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 Einer noch

Wölfe auf Kurs unter 400

teaser herzberg

von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe basteln weiter fleißig an einer perfekten Saison. Gegen den SV Herzberg gewann das Rudel mit 29:17 (14:8) und fährt somit den 19. Sieg im 19. Spiel ein. Nun muss der MTV nur noch eine Aufgabe lösen um ungeschlagen durch die Spielzeit zu gehen. Bester Werfer wurde Herzbergs Phlipp Zilke mit zehn Toren. Bei den Wölfen traf Dirk Becker neun Mal.

Die Aufgabe – klar. Die Wölfe wollen gegen Herzberg nicht wieder 29 Gegentore kassieren. Im Hinspiel gab es soviel Buden wie gegen keinen anderen Gegner (35:29). Die SV-Handballer reisen jedoch stark dezimiert an. Nur zwei Wechselspieler nehmen auf der Bank des Aufsteigers Platz. „Normalerweise habe ich 17 Leute im Kader“, bemerkt Alexander Teube, der die Mannschaftsverantwortung übernimmt. Für die Wölfe beginnt Nils Barsch im Tor. Auf der Platte legen Sven Neuendorf, Ronny Lange, Dirk Becker, Nils Seegebrecht, Max Hawaleschka und Justin Rackwitz los. Keine 60 Sekunden dauert es, bis die Wölfe erstmals einnetzen, Lange trifft.

In der Abwehr steht der MTV in der Anfangsphase kompakt, lässt den SV nicht wirklich ins Spiel. Strukturierte Angriffe und schnelle Tempo-Gegenstöße bringen den ersten Vorsprung - 8:1 (10.). Für die Galerie ist das Spiel nicht, aber erfolgreich. Einzig Sehenswert. Seegebrecht marschiert gegen zwei Gegenspieler Richtung Tor, hechtet mit einem Kopfsprung durch die Abwehr, hebt den Ball elegant über Keeper Philipp Strelitz – ab ins Foto-Album dieses 6:1 (8.).

Danach schaltet das Rudel zurück. Im Angriff werden auffällig viele Fehlpässe produziert, die restlichen Abschlüsse haben ebenfalls eine hohe Fehlerquote. Herzberg hat so die Chance, dran zu bleiben. Als Meister-Trainer Matthias Wehlmann die Grüne Karte zieht, führen die Wölfe „nur“ mit 10:5 (21.). Bis zur Pause gibt es wenig Besserung. Der MTV liegt nur deutlich vorn, weil Herzberg ebenfalls viele Fehler bei den Pässen macht und im Abschluss keine Ideen gegen die Abwehr und den gut aufgelegten Wölfe-Keeper Barsch hat.

In der Summe steht auf der Halbzeit-Tafel ein 14:8. Beide Teams hätten mit 20% mehr Effektivität den Zuschauern aber auch ein 24:18 stricken können. 

abwehr herzberg

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe - SV Herzberg 14:8

In Abschnitt zwei beginnt zunächst der Gast deutlich besser. Seegebrecht bedient Rackwitz zwar bockstark am Kreis. Hintern raus, vorbeugen, Ball kassieren – rein die Murmel. 17:11 (35.). Trotzdem startet Herzberg mit einem 4:3 in die zweite Hälfte, weil die Wölfe in der Abwehr noch nicht die nötige Konsequenz an den Tag legen und im Angriff einfach Bälle wegwerfen, als wäre das Spielgerät eine heiße Kartoffel – ungeschält!

Herzberg hält sich im Spiel, versucht mit der dezimierten Truppe irgendwie einen Spielrhythmus zu finden. Sichtbar schwer! Dennoch schlägt sich die Truppe eisern, begeht über 60 Minuten kein Frustfoul oder leistet sich ähnliches unfaires Spiel. My Game is Fair Play! Applaus, Applaus!

becks spielaufbauEinzig Neuendorf wird in der 38. Minute einmal in der Abwehr richtig kassiert, holt für die Wölfe einen Siebenmeter und gibt als etatmäßiger Werfer freiwillig die Murmel ab. Dirk Becker vom Punkt – sicher wie die Eins in Mathe! Der Spielmacher präsentiert sich mit seinen 40 Jahren fit wie ein Erstsemester-Student, läuft Konter, organisiert, ackert und bewirbt sich dezent für den Schweizerischen Pass – Status: Uhrwerk! 

 

Der weitere Spielverlauf zeigt keine großartigen Amplituden – weder nach oben, noch nach unten. Clever: Seegebrecht zieht beim Konter nach Links, holt somit drei Verteidiger auf sich und macht den Weg frei. Quergelegt, Alex Schüler ist da und ballert ihn rein. Der Rechtsaußen zeigt eine starke zweite Hälfte, markiert vier Tore in 14 Minuten.

Der Rest des Spiels ist Quittung schreiben für die Wölfe. Neuendorf setzt sich in Unterzahl in einem Eins-Gegen-Eins stark durch, macht die Hütte zum 25:14 (47.). Die Wölfe holen auch den 19. Sieg der Saison mit wenig außerirdischen Superkräften, aber mit viel Seriösität. Bitter: Kurz vor Schluss muss Herzbergs Christian Schiffner mit einer Fußverletzung runter, sieht den Rest des Spiels von der Bank aus. 

Und: Die Wölfe haben in der kommenden Woche zwei runde Zahlen zu knacken. Mit 17 oder weniger Gegentoren erreicht das Rudel ein Schnitt von 20 oder sogar weniger Gegentreffern pro Spiel. Zweite Zahl: Der zehnte Treffer des Spiels ist das 600. Saison-Tor der Wölfe. Das wird wohl kein Süd-Landesligist in dieser Saison noch bringen. in der kommenden Woche geht es gegen den SSV Lübbenau. Dort wollen die Wölfe ihr letztes Landesliga-Spiel auf lange Zeit richtig zelebrieren – um dann ungeschlagen in die Verbandsliga zu marschieren.

Fotos/Videos: Anna-Lee Rasper, Julia Ehmig

kreis herzberg

Wünsdorfer Wölfe - SV Herzberg 29:17 (14:8)

MTV Wünsdorf: Barsch (3/5 gehalten), Hirsing (0/2 gehalten) – D. Becker 9 (1/1), Neuendorf 6 (3/4), Schüler 4, Lange 3, N. Seegebrecht 3, Wendland 2, Vikhrov 1, J. Rackwitz 1, Altin, T. Becker, Missal, Hawaleschka
SV Herzberg: Strelitz (1/5 gehalten) – Zilke 10 (2/3), Schiffner 3 (2/3), Arnold 2 (0/1), Teube 1, Edlich 1, Meißner, Stolz
Schiedsrichter: Lothar Opitz / Dirk-Uwe Voigt (Eintracht Ortrand) – Hatten wenig kritische Szenen zu entscheiden, begleiteten eine fair geführte Partie und zeigten dabei selbst eine unauffällige, aber seriöse Leistung

Gelbe Karten: J. Rackwitz, D. Becker, Lange – Schüler, Edlich
Zeitstrafen: 6:3 (2x N. Seegebrecht, Lange, D. Becker, Missal, Altin – 2x Teube, Edlich)
Rote Karten: 
Siebenmeter: 4/5 – 4/7