Wölfe bei Twitter

 Siegtreffer zwei Sekunden vor Schluss

Team II erzwingt sein Glück

zwooote falkensee

Die zweite Mannschaft der Wünsdorfer Wölfe hat mit einem dramatischen Finish einen 19:18-Sieg in heimischer Halle errungen. Die Wölfe hatten es dabei lange Zeit selbst in der Hand, die Punkte zu sichern. Erst mit der Schlusssirene kam aber die Entscheidung. Überschattet wurde der Sieg von einer schweren Verletzung von Falkensee Niklas Nippe. Bester Werfer des Spiels wurde Jan Reichert mit sieben Toren.

Mit breiter Brust betraten die Wölfe die Paul-Schumann-Halle. Nach der seriösen Performance gegen den Ludwigsfelder HC II wollten die Wölfe sich nun für eine erneut gute Mannschaftsleistung mit einem Doppelpunkt belohnen. Vor der Partie erinnerte Trainer Denny Philipp an das Hinspiel. Bei der 18:23-Pleite habe man sich zu sehr auf das Gerede im Spiel eingelassen. Diesmal solle man sich aufs eigene Spiel konzentrieren.

Über 1:0, 3:1 und 6:4 starten die Wölfe gut ins Spiel. In der Abwehr organisiert Matthias Wehlmann den Mittelblock. Den Rest erledigt Carsten Rakowski im Tor. Hinter seiner starken Leistung steckt große Motivation. Rakowski: „Ich habe mit Nils Andreas gewettet. Wer die wenigsten Tore pro Halbzeit kassiert, bekommt vom anderen ein Bier.“ Seine Paraden bringen den Wölfen eine stattliche 9:5-Führung und erste Unzufriedenheint beim Gast. Allerdings schaltet der MTV vor der Pause zu früh ab, der SSV kann unnötig verkürzen.

Halbzeitstand: MTV Wünsdorf 1910 – SSV Falkensee II 11:9

In der Vorwoche zersägten die Wölfe mit sechs Gegentoren in fünf Minuten jede Chance auf Punkte. Diesmal ist der MTV wacher. Über 12:10 und 13:11 kommt das Rudel gut in den zweiten Abschnitt. Auf der Platte und daneben erkennt man ein zusammenhaltendes Kollektiv, was am Punktgewinn schraubt. Selbst eine doppelte Unterzahl übersteht der MTV. Der Viererblock verschiebt mit flinken Füßen, den Rest macht Nils Andreas in der Box. Es geht ja schließlich um eine Wette. Per Siebenmeter schlägt Jan Reichert sogar noch Kapital aus der doppelten Unterzahl, der MTV führt mit 17:13. Die Wölfe spielen ihr Spiel, lassen sich nicht von Diskussionen beeinflussen. 

Dann stellt der MTV plötzlich die Offensive ein. Im Angriff wirken die Wölfe gehemmt, können fast zehn Minuten nicht treffen. Falkensee spielt im Angriff weiter, wartet auf die wenigen Lücken in der Verteidigung. Da bei den Wölfen aber nix läuft, schmilzt der Vorsprung. Plötzlich steht es 17:17 und die Verhandlung um die Punkte ist völlig offen. Die Schlussphase beginnt und die setzt einmal den Synapsenkitzler an.

Dramatische Schlussminuten

Falkensee mit erster Führung im Spiel – 17:18 (58.). Die Wölfe im Angriff. Nach einem Pfiff der Schiedsrichter springt die SSV-Bank auf, diskutiert, wildert und ist empört. Zwei Finger werden gehoben – Zeitstrafe gegen die Bank. Die Schiris stellen in dieser Szene dem SSV kurz vor Schluss die Quittung für zahlreiche Diskussionen im gesamten Spiel aus. Der MTV nutzt die Überzahl zum Ausgleich. Spannung pur in der Paul-Schumann-Halle, zu der sich dann auch noch eine Portion Dramatik mischt.

62 Sekunden sind noch auf der Uhr. Auszeit Falkensee. Nach der Besprechung startet SSV-Spieler Niklas Nippe durch, will den Ball mit Schwung aufnehmen. Er stockt in der Bewegung. Der Ball fliegt über seinen Rücken, ein Schrei. Wünsdorfs Egor Vikhrov fängt die Kugel während Nippe zusammensackt. Der Pfiff! Sofort stürmen die Betreuer zu dem schreienden Spieler aufs Feld. Aus der spannungsgeladenen Stimmung in der Halle wird plötzlich Schockstarre. Gemeinsam tragen MTV- und SSV-Betreuer den Verletzten mit einer Trage vom Feld. Diagnose: Achillessehnenriss!

Der SSV ist konsterniert, dazu in Unterzahl. Ballbesitz Wünsdorf. Der Angriff wird verdaddelt, jetzt ist für die Wölfe maximal ein Punkt drin. Falkensee leistet sich aber den unerwarteten Fehler, Wünsdorf schaltet schnell um. Vikhrov ist vorn, schussbereit für den Schlussknall. Im Wurfansatz fährt ein SSV-Verteidiger ihm brutal von hinten in die Parade, sieht mehr als zurecht die Dunkelrote Karte. 

vogel 7erZeit: 59:58! Siebenmeter MTV! Lucas Vogel nimmt sich den Ball. Vogel: „Ich war extrem aufgeregt. Der Rest war nur geil!“ Anpiff, der Ball geht rein. Die Halle tobt. Alle denken, das Spiel sei vorbei. Plötzlich Pfiffe! Die Uhr lief nicht. Diskussionen! Die Falkensee-Bank erfindet spontan das Regelwerk neu. „Der muss wiederholt werden! Das Tor darf nicht zählen! Es war nicht angepfiffen!” Jegliche Neu-Interpretation des Regelwerks helfen aber nichts. Die Entscheidung: Tor zählt, Anwurf Falkensee, Restzeit: zwei Sekunden! In diesen passiert nichts. 

Endlich können die Wölfe auf die Platte springen. „Sieg, Sieg, Sieg, Sieg, Sieg“ tönt es aus dem Jubelkreis. Die Wölfe erkämpfen sich am Ende das Glück, was sie zuvor 59 Minuten lang herausforderten. Damit sichert der MTV Platz 5 in der Kreisliga und geht nun mit noch mehr Wind im Segel ins Duell mit dem SV Blau-Weiß Dahlewitz, die am kommenden Samstag in der Schumann-Halle vorspielen.

MTV Wünsdorf 1910: Andreas, Rakowski – Reichert 7 (3), Altin 4, Vikhrov 4 (2), Apel 2, Vogel 2 (1), Fredrich, Wehlmann, Karg, U. Seegebrecht, Schneider, Krüger, Hipp

Fotos: Patricia Benz