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Remis in Guben

Saisonstart mit allem Drum und Dran

guben seegebrecht

Die Wünsdorfer Wölfe haben zum Saisonauftakt aufgezeigt, wie spannend diese Saison werden kann. Gegen Chemie Guben spielten die Wölfe 22:22 und teilten somit gleich am ersten Spieltag die Punkte. Dabei hatten beide Mannschaften den Sieg auf der Hand, trennten sich am Ende bei einem packenden und energiegeladenen Duell mit einem Remis. Mehr...

Teamkontor

Eine der härtesten Auswärtsreisen der Saison stand in dieser Saison gleich am Anfang des Reisekalenders der Wölfe. Chemie Guben, immer ein schwer bespielbarer Gegner. Die Chemiker zudem mit neuem Trainer und einigen neuen Gesichtern. Der schwer bespielbare Gegner zum Saisonauftakt also auch noch die große Unbekannte. Im Vorjahr konnten die Wölfe das Spiel knapp auf ihre Seite ziehen, holten mit einem 25:23-Sieg gerade so die zwei Punkte zu sich. In diesem Jahr wartete nun also eine harte Aufgabe.

guben wehlmann langeDie Lösung dieser Aufgabe starteten die Wölfe nicht konsequent genug. Gleich mit zwei Fehlwürfen beginnt die Partie, gibt Guben die Chance, den ersten Treffer zu markieren. Doch die Wölfe fangen sich, lassen Ruhe ins Spiel einkehren, weil auch Guben noch etwas braucht, um ins Spiel zu finden. Sven Neuendorf macht per Siebenmeter das erste Punktspieltor der Saison, danach netzt Nils Seegebrecht zur ersten Wölfe-Führung der neuen Spielzeit. Danach entwickelt sich ein Spiel auf gleicher Höhe. In Unterzahl spielen die Wölfe einen Spielzug sehenswert runter, Dirk Becker findet Max Hawaleschka – 4:4 (8.):

„Wir sind hier auf eine Mannschaft getroffen, die spielerisch im Vergleich zum Vorjahr einen großen Schritt nach vorn gemacht hat“, erkennt Wölfe-Trainer Matthias Wehlmann. Guben spielt einen couragierten Angriff, fordert die Abwehr sofort und zeigt im Offensivspiel eine sehenswerte Flexibilität. Aber der MTV lässt die Hausherren nicht davonziehen. Die Abwehrprobleme, die Wehlmann in der Vorbereitung kritisierte, lösen sich allmählich. In der Deckung stehen die Wölfe stabil. Dahinter macht Neuzugang Stefan Wagner, der im Pokal noch nicht zum Einsatz kam, einen sehr starken Job. 

Offensiv zeigt der MTV Glanzpunkte und schwache Momente. Seegebrecht bedient Erik Klaus am Kreis. Der dreht sich zum Kreis, kriegt die Kugel genau in die Finger, trifft zum 5:5. Ein Spielzug, der so einfach aussieht, das Ergebnis einer perfekten Abstimmung. Die beiden Freunde spielen sofort wieder so wie in alten Jugendjahren. Aber dann gibt es eben diese Momente, in denen die Wölfe auch verpassen, sich Richtung Sieg zu arbeiten. Im Tor pariert Wagner einen Wurf aus dem Rückraum, auch den Abpraller von Außen hat er weg. Guben leistet sich in dieser Phase beim Stand von 8:9 für den MTV fünf Fehlwürfe in Folge, perfekte Voraussetzung, sich ein Polster anzufressen. Aber genau das wird eben versäumt. Fehlwürfe und Abspielfehler mischen sich ins Wölfe-Spiel und so darf Guben sich die Schwächephase erlauben, ohne den Faden zu verlieren.

Halbzeitstand: Chemie Guben – Wünsdorfer Wölfe 12:11

Mit dem Wiederanpfiff stellt Guben sofort wieder aufs flinke Spiel um. Immer wieder werden die vielen Wechsel der Wölfe genutzt, um schnelle Angriffe zu starten. Das bringt den Hausherren in dieser Phase einen leichten Vorteil. In der 39. Minute trifft Felix Pechmann per Konter zum 17:14, der größte Abstand zwischen beiden Teams an diesem Abend. Die Wölfe arbeiten sich wieder ins Spiel, probieren verschiedene Angriffsvarianten und kommen damit eben durch.

In der Abwehr hat Wagner immer wieder die Finger dran. Ein starker Einstand des ehemaligen Zweitligakeepers. 17 Paraden aus dem Feld, eine starke Bilanz! Die Schlussphase beginnt und pünktlich zur heißen Phase sind die Wölfe wieder dran. Auch das Publikum ahnt, dass dieses Spiel nochmal ziemlich eng wird, und peitscht seine Mannschaft vor. Bitter: Leider häufen sich in der Schlussphase auch die Beleidigungen gegen das Wünsdorfer Team. Als Seegebrecht nach einem Zweikampf blutend am Boden liegen blieb, bewirft ihn das Heim-Publikum zum wiederholten Male als „Schwalbenkönig“ und diversen Worten, die man besser nicht aufschreibt. Unnötig, denn Seegebrecht hat sich die Lippen wohl kaum selbst blutig geschlagen. Zum Anderen verdient das starke Gubener Spiel es nicht, dass man dieser Performance solch einen Anstrich verleiht. Seegebrecht muss raus, die Wölfe machen weiter.

guben wagnerEin Doppelpack von Becker bringt das 20:20, noch sechs Minuten. Nach dem Jan Rietschel Guben wieder in Führung bringt, wird Klaus am Kreis sehenswert freigespielt, denkt mit keiner Silbe dran, diesen Ball jetzt nicht reinzumachen – 21:21 (55.). Wer macht jetzt den entscheidenen Fehler, wer das Richtige? Beide Teams stehen mit offenem Visier auf der Platte. Als Ronny Lange hochsteigt und den Keeper aus dem Rückraum verlädt, gehen die Wölfe erstmals seit der 23. Minute wieder in Führung. 2:20 Minuten vor dem Ende, plötzlich ist der MTV wieder vorn. Guben bespricht den letzten Spielzug und greift nochmal in die Trickkiste. Ruhiger Spielaufbau, Platz schaffen, schnell auf Linksaußen spielen, einfliegen, ablegen und per Kempa-Pass den Halbrechten bedienen. Klingelingeling, einmal fürs Bilderbuch und alle dürfen ausrasten. 22:22. Ein Spielzug, mit dem Guben immer wieder überrascht, obwohl man ihn doch schon so oft von den Chemiker vorgeführt bekam. 66 Sekunden bleiben den Wölfen, aber nach einem Foul an Lars Baumann kann die entscheidende Wurfsituation nicht mehr erzwungen werden.

22:22! Über 60 Minuten ein mehr als gerechtes Unentschieden. Keiner der beiden Teams hätte es an diesem Tag verdient gehabt, ohne Punkt im Gepäck nach Hause zu fahren. „Wenn man die Schlussphase betrachtet, auf jeden Fall ein gewonnener Punkt“, sagt Klaus direkt nach dem Schlusspfiff. Sieht sein Trainer ähnlich: „Wir haben schon mit drei Toren zurückgelegen und sind dann wieder zurückgekommen. Auf der anderen Seite hatten wir auch in der ersten Hälfte selbst die Chance, uns abzusetzen.“ Mit der Punkteteilung kann aber auch er sich anfreunden. Vor allem wohl, weil seine Mannschaft sich in der Abwehr deutlich verbessert zeigte.

In der kommenden Woche empfangen die Wölfe den SV Blau-Weiß Dahlewitz zum Derby daheim. 

Chemie Guben – Wünsdorfer Wölfe 22:22 (12:11)

Chemie Guben: Schulze, Horbynko – Pawlicki 8 (2/2), Klein 4 (0/1), Rietschel 4, Nagel 4, Janeck 1, Pechmann 1, Stein, Rob. Ewersbach, Ron. Ewersbach, Kalz
Wünsdorfer Wölfe: Wagner, Barsch – Hawaleschka 4, Gröpler 3, Klaus 3, D. Becker 3 (1/1), Baumann 3, Neuendorf 3 (2/2), N. Seegebrecht 1, Ulbrich 1, Lange 1
Schiedsrichter: Jan Bois / Christian Wetzel – hielten sich von Beginn an zurück und leiteten seriös und geduldig das Spiel. Auch in der heißen Schlussphase behielten sie den Überblick und überließen die Spielentscheidung unauffällig den Spielern

Gelbe Karten: Pechmann, Pawlicki, Janeck, Burtchen (Bank) – D. Becker, Lange, N. Seegebrecht
Zeitstrafen: 7:6 (2x Janeck, Klein, Rietschel, Rob. Ewersbach, Pawlicki, Nagel – 2x Lange, Neuendorf, Klaus, J. Rackwitz, Vikhrov
Rote Karten: –
Blaue Karten:
– 

Siebenmeter: 2/3 (66,6%) – 3/3 (100%)
Wurfquote: 22/46 (47,82%) – 22/40 (55%)

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