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Siegesserie hält weiter an!

Wölfe gewinnen denkwürdiges Spitzenspiel

becks elster

von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe haben auch ihr neuntes Spiel der Saison. Nach dem 29:27-Sieg über den Elsterwerdaer SV 94 bleiben die Wölfe weiterhin verlustpunktfrei und nutzen damit den Ausrutscher von Nachbar SG Schöneiche in Dahme, um einen weiteren Schritt Richtung Tabellenführung zu machen. Allerdings wurde der Sieg ein schweres Stück Arbeit, auch erhärtet durch eine unterirdische Leistung des Schiedsrichtergespanns. Bester Werfer des Spiels wurden Jan-Eike Albrecht und Elsterwerdas Stefan Lange mit jeweils acht Toren.

Es wurde gehüpft und gesprungen in der erneut gut gefüllten und stimmungsgeladenen Paul-Schumann-Halle. Und trotzdem hatte man ein Kopfschütteln über, weil den Wölfen der Sieg schwerer gemacht werden sollte, als es nötig ist. Gegen Elsterwerda hatten die Wölfe den direkten Tabellennachbarn zu Gast, mit dem Vorhaben, diesen aus dem Meisterschaftsrennen zu verabschieden. Mit bunter Lichtshow kommen die Wölfe in die Halle, aber nicht wirklich ins Spiel. Nils Barsch beginnt in der Box, Alex Schüler, Lars Baumann, Nils Seegebrecht, Marcel Missal, Sven Neuendorf und Dirk Becker auf der Platte. Es dauert aber zwei Minuten, bis es das erste Mal klingelt. Missal eröffnet.

Der MTV kann halbwegs ordentlich ins Spiel starten, geht nach sieben Minuten mit 4:2 in Führung. Dann allerdings lassen die Wölfe einige unnötige Angriffe zu, Martin Müller gleicht aus, Thomas Spillecke bringt mit dem 4:5 die erste Gästeführung des Spiels (10.). Begünstigt durch viele extrem unglückliche Pfiffe des Schiedsrichtergespanns Peter Büchner und Klaus Stallknecht vom LHC Cottbus laufen die Wölfe früh einem Rückstand hinterher. „Elsterwerda hat auch einen unangenehmen Handball gespielt. Da hat man dann zusätzlich noch Probleme, dass zu verteidigen“, sagt Coach Matthias Wehlmann. Hinzu kommen teils willkürlich wirkende Zeitstrafen der Schiedsrichter, die beispielsweise Seegebrecht schon nach 20 Minuten aus dem Spiel nehmen.

Der MTV aber lässt die Köpfe oben. Im Tor kommt Carlo Hirsing früh ins Spiel, weil Barsch im Kasten einen gebrauchten Tag erwischt (15.). Im linken Rückraum zeigt Baumann eine starke Partie, erzielt in der ersten Hälfte allein sechs Tore. Während die Wölfe sonst etwas Probleme haben mit dem starken Schlussmann Robert Wolff, hat Baumann seine Mittel. Beim Stand von 8:10 trifft Tim Wendland zwei Mal in Folge und stellt somit den Ausgleich wieder her. Bis zur Pause bleibt das Spiel eng, weil die unstrukturieren Pfiffe der Unparteiischen den Spielfluss auf beiden Seiten völlig verzerren. Zeitweise macht es den Eindruck, als hätten die Wölfe auf der Platte neun Gegenspieler. Bezeichnend dafür zwei Zahlen: Die Wölfe kassieren acht Zeitstrafen, Elsterwerda nur zwei. Dafür bekommt der MTV satte neun Siebenmeter gegen sich gepfiffen, obwohl beide Teams über die gesamte Spielzeit mit gleicher Härte agieren.

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – Elsterwerdaer SV 94  16:15

Auch in Hälfte zwei bleibt das Spiel hitzig. Als Elsterwerdas Thomas Spillecke und Wünsdorfs Schüler bei einem Konter sich gegenseitig aus dem Gleichgewicht bringen, bekommt Schüler gleich Zeitstrafen verpasst. Die Schiedsrichter machen deutlich, dass sie an diesem Tag selbst entscheiden und selbst reden wollen, aber keine Lust auf wechselwirkende Kommunikation haben. Wehlmann: „Großes Lob an die Mannschaft, dass sie in dieser Phase sich gegen diese Pfiffe gewehrt und die Köpfe oben behalten hat.“ Geduldig spielen die Wölfe ihre Angriffe aus, suchen nach guten Wurfmöglichkeiten. In doppelter Unterzhal jagt Jan-Eike Albrecht den Ball ins Netz – 21:19 (41.). Danach stellt Neuendorf mit einem Siebenmeter einen im Spiel seltenen Unterschied von drei Treffern her.

Die Wölfe hadern so wenig wie es machbar ist mit den Schiedsrichter-Entscheidungen und stemmen sich gegen die zeitweise gefühlt neun Gegenspieler. Als sich die beiden Unparteiischen mal wieder nicht einig sind, schaltet der MTV flink - Albrecht auf Max Hawaleschka, der trifft als die Elsterwerda-Abwehr noch schaut, ob sie nicht doch noch einen Freiwurf bekommen. Immer wieder stoßen die Wölfe in die richtigen Lücken, Becker trifft frei zum 26:23 und stellt somit die Weichen auf Sieg (54.). In der Halle sehen auch die Fans nicht ein, warum hier Punkte gelassen werden sollen, untersützen die Wölfe gerade in den kritischen Phasen des Spiels mit viel Alarm.Kurz vor Schluss nochmal Aufregung. Neuendorf bekommt einen Schlag in den Bauch, bleibt benommen mit dem Ball in der Hand stehen. Statt das Spiel zu unterbrechen, warten die Schiedsrichter darauf, dass er weiter spielt. Kurz darauf steht die Tribüne, feiert ihre Truppe für diesen Moral-Sieg.

Im wohl bisher schwierigsten Saisonspiel ackern sich die Wölfe zum neunten Sieg in Folge und tanken damit eine Menge Selbstvertrauen für die kommenden Wochen. Vor den Wölfen stehen nun 13 Spiele in 13 Wochen. In der Tabelle bleiben sie jedoch vorerst auf Platz zwei. Da die SG Schöneiche vier Spiele mehr hat als der MTV, bleibt die SGS trotz 31:34-Niederlage noch vor den Wölfen. Allerdings hat die SGS nun schon fünf Minuspunkte auf dem Konto und muss nun auf Ausrutscher der Wölfe hoffen.

Wünsdorfer Wölfe – Elsterwerdaer SV 94  29:27 (16:15)

MTV Wünsdorf: Barsch (1/8 gehalten), Hirsing (1/1 gehalten) – Albrecht 8, Baumann 7, Neuendorf 6 (3), D. Becker 2, Missal 2, Wendland 2, Lange 1, Hawaleschka 1, Schüler, Kerbs, N. Seegebrecht
Elsterwerdaer SV 94: Wolff (0/2 gehalten), Woeh (0/1 gehalten)l – Lange 8 (4/4), Spillecke 4, Aram Haydeyan 4, Armen Haydeyan 4 (3/4), Geppert 3, Müller 1, List 1, Wotta 1, Heidrich 1

Schiedsrichter: Peter Büchner / Klaus Stahlknecht (LHC Cottbus) – Hatten über 60 Minuten eine Allergie gegen ordentlichen Spielfluss, verteilten zeitweise willkürlich Zeitstrafen und wollten während und nach dem Spiel nur reden, aber niemandem zuhören.

Gelbe Karten: D. Becker, Missal – Heidrich, Müller
Rote Karten:
Zeitstrafen: 8:2 (2x N. Seegebrecht, 2x Missal, 2x, Schüler, D. Becker, Lange / Geppert, Heidrich)
Siebenmeter: 3/3 – 8/9

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