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Wölfe zerlegen dezimierten HSV

Abwehrblock beißt zu

abwehrblock hsv

von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe haben mit dem höchsten Sieg der Saison die Tabellenführung verteidigt. Beim 36:7-Sieg war der dezimierte HSV Senftenberg von Beginn an völlig machtlos, spielte aber bis zum Ende fair mit und erduldete die Demontage. Die Wölfe bleiben nunmehr auch im 13. Spiel der Saison ungeschlagen, drehen das Steuer weiter hart auf Aufstiegskurs. Bester Werfer des Spiels wurde Justin Rackwitz mit sieben Treffern.

Es war eine Bestandsaufnahme für die Wölfe. Nach den Derby-Wochen und den überzeugenden Siegen gegen Dahme und Schöneiche hatte das Rudel nun eine Pflichtaufgabe vor der Nase. Der Tabellenletzte aus Senftenberg war angereist. Die Wölfe wussten aus dem Hinspiel noch, dass sie sich gegen den HSV schwer taten. Die Gäste allerdings reisten mit einer stark dezimierten Truppe von nur neun Feldspielern an. 

Wölfe-Coach Matthias Wehlmann baut gegen den HSV die Startformation um. Carlo Hirsing geht ins Tor. Auf dem Feld beginnen Alex Schüler, Justin Rackwitz, Nils Seegebrecht, Marcel Missal, Tim Wendland und am Kreis Tim Becker. Zwei Minuten brauchen beide Seiten um sich abzutasten. Die Bilanz bei den Ballverlusten – 2:2! In der Abwehr stehen die Wölfe konsequent und warten auf die Fehler des drucklosen Gegners. Dann werden Konter gelaufen. Tim Becker zum 1:0 (2.).

In den ersten acht Minuten fällt lediglich ein Tor. Sonst passiert auf dem Feld nichts. Spielerisch fällt dem Gegner nichts ein, die Wölfe passen sich zunächst etwas an und produzieren ebenfalls ein paar Fehler. Nach acht Minuten kontert Seegebrecht zum 2:0, danach läuft es bei den Wölfen flüssiger. Die ersten sechs Tore sind allesamt Konter. Überhaupt muss der MTV in der ersten Hälfte lediglich zwei Mal eine Auslösehandlung spielen um zum Torerfolg zu kommen. In der Abwehr lassen die Wölfe weiterhin wenig zu. Die Würfe, die abgefeuert werden, hält Hirsing. Vieles geht in die Wand oder ans Aluminium. 

carlo 7erNach dem die Wölfe gegen Schöneiche erst in der 13. Minute ihr erstes Gegentor fingen, setzen sie gegen den HSV noch einen drauf. Erst in der 23. Minute trifft Uwe Friedrich von Linksaußen zum 11:1. Ein zweiter Treffer kommt durch Robert Magister per Siebenmeter dazu. Das war es auch für die erste Hälfte an HSV-Toren. Wenige Sekunden vor der Pause bekommen die Wölfe noch einen Siebenmeter. Wehlmann bestellt Keeper Hirsing zur Linie. „Wir waren ja Freitag alle in der Sauna. Da hat Matthias mir versprochen, dass ich auch mal einen Siebenmeter werfen darf. Ich dachte, ich werfe ihn daneben“, grinst der Goalie nach dem Spiel. Macht er aber nicht. Sicher verwandelt und ab zum Pausentee.

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – HSV Senftenberg 17:2

Das ohnehin schon früh entschiedene Spiel zeigt in der zweiten Hälfte wenig Überraschungen. Die Wölfe kontern fröhlich vor sich hin, überrennen die HSV-Abwehr. In der Deckung steht der MTV kompakt, lässt gegen eine überforderte Angriffsreihe weiter wenig Chancen zu. Schön zu sehen: Trotz des immer mehr frustrierenden Spielstandes bleibt der HSV fair, kassiert im gesamten Spiel nur drei Zeitstrafen. Dirk Becker: „Man sollte etwas demütig sein. Vor zwei Jahren war Senftenberg uns noch überlegen. Respekt dafür, dass sie nie aufgegeben haben und bis zum Ende Einsatz gezeigt haben ohne irgendwelche Frustfouls.“

missal hsvIn der 37. Minute stellt der MTV den Vorsprung auf 20 Tore. Der HSV bekommt einen minimal besseren Zugriff zum Tor, braucht in Hälfte zwei für die ersten zwei Tore nur neun Minuten. Bei den Wölfen wird frisch durchgewechselt. Jeder, der noch nicht dran war, darf sich jetzt in die Torjägerliste eintragen. Spielzüge werden kaum gebraucht. Stattdessen wird beim Konter toll kombiniert. In den letzten 13 Minuten darf auch Nils Barsch ins Tor und noch ein paar Bälle halten. Für Hirsing ist der Arbeitstag nach 47 Minuten beendet. In der Schlussphase erzielt Sven Neuendorf wie in der Vorwoche den 30. Treffer des Tages. Bitter: Kurz vor Schluss landet Kilian Kerbs nach einem Wurf unglücklich auf dem rechten Fuß, muss verletzt raus.

Am Ende gewinnen die Wölfe mehr als deutlich mit 36:7 gegen einen völlig unterlegenen Gegner, der trotz der Schmach stets fair blieb und den Frust nicht in irgendwelchen Nettigkeiten ausließ. „Das war schön zu sehen, dass der Gegner durch den Frust nicht unfair wurde“, sagt Wehlmann nach dem Spiel.

Die Wölfe bleiben durch den Kantersieg auf Platz 1. Die SG Schöneiche verliert parallel beim SV Herzberg mit 26:31. Dadurch hat die SGS jetzt mit 23:9 satte neun Minuspunkte mehr als der MTV (26:0). Am kommenden Sonntag reisen die Wölfe zum SV Eintrach Ortrand. Der SV verlor am Wochenende nur knapp mit 22:23 gegen Elstwerda. Der Vorletzte braucht auch gegen die Wölfe dringend Punkte im Abstiegskampf, hat dabei ein hartes Programm vor sich. Bereits am Samstag empfängt die Eintracht den SV Herzberg, am Sonntag dann die Wölfe. 

Fotos: Julia Ehmig, Tom Nerlich

Wünsdorfer Wölfe – HSV Senftenberg 36:7 (17:2)

MTV Wünsdorf 1910: Hirsing 1 (1/1) Barsch (1/2 gehalten) – J. Rackwitz 7, Wendland 5, Missal 4, T. Becker 4, Albrecht 3, Hawaleschka 2, D. Becker 2, N. Seegebrecht 2, Kerbs 2 (0/1), Neuendorf 2 (1/1), Lange 1, Schüler 1 (1/1)
HSV Senftenberg: Hagendorf (1/4 gehalten) – Magister 3 (1/2), Friedrich 2, Pech 1, Böhmecke 1, Nenciu, Schmidt, Klöppel, Siwik, Kleinhempel

Schiedsrichter: Thomas Sachse, Torsten Günnel (HV Luckenwalde 09) – hat in einem unspektakulären und fairen Spiel wenig Gründe einzugreifen, leiteten seriös die Partie

Zeitstrafen: Schüler, Lange – Nenciu, Siwik, Schmidt
Gelbe Karten: Schüler, T. Becker, Wendland – Pech, Siwik, Böhmecke
Rote Karten:
Siebenmeter: 3/4 – 1/2