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MTV jetzt Dritter

Wölfe siegen in spannungsarmen Auswärtsspiel

... nur die Duschmarken mussten geteilt werden

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von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe bleiben im Rennen um die Vizemeisterschaft voll im Rennen. Im Wolfsduell bei den Lausitzer Wölfen konnte sich der MTV mit einem deutlichen 33:17 (9:12)-Erfolg auf den 3. Platz der Landesliga vorschieben. Vor dem Derby gegen die SG Schöneiche war es bereits der zweite Kantersieg in den vergangenen drei Spielen für den MTV.

Eine Woche vor dem großen Derby gegen die SG Schöneiche wollten die Wölfe im fremden Wolfsrevier in Spremberg wichtige Punkte holen. Ein Sieg beim Tabellenschlusslicht eigentlich Pflicht, allerdings plagen die Personalsorgen die Wölfe. Einziger Torwart war Nachwuchskeeper Carlo Hirsing, der nach seiner Ellenbogenverletzung wieder zurückkehrte. Auch Lars Baumann war nach Pfeiferschen Drüsenfieber erstmals wieder im MTV-Kader.

Ins Spiel: In der leeren Halle kommt mit dem Anpfiff so gut wie keine Anspannung auf. Fast zwei Minuten dauert es, bis der erste Angriff erfolgreich abgeschlossen wird. Marcel Missal mopst dem Gegner die Kugel, macht per Konter das 0:1. Wünsdorf begann seriös, zog ihr eigenes Spiel auf und zog auf 2:6 davon (13.). Die personell stark dezimierten Hausherren beginnen mit einem statischen Anfangsspiel, verschleppen das Tempo und bekommen kaum Druck aufs Tor. Die grüne Karte fliegt und die Schläfrigkeit zieht plötzlich auch durch die Beine des MTV. "Wir haben uns zu sehr an das Spiel der Wölfe angepasst. Wir wollten das Spiel eigentlich schnell gestalten und den Gegnern mit Konter überlaufen", plaudert MTV-Coach Sven Neuendorf über seinen Matchplan. Der ging nur in der Anfangsphase vernünftig auf, dann bekommt der MTV auch mehrfach Probleme mit dem klisterfreien Ball. Viele Würfe landen über dem Tor, das Spiel verliert an Attraktivität und bleibt aus Wünsdorfer Sicht unnötig spannend.

"Es war schwierig, die Konzentration und den Spielwitz aufrecht zu erhalten, wenn der Gegner so langsam und ohne Druck spielt", erklärt Neuendorf. Fünf Minuten vor der Pause trifft sich Wünsdorf zur Besprechung, weil es nur noch 8:10 steht. Die Anzeigetafel zeigt einen unerwartet knappen Spielstand, allerdings machen die Gastgeber spielerisch nicht den Eindruck, den MTV-Sieg in irgendeiner Weise zu gefährden. Einzig über die eigene Schläfrigkeit könnte der MTV in Hälfte zwei stolpern.

Halbzeistand: SG Lausitzer Wölfe – MTV Wünsdorf 1910  9:12

 "In der ersten Hälfte haben wir uns zu sehr einschläfern lassen", sagt Nils Seegebrecht über die ersten 30 Minuten. "In der zweiten Hälfte gelangen uns dann mehr Ballgewinne und Konter", fügt Neuendorf hinzu. Der MTV reagiert jetzt besser auf die Fehler der Hausherren, ist in der Deckung gut eingestellt auf die wenigen spielerischen Alternativen der Lausitzer. Das Ergebnis sind wenig zugelassene Würfe, den Rest erledigt ein starker Carlo Hirsing in der MTV-Box. Bis zur 50. Minute nagelt der Nachwuchs-Keeper seine Kiste dicht, kassiert in 20 Minuten lediglich zwei Tore. Neuendorf lobt: "Carlo hat gezeigt, was in ihm steckt. Er hat tolle Paraden und gutes Stellungsspiel gezeigt."

Dazu kommt, dass der MTV die Wölfe jetzt überrollt. Eine doppelte Überzahl wird in der Abwehr perfekt ausgenutzt, binnen 20 Sekunden werden zwei Tore erzielt. Zunächst passt Tim Wendland auf Justin Rackwitz, dann bedient Wendland Tim Becker (10:16/10:17 - 36.). Das Spiel geht jetzt seine Gänge und zeigt jetzt auch im Ergebnis den Klassenunterschied der beiden Wolfsrudel. Immer wieder fliegen die Bälle schnell nach vorn, auch Hirsing schaltet sich ins Konterspiel ein, bedient seine Vorderleute immer wieder mit langen Bällen.

In der Abwehr muss der MTV keine Kohlen mehr nachlegen, das Angriffsspiel der Wölfe stellt das MTV-Rudel vor keine großen Herausforderungen. Deshalb wird es in der Defensive aber nochmal laut. Seegebrecht kommuniziert fleißig mit der eigenen Bank, reißt Sprüche und macht Scherze. "Es war wirklich sehr wenig Anspannung im gesamten Spiel. Deshalb dacht ich mir, bespaße ich etwas die Bank", scherzt er nach der Partie. Gegen Schöneiche wird er wohl kaum dazu kommen wegen zu wenig Spannung zu plauschen, aber in der Lausitz warfen er und sein Rudel sich warm. Mit der Bespaßung und den hochgezogenen Mundwinkeln kommt immer mehr Vorfreude auf das Siegerbier, die Konzentration geht in den letzten Minuten dadurch flöten. So kommen die Hausherren zu ein paar einfachen Toren, die das Ergebnis aber nur bedingt ertragbarer macht für die Lausitzer. 

Wünsdorf gewinnt am Ende völlig ungefährdet mit 33:17, sackt zwei Pflichtpunkte ein und macht somit aus dem Derby gegen Schöneiche wieder ein absolutes Top-Spiel! Nach dem Spiel wird die Party in die Spremberger Sonne verlagert. Vor der Halle lassen die Wünsdorfer der guten Laune ob des klaren Sieges freien Laufs. Danach geht's unter die Dusche – und an den Geldbeutel. Die Wölfe bekommen für die gesamte Mannschaft lediglich sechs Duschmarken im Wert von 3,00 € gestellt. Der Rest muss selbst bezahlt werden. Na immerhin gab es zwei Punkte und kaltes Bier.

In der kommenden Woche wollen die Wölfe gegen die SG Schöneiche Platz 2 der Landesliga zurückerobern. Das Hinspiel ging mit 30:31 an die SGS. Im Rückspiel will das Rudel jetzt die Revanche und vor eigenem Publikum Platz zwei zurück.