine Qualitäten ausspielen, kann den alten Vorsprung so wieder herstellen. Zehn Minuten nach der Pause sind die Wölfe genauso schnell wie zum Seitenwechsel – 18:13 für den VfL (40.). Doch vergeben waren die zwei Punkte noch nicnt. Barsch: „Wir haben unser Tempo erhöht und dann wirklich eine gute Abwehr gestellt. So konnten wir uns zurückkämpfen.“ In den letzten 20 Minuten des Spiels gelingen dem VfL nur noch sechs Treffer, Wünsdorf hingegen legt jetzt richtig los. Zwei Siebenmeter von Vikhrov – 18:15 und anschließend knipst Max Hawaleschka das 18:16 und eine heiße Schlussphase ist eröffnet (43.).

block luchmann wehlmannDie Wölfe sind mitten drin und die Schlussphase sieht ein Spiel auf Augenhöhe. Dennoch: Das Ergebnis reicht immer noch zu zwei Punkten für Potsdam. Wieder kann der VfL vorlegen, distanziert sich sogar erneut auf vier Tore, stellt mit einem 4:2-Lauf auf 22:18 (48.). Aber die Wölfe haben eben die Mission, dem VfL den ersten Minuspunkt zu verpassen. Also geht die Aufholjagd in die nächste Runde. Jan Reichert, Lars Baumann und Vikhrov knipsen die Wölfe heran, 22:21 bei noch neun Minuten zu spielen. Binnen drei Minuten sind die Wölfe mit einem 3:0-Lauf zurück im Spiel. Potsdam muss ackern für den Sieg und kann durch die gute Qualität ihres Kaders, in dem einige Spieler mit höherklassiger Vergangenheit aktiv sind, den Vorsprung halten – bis kurz vor Schluss. 

Beim Stand von 24:22 beendet die Wölfe-Abwehr bereits fünf Minuten vor der Schlusssirene die Torejagd der Potsdamer. Die Wölfe haben aber noch Pulver über. Zwar treffen die Wölfe nach dem letzten VfL-Tor zunächst drei Minuten selber nicht, dann netzt Baumann aber den Anschluss. 2:30 Minuten noch auf der Uhr, genug Zeit für alles. Nur eine Minute später hat Vikhrov die Chance, krönt seine starke Performance mit dem 24:24. Nach dem 0:0 war die Partie nie ausgeglichen, nur nach 60 Minuten – und das zählt ja bekanntlich. Barsch: „Ich bin vollends zufrieden mit diesem Punkt. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. In Potsdam werden nicht viele Mannschaften punkten, von daher ist das ein gutes Ergebnis.“ Und der Ruf des Nullenstreichers bleibt... 

1. VfL Potsdam – Wünsdorfer Wölfe II 24:24 (13:8)

1. VfL Potsdam III: Knuth 7 (1/2), J. Thiele 6 (0/1) Pichotta 6 (2/3), M. Thiele 2, Kernbach 1, Klitzke 1, Rusch 1, Bartels, Oppermann, Bukow, Vietze
MTV Wünsdorf 1910 II: Pilz, Andreas – Vikhrov 11 (4/4), Gröpler 5, Baumann 4, Hawaleschka 2, T. Becker 1, Reichert 1, Baumgardt, Wehlmann, Fredrich, Vogel, Luchmann