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Wölfe-Sieg gegen Plessa

Haken ans Decuple

mtv plessa

von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe haben vor den entscheidenen Derbywochen ihre weiße Weste wahren können und den HV Grün-Weiß Plessa mit 28:17 (13:8) bezwungen. Damit feiern die Wölfe ihr Decuple – den 10. Sieg im 10. Spiel. Gegen den Tabellenzehnten hatte der MTV das Spiel jederzeit im Griff. Beste Werfer des Spiels waren Dirk Becker und Jan-Eike Albrecht mit jeweils sechs Toren.

Der Zeigefinger war oben! Vorsicht war geboten vor den Grün-Weißen aus dem Süden des Bundeslandes. Trotz Platz 10 nahm Plessa zuletzt Schöneiche einen Punkt ab, verlor mit einem Tor in Dahme. Statistisch kassiert Plessa nur 0,15 Gegentore mehr pro Spiel als der MTV. In Wünsdorf planten sie die nächste Überraschung. Mit dem Bus angereist, traten die Gäste ihre nächste Aufgabe an. Schon vor dem Spiel hallte es durch die Arena: „Auswärtssieg, Auswärtssieg, Auswärtssieg!”

ronny svenMit Nils Barsch in der Box und Sven Neuendorf, Ronny Lange, Nils Seegebrecht, Jan-Eike Albrecht, Max Hawaleschka und Dirk Becker starten die Wölfe ins Spiel. Es dauert satte dreieinhalb Minuten bis Lange zum 1:0 trifft. Plessa im Angriff harmlos, wenig unterstützt von den mitgereisten Fans, die weder eine Trommel noch andere Utensilien dabei hatten.

Mit mehr Unterstützung packt Neuendorf einen Bodenpass aus, Hawaleschka - 2:0 (5.). Die Wölfe spielen ruhig, konzentrieren sich auf die Abwehr, die von einem unstrukturiertem Angriffsspiel der Gäste kaum gefordert wird. Der Favoritenschreck blass, einzig Torwart Jens Horn zeigt eine starke Leistung in seiner Kiste und vereitelt einige gute Chancen.

Sein Pendant im Wölfe-Kasten indes erwischt einen rabenschwarzen Tag, der seinen „Höhepunkt“ in der 18. Mnute findet. Als Barsch seinen dritten Konterpass des Tages ins Aus wirft, dreht er sich weg, haut mit der Hand gegen die Latte. Horn schaltet schnell, trifft aus dem eigenen Kreis in die Wölfe-Box zum 7:5. Genug für Barsch, er winkt ab und geht vom Feld. „Wir haben insgesamt wieder ziemlich viele Bälle weggeworfen“, sagt auch Coach Matthias Wehlmann.

Nach dem Wechsel in der Box bekommt auch Carlo Hirsing relativ wenig zu tun, weil Plessa Handball mit wenig Struktur spielt und immer wieder mit Schiedsrichter-Entscheidungen hadert. „Das war wieder so eine komische Art Handball wie die Woche zuvor gegen Elsterwerda. Wir hatten es so erwartet, demnach war die Truppe gut vorbereitet“, so Wehlmann. Auch die Plessa-Fans kapitulieren frühzeitig. Als Neuendorf zum Siebenmeter antritt ruft der Gästeblock mehrmals: „Du Mädchen, du Mädchen“. Die Kurzhaarige lüftet einmal den Sport-BH, trifft sicher vom Punkt (20.).

Der Treffer schlägt der Tribüne auf die Leber. Kurz darauf wollen drei Anhänger der Grün-Weißen nach einer ihnen nicht vertretbaren Entscheidung der Schiedsrichter aufs Spielfeld. Zwei Wölfe-Ordner sind schnell ran und können den gewagten Vormarsch verhindern. „Es war kein schönes Handballspiel. Es war kein großes Spiel von uns, aber es ist eben auch schwer, wenn der Gegner so einen Handball spielt“, sagt Wehlmann. 

Halbzeistand: MTV Wünsdorf 1910 – Grün-Weiß Plessa 13:8

Hälfte zwei beginnt mit guten Paraden von Hirsing im Tor. Plessa zeigt im Angriff weiterhin wenig Kreativität, sondern arg begrenzte Möglichkeiten. Der große Showdown des Favoritenschrecks bleibt aus, das Spiel ist frühzeitig entschieden. Neuendorf stellt per Siebenmeter auf 21:12. 

Merkwürdig: Plessa hadert immer wieder mit den Schiedsrichtern, erzielt selbst aber nur 14 Tore in 51 Minuten. Plessas Mario Gärtner bringt es nach der Partie auf den Punkt: „Wenn du keine Tore machst, gewinnst du eben keine Spiele.“ Und die Tore, die sind eben das Problem. Plessa trifft das Wölfe-Tor nicht. Die Zeit tickt und die Fans freuen sich bereits über den 10. sieg im 10. Spiel. 

Spielerisch gibt es kaum etwas zu bewundern, aber im Schlussakkord packen die Wölfe nochmal einen aus und knattern mit dem Tor des Tages ordentlich einen los. Seegebrecht stößt durch die Mitte, legt den Kempa-Pass nach Linksaußen auf Neuendorf. Statt zu werfen tippt er den Ball wieder in die Mitte, dort fliegt Seegebrecht ran, stößt die Kugel ins Netz. Torschützen-Torwart Horn applaudiert im Plessa-Kasten, attestiert: Den kann keiner halten! 

Die Wölfe rutschen auch vor den Derby-Wochen nicht aus, haben damit alle Joker selbst in der Hand. „Machen wir einfach einen Haken dran und trainieren weiter. Vor uns warten die zwei wichtigsten Spiele der Saison“, so Wehlmann. Am kommenden Samstag reisen die Wölfe nach Dahme, danach kommt Schöneiche. Je nach Punktausbeute könnten diese Spiele eine Vorentscheidung in der Meisterschaft bringen. 

 Wünsdorfer Wölfe – Grün-Weiß Plessa 28:17 (13:8)

MTV Wünsdorf 1910: Barsch, Hirsing – D. Becker 6, Albrecht 6, Neuendorf 5 (3/3), Hawaleschka 3, Missal 2, Lange 2, N. Seegebrecht 1, J. Rackwitz 1, Schüler 1, Baumann 1, Wendland

Grün-Weiß Plessa: Horn 1, Hauwetter – Muth 3, M. Gärtner 3, J. Gärtner 3, Kohl 2 (2/4), Pötsch 2, Hoyer 2, Alkier 1, Strehlow, Hartstein, Klare, Haupt

Gelbe Karten: Neuendorf, Schüler – Pötsch, Strehlow
Zeitstrafen: 5:7 (2x Lange, Baumann, Albrecht, Schüler – 2x Hoyer, 2x Haupt, 2x Strehlow, J. Gärnter
Rote Karten: – 
Siebenmeter: 
3/3 – 2/4

Fotos: Dominic Pienz

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