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Pause für Ü30-Trio

Dirk Becker gibt Trainer-Debüt

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Die Meisterschaft ist so gut wie fix, die Wölfe starten die Experimentier-Phase. Der MTV will im Saison-Endspurt voll auf das Modell Zukunft setzen. Deswegen baut Coach Matthias Wehlmann beim Auswärtsspiel in Elsterwerda (heute 18.30 Uhr) die Mannschaft an drei wichtigen Baustellen um. Mit Ronny Lange, Jan-Eike Albrecht und Dirk Becker streicht er die drei Routiniers aus dem Kader. „Die Jugend muss jetzt die Verantwortung übernehmen“, sagt Wehlmann.

Wieso aber ausgerechnet beim Auswärtsspiel gegen den Tabellendritten? Wehlmann: „Gerade weil es der Tabellendritte ist, ist doch die Herausforderung für die jungen Spieler hoch! Dazu ist es auswärts immer schwieriger als zuhause.“ Der Coach betont aber, dass die drei beim Heimspiel gegen Finsterwalde II am 8. April wieder zurückkehren werden und der Ausschluss rein sportliche Gründe habe. „Wir müssen in diesem Spiel mal ausschließlich an unsere Jugend denken“, so der Trainer.

Sein Plan: Die U20-Spieler sollen so viel wie möglich Verantwortung übernehmen, sollen von maximal einem Spieler, der älter als 20 Jahre ist, auf dem Feld geführt werden. Daher wird auch Nils Andreas (17) seinen Torwart-Kollegen Nils Barsch (21) ersetzen und neben Carlo Hirsing (18) das Tor hüten. Barsch soll lediglich als Torwart-Trainer auf der Bank unterstützen. „Als Spieler ist Barschi einfach zu alt", so der Coach.

Wehlmann sieht in dem Auftritt dieser erweiterten A-Jugend eine große Chance. „Mit dieser Konstellation können wir locker die nächsten 15 Jahre zusammen spielen. Da sollten wir die Strukturen so früh wie möglich festigen.“ Um die Nachwuchskräfte möglichst zu bündeln, soll auch Lars Baumann nach seinem Handbruch ein Blitz-Comeback geben. Mit einer Spezialschiene soll er die Siebenmeter des etatmäßigen Schützen Sven Neuendorf übernehmen.

Die drei Routiniers sehen ihre Spielpause gelassen, bekommen aber bei der Auswärtstour keineswegs Sonderurlaub. Jan-Eike Albrecht soll von Außen eine Spielanalyse durchführen um den Jungs in den nachstehenden Trainingseinheiten wichtige Punkte mit an die Hand zu geben. Ronny Lange sieht seine Zeit nach der aktiven Karriere in der Öffentlichkeitsarbeit, wird daher in den Twitter-Live-Ticker auf der Wölfe-Homepage eingebunden werden und sich dort selbst versuchen. „Ronny ist der Hashtag-König der Mannschaft. In diesem Bereich ist er perfekt aufgehoben", findet auch sein Mitspieler und guter Freund Nils Seegebrecht.

Für Dirk Becker hat Wehlmann eine ganz Besondere Aufgabe. Er soll sein Trainer-Debüt geben und die Chefcoach-Aufgaben selbst übernehmen. Wehlmann selbst rutscht dafür für 60 Minuten auf den Posten des Co-Trainers. Wehlmann: „Wir müssen uns nix vormachen. Dirk ist in einer starken Verfassung, aber ob er körperlich noch 15 Jahre mithält, ist fraglich. Er ist aber schon immer ein Typ gewesen, der Verantwortung übernehmen kann. Ich kann mir Dirk sehr gut als Trainer vorstellen und er sieht sich mittelfristig ebenfalls in dieser Position.“ Deswegen übernimmt Becker das Trainer-Amt, Wehlmann wird lediglich assistieren.

Der Ein-Spiel-Coach freut sich auf die ungewohnte Rolle im Team. Becker: „Natürlich wird das alles neu für mich. Protokoll schreiben statt Warmmachen. Die Aufstellung selbst bauen. Ich freue mich aber sehr auf diese Aufgabe und die Jungs müssen nicht denken, dass ich mich zurückhalte, nur weil es mein erstes Mal ist."

Bereits beim Abschlusstraining am Donnerstag übernahm Becker das Kommando. Das haben auch die Spieler mitbekommen und waren voll des Lobes. Seegebrecht: „Man hat schon nach ein paar Minuten gemerkt, dass Becks mal ein großer Trainer wird.“ Der nun in Elsterwerda seinen ersten Sieg will, in dem er nicht selbst die Fäden auf, sondern neben dem Feld zieht.

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