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Derbysieg gegen Lok-Reserve

Team II ringt Rangsdorf nieder

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Die zweite Mannschaft der Wünsdorfer Wölfe hat im Derby mit dem Tabellennachbarn Lok Rangsdorf II eine überzeugende Mannschaftsleistung gezeigt. Die Mannschaft siegte deutlich mit 30:22 und halten somit den Anschluss an die Spitze in der Kreisliga. Trotz dreier Feldverweisen ließen sich die Wölfe nicht von ihrer Linie abbringen. Mehr...

 Fotogalerie MTV II - Rangsdorf

Mit großen Ambitionen wollten die Wölfe ins Derby starten. Das Duell Wünsdorf gegen Rangsdorf hat einige Jahre ausgesetzt. Zuletzt kreuzten sich im Januar 2014 die Wege. Damals trafen die beiden ersten Vertretungen der Vereine in der Brandenburgliga aufeinander (Lok siegte 28:16). Nun also das Duell zwischen den beiden Reserve-Teams. Dazu waren beide Teams punktgleich, Wünsdorf auf Platz 4 hinter Rangsdorf. Und dort waren die Wölfe von Beginn an bissig. Mit einem gut besetzten Kader erwärmte sich der MTV. Rangsdorf hingegen hatte einige Lücken, trat nur mit acht Feldspielern an.

Ins Spiel: Nach 18 Sekunden lässt Lucas Vogel den Kasten der Rangsdorfer zum ersten Mal klingeln. Ein schnelles 1:0, dass von den Rangsdorfern prompt mit dem Ausgleich durch Oliver Handke beantwortet wird. Der MTV tritt von Beginn an mit einer breiten Brust an, sind vollends überzeugt von sich und lassen aus einer stabien Abwehr heraus die Rangsdorfer kaum ins Spiel kommen. Nach einer Paraden des starken Schlussmanns Oliver Pilz schaltet Kilian Kerbs schnell um, bedient Tim Becker mit einem langen Pass. Der Konter zum 5:2 lässt Spielertrainer Dirk Weiß schon früh im Spiel die Auszeit nehmen. Einziges Manko im Spiel der Wölfe sind die vielen Zeitstrafen, die sie sich einhandeln. Beim Stand von 7:4 haben die Wölfe das Spiel zwar völlig im Griff, verhindern durch ein Verhältnis von 4:0-Zeitstrafen allerdings auch eine höhere Führung (16.). 

pilz lokAllerdings bekommt das Schiedsrichtergespann Dirk Bischoff / Sabrina Thäle bei Aktivitäten der Gäste auch etwas schwerer die Finger hoch. Ein Beispiel: Nach einem langen Pass der Wölfe verlässt Lok-Torhüter Sven Richert seinen Kreis, geht vor dem Sechsmeterraum mit einer aktiven Fußbewegung Richtung Ball und kickt diesen ins Aus. Die Schiedsrichter entscheiden auf Freiwurf wegen Fußspiels, die deutliche Absicht lassen sie aber unbestraft. So gestaltet sich die Verteilung der Zeitstrafen recht ungleichmäßig, was das Spiel zeitweise sehr zäh macht. Während Rangsdorf in der ersten Hälfte nur zwei Mal in Unterzahl spielen muss, werden bei den Wölfen gleich sechs Spieler zu Zwangspausen verdonnert. Allerdings lassen sich die Wölfe davon wenig beeindrucken, spielen weiter stark ihr Konzept. Der MTV zeigt sich offensiv flexibel und lässt auch in der Abwehr wenig gute Würfe von Rangsdorf zu. Dazu erwischt auch Torhüter Pilz in der Box einen starken Tag.

Kurz vor der Pause schwächen sich die Wölfe dann zusätzlich. Marcel Missal erhält nach einem Zweikampf wegen Nachdrückens die Blaue Karte von Schiedsrichtergespann. Es gibt Diskussionen. Die Härte der Strafe können die Wölfe nicht nachvollziehen. Der Zweikampf von außen unübersichtlich. Wenn die Schiedsrichter die Bewegung von Missal als Nachdrücken auslegen, ist die Blaue Karte eine sehr harte Entscheidung, die aber im Rahmen liegt. Schade: Nach der Blauen Karte bespricht sich das Gespann mit den Kampfrichtern, verpasst dabei, dass Lok-Spielmacher Nils Wittmiß der Wölfe-Bank einen Besuch abstattet, dabei Kilian Kerbs und Tim Becker wegschubst. Obwohl die Schiedsrichter direkt daneben stehen, bleibt auch dieses Verhalten unbestraft. Es unterstreicht die insgesamt sehr schwache Performance der Schiedsrichter, die im Spiel oft überfordert wirken. Schade für die Akteure: Im anschließenden Frauen-Spiel zeigen die Schiedsrichter, dass sie ein Spiel deutlich besser leiten können. Das Derby der Männer war hingegen eine Ausfallleistung. Positiv für die Wölfe: Sie passen sich dem schwachen Niveau nicht an. Als Egor Vikhrov einen Siebenmeter ein zweites Mal ausführen muss, weil noch Karten verteilt werden musste, setzt er auch den zweiten Versuch trocken ins Eck und lässt Richert keine Chance. Mit der Schlusssirene nagelt Vogel noch den Halbzeitstand ins Eck. Nur knapp vor dem Halbzeitsignal überquert die Kugel die Linie.

Halbzeitstand: MTV Wünsdorf II – Lok Rangsdorf II 16:10

Zu Beginn der zweiten Hälfte gestaltet sich zunächst für einige Minuten ein gleichwertiges Spiel. Bis zur 37. Minute können die Gäste den Rückstand minimal verkürzen. Als Handke zum 18:14 trifft, schalten die Wölfe aber umgehend wieder um. Gerade als Lok sich formiert und es aus der Defensive „gute Abwehr“ geschrien wird, bedient Jan Reichert seinen Kameraden Becker am Kreis. Der trifft zum 21:14 und vergrößert so mit einem persönlichen 3:0-Lauf den Vorsprung. Dann kommt wieder Farbe ins Spiel. Marius Luchmann muss wegen der dritten Zeitstrafe vom Feld. Trotz doppelter Unterzahl kommt Rangsdorf aber nicht zum Abschluss. Stattdessen erzielt Vogel per Konter das 23:14. Rangsdorf zeigt insgesamt eine schwache Leistung in der Offensive, bekommt gegen die solide Wölfe-Abwehr keinen Zugriff. 

5 gg 2

Mit Beginn der Schlussphase wird kräftig aufgeräumt. Binnen 90 Sekunden kriegen vier Lok-Spieler Zeitstrafen aufgebrummt. Dazu kassiert Becker seine dritte und muss damit vom Feld. Plötzlich spielen fünf Wünsdorfer gegen nur noch zwei Rangsdorfer. Rangsdorf kassierte zwischen der 49. und 51. Minute mehr Zeitstrafen als im Rest des Spiels. Sportlich passiert nichts mehr. Nach der Schlusssirene macht die Mannschaft seinem Rückraumschützen Ralf Karg ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk. Karg, der einen Tag nach dem Derbysieg seinen 48. Geburtstag feiert, trifft per Siebenmeter zum 30:22-Endstand.

In der Liga bleiben die Wölfe an der Spitzengruppe dran, haben nach vier Spielen zwei Zähler Rückstand auf Tabellenführer Teltow/Ruhlsdorf III. Vom Rang her bleiben die Wölfe aber auf Platz 4, da der SC Trebbin II durch einen 37:23-Sieg gegen die HV Luckenwalde 09 II nun das bessere Torverhältnis hat. Für Team II geht es am 13. Oktober  beim 1. VfL Potsdam III (6:0 Punkte, Platz 2) weiter.

MTV Wünsdorf II – Lok Rangsdorf II 30:22 (16:10)

MTV Wünsdorf 1910 II: T. Becker 8, Vogel 6, Missal 5, Vikhrov 5 (2/4), Baumgardt 2, Kerbs 2 (1/2), Reichert 1, Karg 1 (1/1), U. Seegebrecht (0/1), Fredrich, Kuschinsky, Krüger, Luchmann
Lok Rangsdorf II: Richert – Wittmiß 8 (3/4), Handke 6, Blumenthal 3, Heidenreich 2, Zippel 1, Baumgard 1, Weiß
Schiedsrichter: Dirk Bischoff / Sabrina Thäle – ließen gerade bei der Verteilung der Zeitstrafen über die komplette Spieldauer eine klare Linie vermissen und wirkten in mehreren Situationen überfordert

Gelbe Karten: Kerbs, Missal – Baumgard, Handke, Wittmiß, Heidenreich
Zeitstrafen: 12:7 (3x Becker, 3x Luchmann, 2x Reichert, 2x Missal, Vikhrov, Krüger – 2x Handke, 2x Wittmiß, 2x Zippel, Baumgard)
Rote Karten: Marius Luchmann (MTV Wünsdorf II/42. wegen dritter Zeitstrafe), Tim Becker (MTV Wünsdorf II/51. wegen dritter Zeitstrafe)
Blaue Karten: Marcel Missal (MTV Wünsdorf II/29. wegen übertriebener Härte)