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Heimpleite gegen Trebbin

Frauen bleiben im Mittelfeld hängen

trebbin

von Conrad Hipp

Die Frauen des MTV Wünsdorf haben ihr erstes Heimspiel der Saison mit einem stark dezimierten Kader mit 20:22 (11:11) gegen den SC Trebbin verloren. Sieben Tore von Petra Schötz, die beste Werferin der Wünsdorfer war, reichten am Ende nicht aus, um gegen den Tabellenachten zu bestehen.

Die Köpfe gesenkt, die Schritte schwer. Völlig platt und bedient verlassen die Frauen des MTV Wünsdorf am Freitagabend die Platte. Auf der anderen Hälfte des Feldes hüpfen die hellblauen Trebbiner im Kreis und jodeln, als hätten sie bei der Anreise nicht im Ansatz an einen Punktgewinn gedacht.

mtv trebbinDabei wurde schon bei der Erwärmung deutlich, dass dieses Spiel eine besondere Herausforderung für das Wolfsrudel wird. Mit nur zwei Auswechselspielern sollte die Partie zu einem Kraftakt und einer mentalen Zerreißprobe werden. Selbst Trainer Kilian Kerbs kommt angeschlagen zum Spiel, sitzt nur vier Stunden nach einer Weisheitszahn-OP mit dicker Wange auf der Bank. „Muss ich nicht nochmal haben,“ sagt er nach dem Spiel mit einem Grinsen, so gut es geht.

Auf dem Feld eröffnen die Gäste aus der Clauertstadt die Heimspiel-Saison der Erwachsenen und treffen bereits nach 29 Sekunden zum 0:1. Doch auch die Heim-Damen haben Bock auf das Spiel. Tina Weigt bedient Petra Schötz am Kreis, das 4:3 wird die erste Führung (10.). Direkt danach folgt der Konter, den Sophie Weißhuber zum 5:3 einnetzt. Die erste Viertelstunde sieht gut aus. Man bekommt den Eindruck, mit Geduld und Konzentration ist hier der Sieg drin.

Doch dann beginnt der MTV nachlässig zu werden. Besonders an der Siebenmeterlinie. Als Schötz an der Trebbiner Keepern scheitert, geht bereits der dritte Strafwurf im Spiel vorbei. Die Torhüter haben gemeinsam eine Quote von 100% (Trebbin hält zwei, der MTV einen).

Nach dem Treffer zum 11:7 durch Nicole Schmidt lässt der MTV schlagartig nach (26.). Vorn läuft nichts mehr und Trebbin schafft kurz vor der Pause sogar den Ausgleich. „Ich fand die Abwehrarbeit aber trotzdem ok“, resümiert Kerbs. „Nur wir haben uns eben wieder diese lästige Konzentrationspause gegönnt.“ Diese geht bis zum Seitenwechsel und beschert das 11:11 zum Pausentee.

Halbzeitstand: MTV Wünsdorf – SC Trebbin 11:11

Hälfte zwei beginnt angriffslustig, aber nur die ersten neun Sekunden. Dann produziert der MTV den ersten Ballverlust, gerät nach guter Führung in Hälfte eins wieder in Rückstand. „Uns hat dort einfach der Spaß am Handball gefehlt“, sagt Kerbs. So wird die zweite Hälfte zu einem Hinterherrennen. Vorn fehlt dem MTV die Konzentration, ruhig die Abschlüsse zu suchen. Hinten steht die Abwehr größtenteils zufriedenstellend, hat aber einfach viel Pech.

alina„Im Tor hätten Alina einfach auch mal fünf Minuten zum Atmen gut getan“, wirft Co-Trainerin Daniela Brunk ein. Die Torhüterin macht ein ordentliches Spiel, bekommt aber als einzige Torfrau keine Pause und kann so nur schwer einen Haken hinter einige unglückliche Situationen, in denen ihr der Ball unglücklich durch die Finger flutscht, machen. „Das Spiel haben wir aber vorn verloren“, stellt Kerbs klar und spricht unter anderem die Siebenmeter an. Von acht Versuchen bis dato landen nur drei im Tor. Fünf verschiedene Schützen treten an, aber von der Linie ist heute keine Erfolgsprämie zu holen.

Fünf Minuten vor dem Ende bäumen sich die Frauen noch einmal auf. Die nun angefutterten vier Tore Rückstand können noch auf zwei verkürzt werden. Als der MTV noch 40 Sekunden auf der Uhr hat, erhellt der neunte Siebenmeterpfiff des Abends für die Gastgeberinnen. Die wohl letzte Chance, nochmal auszugleichen. Aber Siebenmeter sind eben an diesem Abend eine Kategorie für sich. Fehlwurf, Sieg Trebbin, Geschichte erzählt.

Restlos bedient bedanken sich die Frauen beim Publikum. „Die Zuschauer heute waren toll“, lobt auch Kerbs. „Das macht Lust auf die Rückrunde, wenn wir viele Spiele zuhause haben.“ Doch nach dem aufmunternden Applaus für die glücklosen Spielerinnen, wandern die Köpfe mit geradem Blick nach unten kommentarlos in die Kabine.

Trebbin jubelt, rutscht an die Wölfe heran. Der MTV verpasst die Chance, sich an der Spitzengruppe festzubeißen. Fürs neue Jahr heißt es: Mund abputzen, weiter geht’s! Gegen Trebbin stimmte es zwar in der Abwehr zum großen Teil, im Angriff aber gar nicht. Aber wie heißt es so schön: Im Angriff gewinnt man Spiele, in der Abwehr…

MTV Wünsdorf: Henkel – Schötz 7 (1/2), Schmidt 6 (0/1), Pfarr 2, Körner 2 (2/3), Weißhuber 1, Ehmig 1, (0/1), Bruchno 1 (0/2), Weigt, R. Hirschfeld

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